Berichte

Sind die Independent-Verlage beim CFM noch Willkommen?!

Meine persönlichen Eindrücke zum Münchner Comicfestival habe ich bereits in unserer letzten Podcast-Episode mit dem Rückblick zu diesem Festival geschildert. Ebenfalls am Rande erwähnt hatte ich die – ich drücke es harmlos aus – ungünstige Situation der Independent-Verlage im Alten Rathaus. Viel konnte ich zum Zeitpunkt der Aufnahme noch nicht sagen, nun jedoch offenbaren sich immer mehr Einzelheiten. Deswegen möchte ich an dieser Stelle noch einmal auf die derzeit bestehende Situation eingehen.

Zunächst sei erwähnt, dass ich selbst, wie bereits im Podcast geschildert, am Stand von Virtual Graphics als Helfer eingesetzt war und somit die meiste Zeit in der Location Künstlerhaus verbracht hatte.

Was mir direkt auffiel, war der zeitliche Aufwand, den man einzuplanen hatte, wenn man das Alte Rathaus erreichen wollte, denn das liegt einen knappen Kilometer vom Künstlerhaus entfernt. Wer also einmal Signiertickets für das Künstlerhaus hatte, blieb auch erst einmal da, denn der Spaziergang hinüber zum Alten Rathaus wurde durch den die ganzen vier Tage vorherrschenden, jedoch logischerweise nicht berechenbaren Regen, trotz des freien Eintritts zum Alten Rathaus nicht gerade begünstigt.

Somit gab es seitens der Independent-Verlage schon im Vorfeld der Veranstaltungen vorsichtige Zweifel am Konzept der ortsbedingten Teilung des Festivals. Hinzu kamen Beschränkungen, welche auf den Denkmalschutz zurück zu führen wären. So war es offensichtlich nahezu unmöglich im Bereich des Alten Rathauses auf die dort stattfindende Veranstaltung hinzuweisen. Eine weitere Einschränkung für eine solche Veranstaltung fand sich in der Brandschutzbestimmung, die zum einen das Lagern von zum Verkauf gedachten Büchern erschwerte und zum zweiten offiziell nur eine gewisse Anzahl an Besuchern in den Räumen des Alten Rathauses zuließ. Hier sei erwähnt, dass wohl keinen Besuchern der Zugang zum Gebäude untersagt wurde, jedoch wurde zumindest die Besucherzahl durch Zählungen im Blick gehalten. Dieser Umstand wurde durch den Dauerregen offenbar sogar noch begünstigt.

Mutmaßlich wurden die Informationen über diese Einschränkungen seitens der Veranstalter gegenüber den im Alten Rathaus gebuchten Verlage und Händler im Vorfeld nicht ausreichend kommuniziert.

Das finale Nachsehen hatten die am Marienplatz untergebrachten Aussteller dann schließlich am Sonntag, bzw. am Samstagabend, als ihnen inoffiziell nahe gelegt wurde, aufgrund einer Sperrung des Platzes wegen der Triple-Feier des FC Bayern, die Zelte entweder verfrüht (am Samstagabend) oder verspätet (erst im Laufe des Montags) abzubrechen. Inoffiziell deswegen, weil die eigentlichen Veranstalter eine Stellungnahme im Künstlerhaus ausgesessen hatten. Die Fußball-Veranstaltung war den Veranstaltern bereits vor dem Begin des Festivals bekannt.

In den letzten Tagen Tagen hat sich die Situation zugespitzt, als Michael Kompa, einer der beiden Veranstalter, in einem Interview gegenüber dem CRON (Comic Report Online) die Schuld am Planungs-Desaster im Alten Rathaus auf Gerhard Schlegel abwälzte, der offiziell seitens der Veranstaltungsleitung von dieser befreit war, laut den Verlagen im Alten Rathaus jedoch einer der wenigen Personen war, die sich um ein Rahmen-Programm in diesem Gebäude bemüht hatte, welches eigentlich im Vorfeld durch die offiziellen Veranstalter versprochen, aber nun nicht eingehalten worden war.

Mir ist durchaus bewusst, dass das Festival von Privatpersonen gestemmt wird, die dies neben ihrem täglichen Broterwerb tun. Offensichtlich haben sie allerdings an sich selbst den Anspruch, ein Festival nationaler Größe auszurichten, das sich an anderen Veranstaltungen dieser Art, wie zum Beispiel dem Comic-Salon in Erlangen, der aller zwei Jahre im Wechsel mit dem Comicfestival statt findet, messen kann. Mit diesem Anspruch müssten sie eigentlich gewährleisten können, auf die Bedürfnisse der Verlage im Künstlerhaus, als auch der im Alten Rathaus einzugehen, zumal die Entscheidung, die Locations aufzuteilen, durch die Festival-Leitung getroffen wurde. Was sich beim Comicfestival in diesem Jahr bedauerlicherweise entwickelt hat, ist eine Zweiklassen-Gesellschaft der Aussteller.

Die in diesem Jahr benachteiligten Verlage und Händler wandten sich nun mit einem offenen Brief an die Festival-Organisation, in welcher sie berechtigter Weise ein Entgegenkommen seitens der Veranstalter fordern.

Quellen:

Kategorien:Berichte

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s