Rezensionen

Breedstorms gesammelte (Rezensions-) Werke

Seit 2012 habe ich einige Rezensionen erstellt. Hier findet Ihr diese gesammelt. Ausnahme bilden die Bände der Reihe “Before Watchmen”. Diese werden separat gepostet.

Dieser Beitrag enthält Rezensionen zu Sammelbänden folgender Reihen:

Animal Man, Caligula, Sandman präsentiert, Kick-Ass 2, Supergod, Turf, Magdalena, Pinocchio, Die sechs Schüsse von Philadelphia, Charley’s War, Locke & Key, Swamp Thing, Prophet, Venom, Elephantmen, Northlanders, Seelenfresser, Liga der außergewöhnlichen Gentlemen, Danger Girl, Dieb der Diebe, Thor: Der mächtige Rächer, Das Cape, Conan der Barbar, Dial H, Der Heckenritter, Ferals, Smile, Swamp Thing, Star Trek / Legion of Super-Heroes, Dicks, Alicia im wahren Leben, X-Treme X-Men, Bedlam, Justice League Dark, Fatale, Super Crooks, The Evolutionary War

Bitte benutzt die Suchfunktion Eures Browers, wenn Ihr die Rezension bestimmter Serientitel sucht.

Animal Man 1 – Die Jagd

Ende der 80er Jahre war eine deutliche Veränderung durch die amerikanische Comicwelt gegangen. Verantwortlich dafür waren Werke wie Alan Moores Watchmen oder Frank Millers Dark Knight Returns, die die Welt der Superhelden von einer gänzlich neuen Seite zeigten als vorher, und so besonders Erwachsene ansprachen. Grant Morrison wurde damals von DC Comics aufgetragen die Figur Animal Man, die seit den 60ern bestenfalls drittklassig gewesen war, zu erneuern. Auch thematisch wendete sich die Serie Themen wie Tierversuchen, Jagd, vegetarische Ernährung etc. zu, allerdings ohne den mahnenden Zeigefinger.  Die Serie wurde zu einem Meilenstein der Comicliteratur.

Im Rahmen des DC Neustarts wurde nun Jeff Lemire mit der Neuinterpretation beauftragt. Der Autor, der bei seiner erfolgreichen Serie SWEET TOOTH auch gezeichnet hat, ist einer der Shootingstars bei DC, und bei anderen Serien wie Justice Leaque Dark ebenfalls am Start.

Zu Anfang wird durch eine Einleitung von Christian Endres und durch ein Interview mit Animal Man eine schöne Brücke für Neuleser gebaut, damit diese sofort einsteigen können.

Animal Mans Superkraft besteht darin, Fähigkeiten von Tieren in der Nähe zu absorbieren. Ist z.B. ein Vogel in der Nähe, kann er fliegen. Ist ein Fisch vor Ort, kann er unter Wasser atmen. So zeigt sich ein Fähigkeitensammelsurium, daß nur durch die Phantasie des Autors begrenzt wird. Aber auch in seinem Privatleben hat Animal Man alias Buddy Baker alle Hände voll zu tun. Seine Frau und seine beiden Kinder Maxine und Cliff nehmen ihn in Anspruch.

Als nun ein geistig Verwirrter droht, Kinder auf einer Krebsstation umzubringen, schwingt sich Buddy in die Lüfte, um wieder zum Held zu werden. Alles läuft gut, doch dann stellt er fest, daß mit seinen Kräften etwas nicht stimmt. Die Ursache für diese Veränderung ist niemand anderes als seine Tochter Maxine…

Was beginnt wie die üblichen Superheldencomics ist nicht weniger als der Beginn eines neuen Klassikers. Neben Jeff Lemires Autorenfähigkeiten sind die Zeichnungen von Travel Foreman das Aushängeschild der Serie. Verwirren und abstrakt, kühl und energisch, brutal und konsequent – es fehlt das geeignete Word zur Beschreibung. Die verstörenden Horrorvisionen erinneren an die Werke Dalis, gemischt mit Covern von Metalalben wie Seasons in the Abyss oder South of Heaven von Slayer. Auch Erinnerungen an die allerersten Hellblazerausgaben werden wach. Ganz großes Kino!

Auch der Hintergrund der Geschichte, den Lemire stark an die von Alan Moores Interpretation von Swamp Thing angelegt hat, wirkt episch. Swamp Thing, eine Pflanzenkreatur, hat als übergeordneten Avatar bekanntermaßen das Grün, während Animal Man nun in das Rot eintaucht. Ein Crossover mit dem Sumpfding ist also schon in Aussicht. Man darf gespannt sein, ob es auch zu Vernetzung mit anderen Figuren im neuen DC-Universum kommen wird, denn die Serie schlägt voll in die Vertigokerbe.

Fazit:

Eine der besten wenn nicht die beste neue DC-Serie. Zwar noch nicht auf der Ebene des Morrison-Runs aber ganz sicher auf dem Weg dorthin, denn Lemire hat das Zeug dazu, etwas wirklich Großes zu schaffen. Zeichnungen, Plot, Nebenfiguren, Mythos – hier stimmt alles!

Caligula

In den letzten Jahren ist der amerikanische Independent Verlag Avatar Press immer mehr zu einem Verlag für extreme Publikationen geworden. Szenegrößen wie Garth Ennis, Warren Ellis, Mark Millar können hier die Geschichten erzählen, für die Marvel und DC nicht genug Mut haben.

Auch David Lapham, der durch sein grandioses Stray Bullets bekannt wurde und nun für DC und Marvel arbeitet, kann hier ganz anders agieren, als es bei den großen Verlagen möglich wäre. Ihm zur Seite steht der argentinische Zeichner German Nobile, der mit Caligula sein erstes größeres Comicprojekt abliefert.

Lapham hat sich die historische Figur des römischen Kaisers Gaius Caesar Augustus Germanicus herausgesucht. Dieses wurde durch eine plötzliche Wesensveränderung vom gefeierten Herrscher zum bösartigen Tyrannen, der am Ende gar sein Lieblingspferd zu seinem Nachfolger machen wollte. Nach seinem Tode verlieh man ihm den Namen Caligula. Tinto Brass verfilmte 1979 die überlieferte Geschichte.

Doch Lapham wäre nicht Lapham, wenn er eine bloße Nacherzählung vorlegen würde.

37 nach Christus kehrt Junius, Sohn eines Olivenbauern, vom Markt zurück und stellt fest, daß seine gesamte Familie geschändet und getötet wurde, und anschließend nochmals geschändet. Der jüdische Sklave der Familie berichtet ihm sterbend, wer dafür verantwortlich ist. Niemand anderes als Caligula fiel mit seinen Männern ein, und zerstörte mit einem Schlag das Leben von Junius.

Fortan verschreibt er sich der Rache an den Mördern seiner Familie. Doch wie soll der arme Bauernsohn den Kaiser erreichen? Junius begibt sich nach Rom. Der Dekadenz und Verdorbenheit der großen Stadt schockieren ihn, doch der Wunsch nach Vergeltung ist größer. Er schafft es, in den Palast von Caligula vorzudringen. Der Kaiser, dessen Leben eine niemals endende Orgie zu sein scheint, ist gerade abgelenkt, als Junius einen Dolche findet. Doch dann passiert etwas Unerwartetes…

Fazit:

Wer hier anhand des Covers einen Comic mit Ähnlichkeiten zu der TV-Serie Rom erwartet, liegt richtig, aber auch gleichzeitig daneben. Die Serie geht über bloße Rachegeschichten wie z.B. Punisher hinaus. Lapham stellt die Dekadenz, die Verderbtheit, die Sünde, die Perversionen und den Machtmißbrauch exzessiv dar. Schon nach den ersten Seiten ist klar, das hier eine Gewaltdarstellung vorherrscht, wie man es zum Beispiel vom Garth Ennis kennt –  nur in deutlich höherer Schlagzahl. Vergewaltigungen, Inzest, Sodomie –  nicht umsonst ist der Comic erst ab 18 Jahren empfohlen. Die Zeichnungen von German Nobile stellen all das äußerst detailreich dar, und sind anders als die Cover von Jacen Burrows deutlich besser an die dunkle Stimmung der Serie angepaßt.

