Angesehen

Comic-Verfilmung: “MAN OF STEEL”

Als ich das erste Mal davon hörte, dass es einen neuen Superman-Film geben soll, war ich, gemessen am letzten Leinwandabenteuer des Stählernen, eher skeptisch. Bei “SUPERMAN RETURNS” war es Warner Bros. nicht gelungen, mich mit dem Konzept, den Film an die ersten beiden Filme mit Christopher Reeve anzuknüpfen, zu überzeugen, zumal man mit der TV-Serie “SMALLVILLE” bereits die Weichen zu einem Reboot gestellt hatte.

Weniger skeptisch war ich dann, als ich erfuhr, dass der neue Film tatsächlich ein Reboot werden und dieser auch unter dem Mitwirken von Christopher Nolan entstehen sollte, welchem mit seiner DARK KNIGHT – Trilogie meiner Meinung nach bereits ein Meilenstein der Superhelden-Verfilmung gelungen war. Davon etwas beruhigter hielt ich meine Erwartungen dennoch zurück.

Heute war ich nun in dem neuen Film um Superman, dessen Namen im Titel jedoch nicht einmal vorkommt und übrigens auch im Film nicht. In einer Szene möchte Lois Lane ihm den Namen zwar vorschlagen, wird dabei aber unterbrochen.

Der Film bietet eine angepasste, aber moderne Origin des Stählernen, ähnlich, wie es in “BATMAN BEGINS” bei Batman der Fall gewesen war. Auch wenn Zack Snyder hier Regie führte, spürte man deutlich Christopher Nolan’ s Einfluss auf das Werk, der seinerseits für Teile des Drehbuchs und als Produzent verantwortlich zeichnete. Was wir hier zu sehen bekommen ist ein deutlich düsterer Superman. Dem Zuschauer wird in Form von Rückblenden Zeit gegeben, diese Version des Mann aus Stahl kennen zu lernen. Henry Cavill nimmt man den Clark Kent ab, der seine Kräfte als alles andere als einen Segen ansieht und diese zwar für das Gute einsetzen will und kann, dabei aber immer Gefahr läuft, als Außerirdischer entlarvt zu werden. Früh bringt ihm sein Adoptivvater Johnathan Kent (Kevin Costner) bei, seine übermenschlichen Kräfte geheim zu halten. Superman’s irdische Mutter Martha Kent wird von Diane Lane* gespielt.

Beeindruckend war die Anfangssequenz, die die Geburt Kal El’ s zeigt und den Untergang des Planeten Krypton erzählt. Als Jor El konnte Russell Crowe gewonnen werden, der Superman’ s leiblichen Vater als engagierten Wissenschaftler zeigt, der längst mit dem Überleben seines Heimatplaneten abgeschlossen hat und sich entschlossen um die Zukunft seines Sohnes bemüht. Die klassische Herkunftsgeschichte Superman’ s wurde hier mit einigen neuen Elementen und tollen Effekten angereichert, was auch die bereits unzählige Male erzählte Geschichte um die Zerstörung Kryptons frisch wirken lässt.

Skeptisch war ich zunächst auch, als ich las, dass Amy Adams als Lois Lane zu sehen sein wird. Die rothaarige Darstellerin hätte ich vielleicht eher in der Rolle der Lana Lang vermutet. Allerdings gelingt es Amy Adams tatsächlich die Lois Lane in diesem neuen Kontext glaubwürdig darzustellen.

Als großen Gegner setzte man auf General Zod (Michael Shannon). Zwar gab es mit “SUPERMAN II” bereits eine Verfilmung, in der der kryptonische General eine zentrale Rolle spielte, allerdings ist dieser Zod ebenso modern angehaucht, wie der Rest des Franchise, auch, weil die Herangehensweise hier eine komplett andere war, als bei den klassischen Filmen. Die Motive für Zod’s Handeln finden sich alleinig in der Rettung Krypton’ s – oder eben in der Wiederbelebung der kryptonischen Kultur. So ehrenwert seine Ziele auch klingen mögen, die Umsetzung dieser begeht Zod kompromisslos, auch wenn er dabei eine ganze Zivilisation ausrotten muss.

Der Film “MAN OF STEEL” kommt ohne Lex Luthor aus, auch wenn verschiedene Cameos in Form von Lexcorp – Schriftzügen verraten, dass es auch in diesem Superman-Universum einen Lex Luthor geben wird. Meiner Meinung nach war die Entscheidung richtig, Lex Luthor aus diesem Film raus zu halten, denn seit “Superman”, dem ersten Film mit Christopher Reeve, war Lex Luthor mit Ausnahme von “Superman III” omnipräsent auf der Leinwand.

In Laurence Fishburne sehen wir die ebenfalls möglicherweise unerwartete Besetzung von Perry White, allerdings behaupte ich, dass dies die coolste Umsetzung des Daily-Planet-Chefredakteurs schlechthin ist. Der weitere Cast des Daily Planet spielt ebenfalls schon eine Rolle, dessen Charaktere sich langsam entwickeln dürfen.

Alles in allem ist dies ein brillant gelungener Neustart für den Stählernen, der im 75. Lebensjahr Superman’ s nach langer Durststrecke endlich wieder ein würdevolles Leinwandabenteuer für eingefleischte Fans darstellt, aber auch für jene, die Superman noch entdecken wollen. In Sachen Storytelling, aber auch bei Effekten und Action braucht sich dieser Superman-Film im Gegensatz zu seinem letzten “Vorgänger” keineswegs vor der Konkurenz von Marvel zu verstecken, ganz im Gegenteil. Dieser Film setzt Maßstäbe für die bereits angekündigten Teile 2 und 3. Und hörte ich da nicht schon etwas von einer Justice League im “Nolanverse”? Nach diesem Film halte ich dies für durchaus realisierbar …

*In einer früheren Version hatte ich Diane Lane mit Diane Keaton verwechselt.

Kategorien:Angesehen, Kino

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