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Thomas Nast: Der Esel und der Elefant

Wenn dieser Tage die Farbe Blau auf die Farbe Rot trifft, dann steht das in erster Linie nicht etwa für einen Kampf zwischen Himmel und Hölle oder den Verlagen DC und Marvel, sondern vor allem für die Wahlen in den Vereinigten Staaten von Amerika. Diese beiden Farben stehen symbolisch, wenn gleich nicht offiziell, für die beiden großen Parteien, die das Rennen um das Amt des Präsidenten untereinander bestreiten: die Demokraten (blau) und die Republikaner (rot).

Neben diesen Farben stehen den Parteien jeweils Wappentiere zur Seite. Auch wenn diese von den Parteien nie offiziell anerkannt worden sind, werden sie in traditioneller Weise nicht zuletzt auch von den beiden großen Parteien selbst als Symbole genutzt.

Die Republikaner sagen, ein Esel ist dumm und stur, die Demokratische Partei hingegen sieht Vorteile in dem bescheidenen, mutigen und hart arbeitenden Tier, welches die Partei symbolisiert.

Die  Demokraten betrachten Elefanten als langsam und schwerfällig, aber die Republikaner sehen ihr Partei-Symbol als Zeichen von Intelligenz, Würde und Stärke.

Dass diese beiden inoffiziellen Wappentiere sich bis heute durchsetzten, ist maßgeblich auf den deutsch-amerikanischen Karikaturisten Thomas Nast zurück zu führen.

Der Esel der Demokraten entstand, als Andrew Jackson’ s Gegner ihn im Jahre 1828 als eben solchen bezeichnete, was von den damaligen Zeitungs-Karikaturisten aufgenommen worden war. Andrew Jackson, der die Präsidentschaftswahl gewann, gilt als Gründer-Figur der demokratischen Parteibewegung. Später belebte Thomas Nast den Esel im Jahre 1870 als Symbol der Demokraten für seine poltischen Cartoons wieder.

Nast' s erste Verwendung des Esels

Den Elefanten der Republikaner schuf Thomas Nast 1874 in einem seiner Cartoons, in welchem auch der Esel auftrat. Dieser jagte mit einem Löwenpelz bekleidet durch einen Zoo und vergraulte alle Tiere, unter ihnen auch einen Elefanten, welcher mit “The Republican Vote” (Die Republikanische Stimme) beschriftet war.

Der erste Auftritt des Elefants

Beide Tiere verwendete Thomas Nast in seinen politischen Cartoons für die “Harper’ s Weekly” immer wieder als bildliche Verkörperungen für die beiden großen Parteien, was dazu führte, dass diese sich als die traditionellen Symbole der Parteien etablierten.

Thomas Nast Thomas Nast wurde im Jahre 1840 im pfälzischen Landau geboren. 1846 wanderte seine Mutter mit ihm nach New York aus. Dort studierte der junge Thomas Nast das Fach Kunst. Mit bereits 15 Jahren erhielt er seine erste Anstellung beim “Frank Leslie’s Illustrated Newspaper”, nach nur drei weiteren Jahren zeichnete er auch für die “Harper’ s Weekly”. Nachdem er einige Zeit in England für die “New York Illustrated News” tätig war, erlangte er, zurück in Amerika, mit seinen politischen Karikaturen für die “Harper’ s Weekly”, welche auch Schlachtszenen des Bürgerkriegs darstellten, große Bekanntheit. Präsident Arbraham Lincoln ernannte Nast später sogar zum ersten Rekrutierungsoffizier.

Mit seinen Karikaturen über die Korruptions-Affären in der Tammany Hall unter William Tweed (dies wurde teilweise auch im Film “Gangs of New York” thematisiert) trug Thomas Nast zum Sturz Tweed’ s bei. Für diese Karikaturen erhielt er auch Morddrohungen, welche ihn jedoch nicht abschreckten und von seinem Feldzug gegen Tweed abweichen ließen.

Viele seiner Cartoons schuf Thomas Nast mit Hilfe der Holzschnitt-Technik. Er gilt ebenfalls als Schöpfer der bildlichen Umsetzung und Personifizierung des Uncle Sam und einer frühen Version des Santa Claus, welche später als Vorlage für die heute bekannte und ehemals durch Coca-Cola-Werbung verbreite Version diente.

Eine während des kalten Krieges von den amerikanischen Streitkräften unterhaltene Raketenstation in der Nähe von Landau wurde ihm zu Ehren “Camp Thomas Nast” benannt.Im Jahre 1902 starb Nast im Alter von 62 Jahren an den Folgen des Gelbfiebers, welches er sich in Equador zuzog, wohin ihn Theodore Roosevelt im selben Jahr als Generalkonsul entsandt hatte. Thomas Nast wurde auf dem Woodlawn Friedhof in New York beigesetzt.

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