Interessant ist die Charakterentwicklung des Junius. Daß das Trauma des Anblicks seiner zerstückelten Familie den Jungen verändert war klar, aber Lapham demontiert die Figur getreu dem Motto „Wenn Du in den Abgrund schaust, schaut der Abgrund auch in Dich“.

Sensible Gemüter sollten hier definitiv nicht zugreifen. Wer aber Werke wie Ennis‘ Preacher und Die Chroniken von Wormwood oder Millars The Chosen mag, wird hier eine Menge bösartigen Spaß haben.

Sandman präsentiert: Geschichten über die kleinen Ewigen

In der Reihe SANDMAN PRÄSENTIERT erscheinen Geschichten mit Bezug zu Neil Gaimans Sandman Universum wie z.B. die Miniserien über die Figuren der Serie wie die Hexe Thessaly oder Destiny.

Geschichten über die kleinen Ewigen stellt die Kinderversion der bekannten Ewigen Destiny,     Death, Dream, Destruction, Despair, Desire und Delirium dar. Die Idee kam Jill Thompson durch die Geschichte „Das Parlament der Krähen“ aus Sandman 40, in der Dream, der Lord Gestalter und Death als Kinder dargestellt werden.

Die beiden bislang erschienenen Geschichten sind nun gesammelt in diesen schmucken Hardcoverband erschienen. Es handelt sich dabei nicht um einen Comic, sondern um ein illustriertes Buch im Stil einer Kindergeschichte.

Motor der beiden Geschichten ist Delirium. Zusammen mit ihrem Hund Barnabas macht sich die sprunghafte Prinzessin im ersten Teil des Bandes auf die Suche nach ihrer Schwester Despair, die verschwunden ist. Alle Geschwister werden besucht, und jeder gibt ihr etwas mit, um Despair finden zu können.

Im 2. Teil des Bandes will Delirium erneut ihrer Schwester Despair helfen. Diese ist meistens mürrisch und lächelt nicht. Also organisiert sie ein Party für sie, zu der die anderen Geschwister auch eingeladen sind, denn sie sollen sie mit Geschenken zum lächeln bringen. Wir d der Plan gelingen?

Fazit:

Jill Thompson Zeichnungen versprühen jede Menge Charme und sind sehr niedlich. Viele kleine Details gilt es Seite um Seite zu entdecken, die Anspielungen auf die Serie Sandman enthalten, wie z.B. die Wächter von Dreams Reich, die hier als Fensterbild fungieren . Dabei spielt sie ihre Erfahrung als Kinderbuchautorin (Scary Godmother), aber auch ihr Wissen über das Sandmanuniversum voll aus.

Die Figuren sprachen so viele Fans an, daß es bereits eine Umsetzung als Figuren oder Stoffpuppen  gab.

Im Anhang finden sich dazu ein Bericht, sowie diverse Skizzen und Erläuterungen von Jill, wie ihre Bilder entstehen.

In der Kontinuität ist die Serie jedoch nicht angesiedelt, denn wir wissen, daß Delirium früher als Delight eine ganz andere Wesensdarstellung hatte. Ist das ganze also nur eine von Morpheus Vision, ein Traum? Entscheidet selbst …

Kick-Ass 2 Band 1

Nach dem großen Erfolg des Traum-Kreativteams Romitha Jr. und Millar in die 2. Runde! John Romita Jr. hat die Leser z.B. in unzähligen Spider-Man-Heften oder auch bei World War Hulk mit seinem einzigartigen Zeichenstil erfreut, und Autor Mark Millar versetzte uns mit ‚Wanted‘ oder ‚The Authority‘ in Verzückung. Hier sind nun wieder beide Ausnahmekünstler vereint.

Rückblick: Dave Lizewski ist ein Nerd, wie er im Buche steht, ein junger Peter Parker der Gegenwart. Sein Leben spielt sich zwischen der Schule, Comicheften, seinem verwitweten Vater und Internetpornos ab. Aber anders als bei der bekanntesten Figur Marvels wird er nicht von einer radioaktiven Spinne gebissen, oder stellt plötzlich seine Alien-Herkunft fest, und auch in die Nähe kosmischer Strahlung kommt er erst gar nicht. Das hindert ihn jedoch nicht daran, einen Taucheranzug mit Gesichtsmaske und ein Paar Kampfstöcke zu kaufen, und auf Verbrecherjagd zu gehen. Doch so einfach ist das nicht; das Springen von Dach zu Dach gestaltet sich als schwierig, und um zufällig bei einer Straftat anwesend zu sein, muß man lange suchen. Daß man dabei mit hautengen Klamotten und Gesichtsmaske für einen Perversen gehalten werden kann, macht die Sache nicht einfacher.Als er seine ersten Verbrecher stellen will, wird Dave ordentlich vermöbelt. Nach einem langen Krankenhausaufenthalt inklusive einiger Metallplatten im Kopf zieht es Dave wieder auf die Straße. Zufällig rettet er einen jungen Mann, der von einer Gang in die Mangel genommen wird, wenn auch erneut mit deutlichen Schmerzen. Doch ein Passant hat das ganze aufgezeichnet, und Dave wird über Youtube zum Star und Inspiration für weitere Vigilanten …

Zur Story:

Millar spinnt die Handlungsstränge aus dem ersten Teil konsequent weiter. Während Hit-Girl nach dem Tod ihres Vaters dem Verbrechensjägergeschäft offiziell nicht mehr nachgehen darf, tauchen immer mehr Kostümierte auf. Kick-Ass ist dabei Quell ihrer Inspiration, und so wundert es nicht, daß er eine besondere Einladung erhält. Im Keller eines Hauses wartet sie, die improvisierte Zentrale des ersten Heldenteams der Welt. Darunter sind 2 Ex-Mafiosis, die sich dem Kampf gegen ihre ehemaligen Arbeitgeber verschrieben haben. Als eine Gangsterzuflucht zerstört wird, sorgt das für ein Maß an Aufmerksamkeit, daß so nicht geplant war …

Fazit:

Der Comic beantwortet die Frage eines jeden Fans: Was könnte passieren, wenn ich jetzt einfach los ziehen würde, um ein ein maskierter Held zu werden?

Mark Millars fieser Humor trifft hier wieder ins Schwarze, und wird mit einer Menge Hintergrundwissen zum Thema Superhelden garniert. Bei dem Menge an Gewalt hat Millar noch eine Schippe draufgelegt, und so werden unmerklich Erinnerungen an WANTED wach. Manch einem mag dies zuviel sein, aber oft ist die Realität ist noch grausamer.

Romitha Jr. Beweist mit seinen einzigartigen Zeichnungen, warum er einer der gefragtesten Zeichner der Gegenwart ist.

Schön, daß die Serie nach wie vor gänzlich ohne Metawesen auskommt. Das hier ist Batman ohne Milliarden, ohne Kampfgürtel und Unbesiegbarkeit. Das hier sind richtige Schmerzen, Blut und Knochenbrüche. Das sind Helden, die nicht nur nachts patrouillieren, sondern auch in der Suppenküche helfen, um Obdachlose zu versorgen.

Auf den nächsten Teil bin ich sehr gespannt, denn es wird uns wie jetzt schon angedeutet ein apokalyptischer Endkampf erwarten, und vorallem freue ich mich auf die Hintergründe zu Daves Heldenkollegen; da liegt noch einiges im Dunkeln.

Die größte Frage von allen jedoch ist: Hätte es dieses Ausmaß an Gewalt gegeben, wenn Dave sich nicht in sein Kostüm geschwungen hätte? Kann es eine Reaktion ohne Gegenreaktion mit Konsequenzen geben?

Supergod

Warren Ellis ist ist einer der besten Comicautoren dieses Planeten, wie er z.B. mit Werken wie Planetary oder Transmetropolitan bewiesen hat. Zwar schreibt er auch für DC & Marvel an deren Superhelden, aber am besten gefällt er mir, wenn er frei von Kontinuität und Verlagsgrenzen arbeiten kann. Avatar Press hat ihm diese Möglichkeit eröffnet.

In Supergod hat er sich eine alternative Realität für seine Geschichte ausgesucht, in der im kalten Krieg keine Atombomen geschaffen wurden. Friede, Freude Eierkuchen ist jedoch dennoch nicht angesagt, denn stattdessen gab es ein Wettrüsten mit Superwesen. Wer jedoch nun das Supersoldatenserum und Captain America im Sinn hat, liegt falsch. Hier wurden Überwesen mit unglaublicher Kraft geschaffen, die die Macht haben, die Welt aus den Angeln zu heben. Mit einem Wort: Götter.

Erzählt wird die Handlung von Simon Reddin, einem Wissenschaftler, der in den Trümmern von London sitzt. Die Aussichten sind schlecht, und so betreibt er mit einem Joint im Mundwinkel Ursachenforschung.

Ironie der Geschichte ist, daß Großbritannien das erste Superwesen der Welt hervor gebracht hat. 3 Raumfahrer sind nach dem ersten Weltraumflug mit Pilzspuren aus dem All zurück gekehrt, und zu einem Wesen verschmolzen. In der Annahme, daß die Menschheit noch nicht reif genug für solch eine Entwicklung sei, wurde das Pilzwesen in den Keller eines Bunkers verbannt.

Indien ging einen ganz anderen Weg. Krishna heißt das Wesen, benannt nach einem Gott aus der indischen Mythologie, aber gezüchtet in einem Genlabor, und mit dem implementierten Auftrag, Indien zu retten. Wissenschaftlich genial, aber dem Befehl fehlte es an inhaltlicher Bestimmtheit, denn Krishna begann, einen Großteil der Bevölkerung auszurotten, um der Überbevölkerung Herr zu werden…

Auch andere Nationen haben Überwesen geschaffen, die USA, die Russen, Iran… Die Ergebnisse sind höchst unterschiedlich, und so dauert es nicht lange, bis es zu Konflikten kommt. Wer wird im Kampf der Supergötter obsiegen?

Fazit:

Warren Ellis geht die Metawesenthematik gänzlich anders an als andere. Genüßlich demontiert der Brite dabei Mythen wie z.B. Superman.

Sehr symbolisch ist die Handlung, denn zwar sind hier die Überwesen statt Atombomen erschaffen worden, die Anwendungsgebiete und Schreckensszenarien sind sich aber sehr ähnlich. Durch die Erzählerperspektive des Wissenschaftlers Reddin bekommt die Chronologie der Ereignisse einen sarkastischen Unterton, der nicht selten in einem der Lieblingsthemen von Ellis mündet: Der Religionskritik. Meine favorisierte Szene in dem Comic ist daher die Stelle, in der das Pilzwesen über Religion philosophiert, und anhand eines einfachen Beispiels mit einem Äffchen, das einen interessant geformten Stock findet und verehrt, darstellt, was Religionen sind und was sie auslösen. Fabelhaft!

Manch einem wird die Geschichte zu düster, zu schwarz, zu aussichtslos vorkommen. Meiner Meinung nach hatte Ellis gar keine andere Möglichkeit bei der Thematik; Doctor Manhattan von den Watchmen läßt nicht nur farblich grüßen. Der Band ist in sich abgeschlossen, enthält alle Cover der US-Ausgaben und wurde wie mittlerweile bei Panini üblich im schicken Klapp-Broschur umgesetzt.

Turf

Crime Noir ist hip. Geschichten über Detektive, Gangster und Polizisten in den USA der 20er-30er Jahre gibt es viele, und nicht nur Marvel hat mit seiner Reihe Marvel Noir den Trend erkannt. Image Comics stellt mit Turf eine Version des Genres da, die nicht alltäglich ist.

Es beginnt klassisch im New York des Jahres 1929. Alkohol ist seit den Prohibitionsgesetzen verboten, aber die Stadt die niemals schläft dürstet nach Unterhaltung und vor allem Alkohol.

Eine gute Einnahmemöglichkeit für die Mafia und andere kriminelle Vereinigungen, und natürlich auch für bestechliche Cops, die das Treiben tolerieren. Leben und sterben lassen lautet die Devise, denn gegnerische Gangs, die ein Stück vom Kuchen haben wollen, werden eliminiert, und loyale Staatsdiener mundtot gemacht.

Doch dann betritt ein neuer Spieler des Feld. Die Familie Dragonmir ist aus dem dunklen Osten Europas angetreten, um den anderen Verbrechern das Fürchten zu lehren. Nachdem eine alte Villa von den ehemaligen Bewohnern befreit wurde, schlägt die Familie los gegen den Rest des Big Apple. Dabei hat sie einen unfairen Vorteil: die Rumänen sind nichts anderes als Vampire. Zwar sind sie nicht unsterblich, aber verdammt schwer umzubringen, wie die Konkurrenz bald erfahren muß.

Das Reporterteam Susie und Dale sind den Morden auf der Spur, doch die Polizei ist zum Wegsehen verdammt. Die Blutsauger indes sind mit aus Kanada importierten Blutkonserven nicht zufrieden, und legen sich einen Vorrat an Prostituierten an, die bei Bedarf zum Fressen gern gehabt werden.

Eddie Falco, ein Gangsterboss wie er im Buche steht, macht auf der Flucht vor der neuen Konkurrenz eine unglaubliche Entdeckung. In den Trümmern eines Raumschiffs findet er einen hünenhaften, bis an die Szene bewaffneten Außerirdischen. Kann der Mafiosi ihn für seine Zwecke nutzen?

Fazit:

Autor Jonathan Ross ist im Comicgeschäft zwar neu, aber als Moderator für Talkshows in Großbritannien sehr bekannt. Doch in ihm brennt ein Fanherz; er hat eine große Comicsammlung nebst Originalseiten. Dieser Konsum hat sich offenbar positiv ausgewirkt, denn er hat hier mit seinem Konzept Gangster vs. Vampire vs. Aliens ein interessantes Erstlingswerk vorgelegt, welches selbst Szenegröße Neil Gaiman Bewunderung abverlangt hat.

Tommy Lee Edwards, der schon diverse Comics gezeichnet und Designs für Videospiele und Filme entwickelt hat, bringt die düstere, unwirkliche Geschichte zeichnerisch authentisch aufs Papier. Man fühlt sich an Alex Maleev bei Daredevil erinnert, speziell bei den Zeichnungen, die die Straßen New Yorks darstellen.

Dies ist auch kein Comic, den man eben so durchblättern kann. Der Text und die damit verbundenen Rückschlüsse, die der Leser zum Verständnis ziehen muß, machen  den Band zu einem leserischen Erlebnis, das eher Ähnlichkeiten mit einem Buch als mit dem Standard US-Comic hat.

Die Möglichkeiten für eine Fortsetzung sind durchaus gegeben, und ich bin sicher, daß wir noch viel von Jonathan Ross lesen werden.

Magdalena 2: Das eine, wahre Kreuz

Das Top Cow Universum besteht nicht nur aus der Witchblade und Darkness. Die einstige Nebenfigur Magdalena, die das erste mal 1998 in The Darkness 15 auftauchte, ist die Allzweckwaffe des Vatikans. Egal, ob es gegen Teufel, Geister oder Dämonen geht, die Kämpferin muß gegen alle bestehen. Möglich macht dies ihre Blutlinie, denn es handelt es sich um die weiblichen Nachkommen von Jesus Christus und Maria Magdalena. Kein Wunder also, daß die katholische Kirche dieses Geheimnis streng hütet. Bewaffnet mit dem Speer der Schicksals, also der Lanze des Longinus, des Legionärs also, der Jesus am Kreuz in die Seite stach, geht die Schöne gegen die Ausgeburten der Hölle vor.

Die aktuelle und damit 3. bekannte Magdalena ist Patience, die zusammen mit ihrem Mentor Kristof, einem Ritter vom Malteser Orden, zwar nicht mehr für, aber mit der Kirche kämpft.

Im letzten Band hat sich Patience zumindest wieder der Kirche angenähert, aber noch ist ihr Mißtrauen groß.

Wie die erste Geschichte im Band „Sisters“ zeigt, ist dies auch berechtigt, denn eine 2. Magdalena taucht plötzlich im Leben von Patience auf, und schafft es, ihr den Speer des Schicksals zu entreißen. Handelt es sich, wie der Name der Geschichte suggeriert, wirklich um Schwestern? Und wer steckt dahinter?

Neben dem Speer des Schicksals gibt es in der katholischen Kirche noch eine Vielzahl von Reliquien, die in Gotteshäusern rund um die Welt ausgestellt sind. Für die heimkehrenden Kreuzritter waren diese Gegenstände ein gutes Einkommen, und auch für die Städte, die die Reliquien in ihren Kirchen ausstellte, war ein regelmäßiges Einkommen durch Pilger gesichert. Der Großteil waren natürlich Fälschungen.

Sehr beliebt waren auch Splitter des Kreuzes, an dem Jesus hingerichtet wurde. Als in Mexiko ein solcher auftaucht, sollen Kristof und Patience die Echtheit überprüfen, doch ein Sammler hat bereits Söldner beauftragt, den Splitter zu stehlen. Können die Diener der Kirche dies verhindern?

Fazit:

Autor Ron Marz ist bei Top Cow ein alter Hase. Das er hier Witchblade eine Gastauftritt beschert, kommt nicht von ungefähr, schließlich hat er auch diese Serie lange Zeit geschrieben. Als Zeichner hat er sich diesmal Keu Cha und Jake Crippen sowie Nelson Blake II und David Marquez ins Boot geholt. Dabei gefallen mir letztere beiden besser bei „Das eine, wahre Kreuz“ als Cha und Crippen bei „Sisters“, den der gradlinige, unverwaschene Stil paßt für mich eher zur aktuellen Magdalena, die mehr Kampfkraft als Mystizismus ausstrahlt.

Die Geschichte ist ist ohne Vorkenntnisse verständlich, und durch die Reliqiensuche und die unterschiedlichen Schauplätze rund um die Welt gibt es Parallelen zu Indiana Jones & Co.

Schön, daß Panini den Band so rasch nach der Veröffentlichung des letzten US-Heft gebracht hat!

Pinocchio

Ein wahrer Prachtband ist Pinocchio von Winshluss beim Avant Verlag geworden. Der fast 200 Seiten umfassende großformatige Hardcoverband mit dem Cover mit Silberfarbe kann sich von der Qualität her mit Bänden wie Dietrich von Bern und Roland, Ritter Ungestüm von Cross Cult messen. Dazu trägt auch das dicke Papier und die großartige Farbgebung bei. Ein Schmuckstück!

Wer sich jedoch vorher nicht informiert, dürfte jedoch vom Inhalt überrascht sein, denn Winshluss hat hier das Original sehr frei interpretiert.

Gepetto ist hier Diplom Erfinder, und stellt den kleinen Pinocchio als Kampfmaschine für das Militär her. So unscheinbar und niedlich der Kleine aussehen mag, er ist doch mit diversen Waffensystemem ausgestattet. Das muß auch die Frau Gepettos herausfinden, als sie den Roboter kurzerhand für ihre privaten Zwecke umfunktionieren will. Mangels primärer Geschlechtsmerkmale wird dazu kurzerhand die Nase des Unschuldigen umfunktioniert. Leider aktiviert sich dabei der Flammenwerfer, und beendet das Leben der zeigefreudigen Dame.

Während Gepetto beim Militär für seine Erfindung wirbt, begibt sich Pinocchio auf eine Suche nach sich selbst und dem Sinn des Lebens.

Fazit:

Echt abgefahren was hier abgeht. Makaber, bitterbös und sarkastisch ist die Handlung, und gerade deswegen regt sie zum Nachdenken an. Das Medium Comic wird voll ausgereizt, und viele unterschiedliche Stile prägen den knallbunten Band. Nur wenn Jiminy die Wanze auftritt, werden dessen Erlebnisse als schwarz-weiß Strip dargestellt. Bei der finsteren Handlung werden diverse Spashpages im Stil von Disney eingebaut, die dann komplett als Stilbruch wirken, aber die optisch schönes Seite des Grauens darstellen.

Ein fieser Spaß!

Die sechs Schüsse von Philadelphia

Bei dem Titel des Bandes hätte ich eigentlich mit einem Comic zu einem Amoklauf in den  USA gerechnet. Tatsächlich handelt es sich jedoch um eine Geschichte, die in der DDR in den frühen 80ern angesiedelt ist. Denn Philadelphia  ist ein Ort mit nur wenigen Einwohnern im Nirgendwo, nahe einer sowjetischen Kaserne. Als 4 Kinder bzw. Jugendliche in einem Geheimfach der Oma die im Krieg erbeutete Pistole ihres Großvaters finden, muß diese natürlich ausprobiert werden. Ganze 6 Kugeln sind dabei …

Fazit:

Der Künstler Ulrich Scheel hat bislang mehrere Comics in Frankreich herausgebracht, und arbeitet auch als Fotograf. Panel und Sprechblasen benutzt er nicht, sondern eher größere Zeichnungen mit Textpassagen, was aber sehr gut funktioniert. Es handelt sich hierbei nicht um ein autobiographisches Werk, aber der in Ost-Berlin geborene Scheel transportiert natürlich viel von den Erfahrungen seiner Kindheit in der DDR.

Dabei entsteht aber keine verklärte Ostalgie, sondern Thema ist der Umgang von Kindern mit Waffen, Tod und Sexualität.

Ein interessantes Werk, was bei der Vielzahl von Graphic Novels derzeit leider zu wenig Beachtung fand.

Charley’s War (Vol. 2): 1 August – 17 October 1916

Die Serie Charley’s War erschien zwischen 1979 und 1985 in dem Magazin Battle Picture Weekly, und beschreibt die Erlebnisse des britischen Soldaten Charley Bourne im 1. Weltkrieg. Nachdem er bei der Musterung ein falsches Alter angibt, verschlägt es den 16jährigen direkt an die Front. Im Grabenkrieg ist jeder Tag ein Kampf ums Überleben; zwischen Artilleriefeuer und Maschinengewehrkugeln muß der Junge gegen die Deutschen, aber auch gegen die eigenen Kameraden bestehen.
Charleys Vorgesetzter Snell war an einen anderen Frontabschnitt versetzt worden, doch durch seine Boshaftigkeit und seinen Egoismus wird Charleys Einheit nahezu eliminiert. Aber auch Charleys neuer Offizier bekommt eine schlimmere Behandlung aus den eigenen Reihen als von den deutschen Soldaten. Als er in einer ausweglosen Situation den Rückzug befielt, wird er von Seargant Beacon von der Militärpolizei „diszipliniert“…

Außerdem wird eine Erfindung vorgestellt, die das Angesicht des Krieges für immer verändern sollte: Der Mark I, der erste Panzer!

Zusätzlich enthalten ist der erste Teil der Geschichte um die „Judgement Troopers, eine Eliteeinheit, die den Briten an der Westfront einheizen soll.

Fazit:

Ein wirklich guter Kriegscomic, der den 1. Weltkrieg in allen Facetten beleuchtet. Im Gegensatz zu den sehr patriotischen Comics aus den USA beleuchtet 2000AD-Legende Pat Mills (Slaine, Punischer 2099 uvm.) auch Verbrechen und Untaten in den eigenen Reihen, symbolisiert durch Snell oder Seargant Beacon,  gegen die der deutsche Gegenspieler Zeiss fast freundlich wirkt.

Hier wird nicht mit Kritik an der Führung gespart.

Auch die Grausamkeiten des Krieges werden deutlich vor Augen geführt, z.B. die Metallspliter, die innerhalb der ersten Panzer herumflogen, wenn von außen auf die Metallplatten geschossen wurde. Die schwarzweißen Zeichnungen von Joe Colquhoun sind detailliert, und man merkt seine Recherchen bzgl. Uniformen und Kriegsgerät deutlich.Trotzdem wirken sie niemals statisch. Zusätzlich bietet der großformatigen Hardcoverband mit Schutzumschlag noch Erläuterungen zum 1. Weltkrieg und Anmerkungen des Autors und einen Artikel von Garth Ennis.

Locke & Key 5: Uhrwerke

Familie Locke gehört das Keyhouse, ein Landhaus in Lovecraft, Massachusetts . Der Vater der Bilderbuchfamilie, ein Lehrer, wird gleich im ersten Kapitel in seinem Wohnhaus von einem scheinbar verrückten Schüler umgebracht, weswegen sich die Mutter mit ihren Kindern Tyler, Kinsey und Bode in das Keyhouse zurück zieht.

Nun muß die Familie mit dem Tod des Vaters fertig werden, doch merkwürdige Dinge ereignen sich auf dem Grundstück. So findet der kleinste Sohn Bode eine Tür, die ihn körperlos werden läßt, sobald er sie durchschreitet. Und was lebt dort in dem alten Brunnen, und spricht zu Bode?

Schnell stellte sich heraus, daß ein böses Lebewesen Besitz von verschiedenen, im Haus versteckten Schlüsseln ergreifen will, die alle magische Fähigkeiten haben. Es gibt Schlüssel, mit denen man an jeden Ort der Welt reisen kann, wenn man sich das Ziel nur vorstellen kann, ein anderer verwandelt die Hautfarbe oder das Geschlecht, wieder ein anderer läßt einen förmlich in den Kopf der Menschen sehen, wo man Gedanken und Erinnerungen heraus oder herein nehmen kann. Die Möglichkeiten sind schier unendlich.

Bald stellt sich für den Leser heraus, daß Zack, ein Junge der schon mit dem getöteten Vater in den 80ern befreundet war, für das Unheil verantwortlich ist. Doch die Familie ahnt nichts davon, und freundet sich sogar mit dem Übeltäter an. So werden Geheimnisse mit Zack geteilt, während er die Geschwister in anderen Formen angreift.

Im vorliegenden Band gibt es endlich Antworten auf viele offenen Fragen. So gibt es einen Rückblick in die Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs und die Ursprünge des Keyhouse, aber auch Einblicke in die 1980er, in denen der nun getötete Vater der Familie mit „Zack“, der damals unter der Namen Lucas bekannt war, sehr gut befreundet war. Die beiden und ihre Freunde experimentierten viel mit den Schlüsseln, die in dem Landsitz zu finden waren. Tyler und Kinsey erkunden dies mit Hilfe des Zeitschlüssels, der sie körperlos in die Vergangenheit reisen läßt, um diese zu beobachten. Doch Zack hat es geschafft, den Körper des kleinen Bode zu übernehmen …

Fazit:

Autor Joe Hill hat hier eine spannende Geschichte erschaffen, auf deren Finale im nächsten Band ich wirklich gespannt bin wie ein Flitzebogen. Man merkt, daß Joe Hill die Gene seines Vaters Stephen King in sich trägt, gerade der Spannungsaufbau erinnert sehr an den King des Horrors, ebenso wie verschiedene Stilelemente (das Landhaus in Neuengland, der verrückte Mörder, zum dem eine Stimme spricht). Ganz der Vater. Und das im besten Sinne.

Bemerkenswert ist auch die Kreativität, mit der die Schlüssel eingesetzt werden und so eine Handlung schaffen, die immer wieder aufs Neue verblüfft. Dachte ich nach dem ersten Band noch, die Handlung voraus ahnen zu können, wurde ich schnell eines besseren belehrt.

Das Keyhouse erinnert nicht von ungefähr an das Haus von Stephen King in Bangor Maine, und auch die Konstellation mit 2 Geschwistern ist Joseph Hillstrom King, wie Joe Hill mit bürgerlichen Namen heißt, nicht fremd, schließlich ist er mit seinen Geschwistern Naomi und Owen herangewachsen. Gerade die Geschwister wirken so dreidimensional, und wachsen dem Leser ans Herz,  auch wegen ihrer kleinen und größeren Fehler. Gabriel Rodriguez Stil erinnert leicht an Humberto Ramos, gepaart mit der Intensität der Blicke von Steve Dillon, und kommt fast etwas zu nett mit den einzelnen Figuren rüber, was aber dazu führt, daß plötzliche, erschreckende Vorgänge noch mehr wirken.

Es ist schon überraschend, wie virtuos das junge Kreativtiv das Medium Comic mit allen seinen Facetten beherrscht und nutzt.

Locke & Key ist definitiv die derzeit beste IDW-Serie, und gleichzeitig die Serie, deren Fortsetzung ich am meisten herbei sehne.

Swamp Thing 1

Der aktuelle Comicmarkt ist voller Graphic Novels und Comics, die rein für Erwachsene geschrieben wurden. Das war nicht immer so.

Ende der 80er Jahre war eine deutliche Veränderung durch die amerikanische Comicwelt gegangen. Verantwortlich dafür waren Werke wie Alan Moores Watchmen oder Frank Millers Dark Knight Returns, die die Welt der Superhelden von einer gänzlich neuen Seite zeigten als vorher, und so besonders Erwachsene ansprachen. Grant Morrison Animal Man schwamm ebenso in diesem Fahrwasser, doch bereits 1984 war  es Alan Moores Swamp Thing, der richtungsweisend Comics für Erwachsene interessant gemacht hatte. Moore hat aus Len Weins und Bernie Whrightsons Kreatur ein komplexes, atmendes Wesen, zusammengehalten von Schlamm und Poesie gemacht, was die Fans auch heute noch begeistert. Jener Run von Alan Moore ist ein zeitloses Meisterwerk, und soll demnächst von Panini Comics gesammelt erscheinen.

Im Rahmen des DC Neustarts wurde nun Scott Snyder mit der Neuinterpretation des Sumpfdings beauftragt. Der Autor, der den meisten von American Vampire und Marvel Noir: Iron Man bekannt sein dürfte, ist einer der Shootingstars bei DC, und als Autor von Batman ebenfalls am Start. Zu Anfang wird durch eine Einleitung von Christian Endres eine schöne Brücke für Neuleser gebaut, damit diese sofort einsteigen können.

Eigentlich war Swamp Thing eine Figur, die bei DC’s Label Vertigo erschien. Doch genau wie Animal Man und anderer wurden diese Figuren nun wieder in die DC-Kontinuität zurück geholt. Swamp Thing kam, wie viele andere, in Brightest Day von den Toten zurück.

Dies wird auch gleich im ersten Kapitel der neuen Serie deutlich. Superman tritt auf, ein Geschehnis, was lange Zeit in Swamp Thing nicht möglich gewesen wäre. Der Mann aus Stahl ist alarmiert, denn plötzlich fallen tote Vögel vom Himmel, und Aquaman registriert großes Fischsterben in den Ozeanen. Etwas liegt in der Luft, und es riecht nach Verwesung.

Alec Holland, ehemals Swamp Thing, will von all dem freilich nichts wissen. Er hat genug mit sich selbst zu tun und hadert mit seinem Schicksal. Ist er noch oder wieder Swamp Thing? Ist er noch der Alec Holland, der er einst war? Doch auch er fällt in den Sog dessen, der für die toten Tiere und wandelnde Leichen verantwortlich ist. Nur eine kann ihn retten: Abby Caible, seine einstige Liebe aus einer anderen Zeit und einem anderem Universum. Gemeinsam machen sie sich auf, gegen die Fäule zu kämpfen. Doch Abby hat ein düsteres Geheimnis…

Fazit:

Der Hintergrund der Geschichte, den Snyder stark an die von Alan Moores Interpretation von Swamp Thing angelegt hat, wirkt episch und nutzt viele von Moores Ideen wie z.B. das Parlament der Bäume. Swamp Thing, eine Pflanzenkreatur, hat als übergeordneten Avatar bekanntermaßen das Grün (Pflanzenwelt), während Jeff Lemires Animal Man nun für das Rot (Tierwelt) steht. Ein Crossover mit den beiden ist also schon in Aussicht, zumal beide Figuren derzeit gegen die Fäule kämpfen müssen. Man darf gespannt sein, ob es auch zu Vernetzung mit anderen Figuren im neuen DC-Universum kommen wird.

Die Zeichner Yanick Paquette, Marco Rudy und Victor Ibanez bereiten der Serie durch die gegensätzlichen Welten (das Grün mit seinen vielen Blumen und Pflanzen, die Fäule mit den blutigen, verottenden Leichen) eine solide Grundlage. Zwar ist Snyders Swamp Thing noch nicht auf dem Level des Moore-Runs aber auf dem Weg dorthin, denn Scott Snyder hat das Zeug dazu, eine wirklich gute Horrorserie zu schaffen.

Das Sumpfding ist wieder im DC Universum angekommen!

Prophet 1 – Remission

Die Anfänge von Image Comics waren holprig. Viele für die Zeit moderne Zeichnungen, aber wenig erzählerische Tiefe. Dies galt auch für Prophet, eine Schöpfung von Rob Liefeld, meist aber gezeichnet von Stephen Platt. Nach 20 Ausgaben war Schluß, die Leser hatten genug von dem Konzept Schulterpolster und dicke Wummen.

Daher war ich überrascht, das diese Serie fortgeführt werden soll, denn Image Comics hatte aus den Fehlern gelernt und jede Menge großartige Serien wie Invincible, The Walking Dead oder Morning Glories auf den Markt gebracht. Warum also eine schlechte Serie aufwärmen?

Doch die Stimmen im Internet wurden nicht leiser. Prophet sei gut. Meine Neugier war geweckt, und bei einem Preis von 9.99$ für das Trade (Inhalt #21-26) riskierte ich einen Blick.

Vorweg genommen: Prophet ist gut. Das liegt daran, daß ein Schnitt gemacht wurde, und man nicht auf Vorwissen aus den 20 Vorgängerbänden angewiesen ist.

John Prophet erwacht in einer fernen Zukunft aus dem Kriyoschlaf. Seine Kapsel bohrt sich seinen Weg an die Erdoberfläche, doch die gute alte Erde hat sich massiv verändert. Viele verschiedene Alienrassen bevölkern die Welt, auf der keine Menschen mehr existieren. Doch John Auftrag lautet, die Türme von Thauilu Vah zu erklimmen, um das Erden Imperium wieder neu zu erschaffen.

Dabei trifft er auf die skurrilsten Aliens, und nicht selten findet er sich im Kampf mit ihnen wieder. Das Techlevel ist niedrig angesetzt, so daß er seine Lieblingswaffe, ein modifiziertes Messer, reichlich einsetzen kann. Trotzdem ist Prophet kein reiner Kampfcomic. Autor Brandon Graham und seine Mitstreiter haben viele kreative, angefahrene Ideen entwickelt, die die Welt interessanter und tiefgründiger machen.

Fazit:

Conan als Weltraumoper –  so wird die Serie oft charakterisiert. Dies trifft nur zum Teil zu, was an den Zeichnungen von Simon Roy  (#1-3) liegt, die stark an Moebius‘ Arzach erinnern. Auch bei Moebius herrschte diese besondere Stimmung vor: ein Fremder im fremden Land – hier ist der Weg das Ziel, und er ist gepflaster mit Tentakeln, Schleim und den Wracks der Kriegsmaschinen vergangener Jahrhunderte. Eye of all!

Venom 3: Road Trip

Spider-Island ist vorbei, und einer Schlüsselfiguren der Serie war Flash Thompson mit seinem Symbionten. Doch es hat sich auch gezeigt, daß Fash den Alien immer schlechter kontrollieren kann, speziell wenn er wütend wird. Zu allem Überfluß wird er nun noch vom Crime-Master bzw. seinem Lakai, dem neuen Jack O’Lantern, erpresst. Für diese sinistren Gestalten soll er einen Spezialauftrag in Las Vegas übernehmen, andernfalls drohen die Schurken, seine Familie und Freunde anzugreifen.

Erschwerend kommt hinzu, daß auch die Regierung festgestellt hat, daß Venom die Kontrolle verlieren kann. Deswegen soll das Projekt eingestellt werden, und der Symbiont zurück in die Isolierung. Doch Flash kann dies nicht zulassen, denn die Leben von Freundin Betty und seiner Familie sind in Gefahr. Doch als er fliehen will, stellt sich im Captain America entgegen.

Außerdem im Band: Spectacular Spider-Man 1000, in dem Flash noch Trainer einer Footballmannschaft ist. Dabei gerät er zwischen die Fronten von Spider-Man, dem Punisher und der Drogenmafia …

Fazit:

Für mich ist die neue Venom-Serie von Rick Remender immer noch eine der besten aktuellen Marvelserien. Flash „Eugene“ Thompson wurde aus den Reihen der Nebenfiguren zu einem Hauptakteur, wie zuletzt bei Spider-Island gesehen. Der einstige Soldat, der seine Beine im Irak verloren hat, kommt in der neuen, militärischen Interpretation des Kostüms glaubhaft rüber, und man kann jederzeit sehen, ob gerade Flash oder der Symbiont am Steuer sitzen. Ist Letzteres der Fall, zeigt sich das Kostüm wieder blutrünstig wie eh und je.

Auch die innere Zerrissenheit Flashs zwischen militärischer Pflicht und Heldentum auf der einen Seite und Verpflichtung seiner Familie gegenüber ist deutlich spürbar.

Die Charakterisierung ist dabei sehr glaubhaft. Viele Wandlungen im Leben von Flash (Schläger, Footballheld, Alkoholiker, Soldat…) werden wie Teile eines Puzzles zusammengefügt.

Eine gute Entscheidung also, Spectacular Spider-Man 1000 mit ins Heft zu nehmen. Mit der neuen Venomserie sind für mich auch ältere Geschichten mit Flash interessant geworden, wie sie z.B. in der Serie „Im Netz von Spider-Man“ erschienen sind. Auch in diesem Heft hat Flash einen zur Charakterisierung passenden Auftritt.

Jack O’Lantern war für mich niemals eine spannende Figur, sondern nur ein Kobold-Abklatsch mit Kürbiskopf. Der neue Mann im Kostüm jedoch ist ein verrückter Mörder, zudem noch durch Venom entstellt, und genau daß macht ihn interessant – morbide aber wahr.

Beide Zeichner, Lan Medina und Stefano Caselli, machen einen guten Job bei Venom, wobei mir Medina einen Tick besser gefällt. Glücklicherweise soll dieser demnächst Stammzeichner bei Venom werden.

Remender hat zudem einen alten, vergessenen geglaubten Faden im Symbiontenuniversum wieder aufgenommen (mehr wird nicht verraten), schon dafür gebührt ihm großes Lob. Mit ihm als Autor hat Flash die Chance, Eddie Brock zu toppen!

Elephantmen Volume 03: Dangerous Liaisons

Elephantmen sind der Überbegriff für sog. Tiermenschen, eine genetische Symbiose zwischen Tier und Mensch. Natürlich wurden diese von einem irren Wissenschaftler geschaffen und trainiert, um als Kampfmaschinen im Krieg zu dienen. Elefanten, Krokodile, Nilpferde, Nashörner.. was einen Killerinstinkt hatte, wurde mit menschlichen Genen verbunden. Doch die UNO befreite die Wesen, und seit dem versucht die Gesellschaft diese Experimente zu vergessen, und die Elephantmen zu ignorieren.
„Dangerous Liaisons“ enthält die die Heftausgaben 16-23. Ein Auftragsmörder ist unterwegs, und tötet unerkannt in LA Elephantman. Es sind nicht bekannte Vertreter wie Hip Flask, Ebony Hide und Obadiah Horn die daran glauben müssen, sondern unbekannte, die nicht so gut in die Gesellschaft integriert sind.

Aber auch alte, totgeglaubte Gegner treten aus dem Dunkel, und sorgen für viel Ärger

Außerdem wird der Hass zwischen Sahara und Serengeti mit einer Rückblende erläutert.

Fazit:

Richard Starkings hat in den letzten Bänden viel dafür getan, die Figuren einzuführen, und die Hintergründe der Elephantmen zu erklären. Weiterhin wurden Nebenfiguren in Position gebracht, die man als Leser schnell ins Herz schließen kann. Nun aber läßt er es richtig krachen! Die Serie kann man sich sehr gut als Blockbuster vorstellen.

Das Artwork ist erneut auf hohem Niveau. Neben Moritat und anderen alten Bekannten hat hier auch Greg Capullo einen Beitrag geleistet. Mit 280 Seiten fällt der Band etwas schmaler aus als die Vorgänger, der Bonusteil mit vielen Skizzen und vielen Infos über die Entstehung des Bandes rechtfertigen jedoch den Preis.

Northlanders 7: Die Island Trilogie

Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Eine Regel, die im Comicgeschäft leider viel zu selten beherzigt wird. Wenn eine Serie erfolgreich ist, so wird die Kuh oft so lange gemolken, bis sie tot ist. Glücklicherweise ist Brian Wood ein anderes Kaliber. Uns so beendet er mit diesem Band die Serie Northlanders mit einem ruhmreichen Finale.

Klirrende Schwerter, brechende Knochen, Drachenboote, die aus dem Morgennebel hervor stoßen… das alles erwartet man von einer Serie über Wikinger. Doch schon im ersten Band hat Wood die Leser mit Sven überrascht, einem Wikinger, der durch seine Reisen kultivierter wurde als sein Stammesangehörigen in der Heimat, und so anders war als die Klischees. Es folgten viele Geschichten, die stets abwechslungsreich den Fokus auf die Wikingerthematik richtete, teilweise sogar aus der Opferperspektive, und geographisch über ganz Europa verteilt waren.

Doch das Wichtigste ist, daß DMZ-Autor Brian Wood  die Nordmänner glaubhaft und  tiefgründig charakterisiert, und nicht nur als platte Actionfiguren mit gehörnten Helmen.

In der Island-Trilogie wird die Geschichte der fernen Insel von der Besiedelung bis ins Mittelalter berichtet. Die Geschichte zieht sich über 12 Generationen hin.

Die ersten Siedler auf der Insel waren vorwiegend Norweger, die aufgrund ungeliebter politischer Konstellationen lieber auf die karge Insel zogen, als in der fremd gewordenen Heimat zu bleiben, wo der König seine Untertanen auspreßte.

Zu ihnen gehört auch die Familie Hauksson. Durch kurz nachdem sie sich niedergelassen haben, werden sie von einer anderen Familie, den Belgarssons, angegriffen. Um ihr Land zu behalten, müssen sie sich verteidigen. Der Beginn einer Fehde, die noch Jahrhunderte andauern sollte.

Einige Generationen später kommt zu dem Kampf unter den Familienclans noch ein weiterer Faktor hinzu – die Religion. Das Christentum expandiert, und will die heidnischen Bewohner vom Island zu Christentum zwingen. Doch wieder ist es jemand aus der Familie Hauksson, der sich dem fremden Bekehrern entgegenstellt.

Mehr als 200 Jahre danach ist es ruhiger geworden auf der Insel, doch ein junger Hauksson dürstet nach den Ruhmestaten, die von seinen Vorfahren überliefert wurden. Alles was er dazu braucht, ist ein weiterer Kampf zwischen den Clans. Doch dazu muß er erst seinen Vater loswerden.

Fazit:

Wood bringt dem Leser die Geschichte Islands anhand des Clans der Haukssons nahe. Von der Besiedelung zur Christianisierung, und zum drohenden Rückfall zurück unter das Joch der norwegischen Krone durch Generationen von wilden Menschen mit dem festen Willen, für ihre Freiheit und Familie zu kämpfen. Daß es dabei blutig und mörderisch zu Sache geht, versteht sich von selbst. Doch nicht anders kann es in einer Geschichte über dieses raue Land tief im Atlantik sein.

Wie schon in den Vorgängerbänden hat sich Brian Wood für die 3 unterschiedlichen Kapitel auch unterschiedliche Zeichner ins (Drachen-)Boot geholt: Paul Azaceta, Declan Shalvey und Danijel Zezelj. Für die Kontinuität bei den Farben sorgte Dave McCaig, so daß trotz unterschiedlicher Zeichenstile eine gewisse Einheitlichkeit vorherrscht. Für die genialen Cover sorgte wieder Massimo Carnivale.

Die deutsche Ausgabe von Panini ist deutlich hochwertiger als die US-Version (z.B. besseres Papier, Klappbroschur).

Es bleibt auch beim letzten Band dabei: Northlanders ist eine Serie, die komplett ins Regal gehört.

Elephantmen Volume 04: Questionable Things

Elephantmen sind der Überbegriff für sog. Tiermenschen, eine genetische Symbiose zwischen Tier und Mensch. Natürlich wurden diese von einem irren Wissenschaftler geschaffen und trainiert, um als Kampfmaschinen im Krieg zu dienen. Elefanten, Krokodile, Nilpferde, Nashörner.. was einen Killerinstinkt hatte, wurde mit menschlichen Genen verbunden. Doch die UNO befreite die Wesen, doch seitdem versucht die Gesellschaft diese Experimente zu vergessen, und die Elephantmen zu ignorieren.
„Questionable Things“ enthält die die Heftausgaben 24-30.

Der Mörder aus dem letzten Band ist noch nicht gefaßt, aber er dokumentiert seine Tat mit dem abgetrennten Kopf von Tusk, jenem bemitleidenswerten Elephantman mit Hyänenkopf, den er per Kurier an Sahara sendet.

Hip Flask wurde im letzten Band ein Kontrollinstrument in den Hals gerammt, welches ihm wieder zur Killermaschine machte.  Ebony Hide, Miki und andere müssen alles daran setzen, ihn zu stoppen, doch bei dem Versuch wird auch ein Bekannter Mikis verletzt. Angewidert wendet sie sich von Hip Flask ab, für den sie einst Gefühle hegte.

Sahara indes beschließt, Ivory Tower zu verlassen und in die Stadt zu gehen –  was bei ihrem Bekanntheitsgrad als Supermodel und UN-Botschafterin nicht einfach ist. Doch sie hat einen Weg gefunden, den auch ihr Gatte Obadiah Horn nicht kennt…

Außerdem: Neu gezüchtete Elephantmen werden auf L.A. losgelassen, und die Jungs sind hungrig!

Fazit:

Richard Starkings läßt es dieses Mal richtig krachen! Die Serie kann man sich sehr gut als Blockbuster vorstellen. Der Kampf der Elephantmen gegeneinander ist (noch?) nicht so massiv wie beim afrikanisch-chinesischen Krieg, aber gibt schon mal einen guten Vorgeschmack.

Aber auch ruhige Momente sind enthalten. Die Jubiläumsausgabe #25 ist dem menschlichen Charakter Gruenwald gewidmet, und zeigt seine Sicht als „Normalo“ auf die Elephantmen. Jenes Kapietel zeigt jeweils ganzseitige Zeichnungen, die von unterschiedlichen Künstlern gezeichnet wurden. Die Figur ist gänzlich an Mark Gruenwald orientiert, dem Starkings viel verdankt. Neben Moritat und anderen alten Bekannten haben hier auch Tim Sale und Paul Grist einen Beitrag geleistet. Im sehr umfangreichen Anhang bekam jeder der Künstler Raum für Skizzen und Sketche.

Den einen wird’s freuen, andere werden nicht zu Unrecht sagen, ein Drittel des Bandes ist zuviel für einen Bonusteil.

Mein optisches Highlight ist dieses Mal Heft #30, in dem J. Scott Campell (Wildstorm, Marvel) einige klasse Pin-Ups von Miki liefert. Da gehen nicht nur Hip Flask die Augen auf!

Hier gibt es die  einen ganz witzig gemachten Trailer zu der Serie:

http://www.youtube.com/watch?v=Timuuhqg_Qc

Seelenfresser

Schwarwel ist in der deutschen Independentcomic-Szene eine feste Größe. Ob mit SCHWEINEVOGEL oder anderen Werken aus seiner Zeit mit dem Verlag EEE, oder mit neuere Bände wie THE CHOSEN oder HERR ALPTRAUM, Schwarwel hat bewiesen, daß er zu höchst unterschiedlichen Stilen fähig ist. Viele werden seine Zeichnungen aber auch schon gesehen haben ohne es zu wissen, etwa auf dem Plakaten des WITH FULL FORCE FESTIVALS oder auf den Covern der der besten Band der Band, Die Ärzte (aus Berlin!).

Bei dem Leipziger Verlag „Glücklicher Montag“ erscheint seine Serie Seelenfresser. Die einzelnen Seiten des Bandes sind vorab in dem Newsletter eines Leipziger Comicshops veröffentlicht worden.

Schwarwels Ziel war es, wöchentlich eine Seite zu zeichnen. Für die Printversion hat man sich für das Albenformat mit groben, dicken Papier entschieden.

„Seelenfresser“ handelt von den Schicksalen verschiedener Personen, die in einem Ort nahe eines Waldes wohnen. Ein Trucker und seine Freundin, seine Geliebte und weitere Personen, die im Laufe der Handlung dazu kommen. Und dann ist da noch etwas, das im Wald lauert. Zur Handlung möchte ich keine weiteren Worte verlieren, da es hier schon auf den Überraschungsmoment ankommt, wohl aber zum Artwork.

Irgendwo zwischen Charles Burns (Black Hole) und Terry Moore (Strangers in Paradise) lassen sich die Zeichnungen einordnen, die eine dunkle, unheimliche Stimmung verbreiten, und auf dem groben Papier sehr gut wirken. Gerade die detailreichen, ganzseitigen Zeichnungen sind wunderbar anzusehen. Natürlich dürfen auch kleine Hommagen wie z.B. ein Gastauftritt von Schweinevogel als Kuscheltier nicht fehlen. Einen regionalen Bezug gibt es zu einem regelmäßig abgebildeten Monument, welches deutlich an das Völkerschlachtdenkmal erinnert.

Fazit:

Vielversprechende, spannende Horrorserie mit Gänsehautgarantie. Band 1 (Liebe) und Band 2 (Glaube) sind bereits erschienen, und ich kann es kaum erwarten, wie es weiter geht. Dafür sorgen viele offene Fragen, die bislang noch nicht erahnen lassen, wohin die Reise führt. Ist etwas Böses da draußen, oder ist es in uns selbst? Welche Bedeutung hat das Monument? Die Antwort kennt bislang nur Schwarwel …

Elephantmen Volume 05: Devilish Functions

Elephantmen sind der Überbegriff für sog. Tiermenschen, eine genetische Symbiose zwischen Tier und Mensch. Natürlich wurden diese von einem irren Wissenschaftler geschaffen und trainiert, um als Kampfmaschinen im Krieg zu dienen. Elefanten, Krokodile, Nilpferde, Nashörner.. was einen Killerinstinkt hatte, wurde mit menschlichen Genen verbunden. Doch die UNO befreite die Wesen, doch seitdem versucht die Gesellschaft diese Experimente zu vergessen, und die Elephantmen zu ignorieren.
„Devilish Functions“ enthält die die Heftausgaben 31-33, 36-39 sowie den Oneshot MAN AND ELEPHANTMAN. Die Ausgaben 34 und 35 sind im Volume 00 enthalten, welches die Vergangenheit und den Krieg, der alle Kriege beenden sollte, in Europa und Asien beleuchtet.

Noch immer werden Leichen von Elephantmen in ganz L.A. gefunden. Die einen starben durch gezielte Schüsse in den Kopf, andere werden mit vielen Schnittwunden gefunden, wieder andere in der Kloake versenkt.

Hip und Ebony sind auf der Suche nach dem Täter, aber auch andere obskure Morde erfordern ihre Aufmerksamkeit. Ebony wird mit dieser Situation weit weniger gut fertig als Hip, und greift in seiner Verzweiflung zu Drogen.

Sahara indes befindet sich auf dem Buddhismus-Trip, und beschließt sich ihren innigsten Wunsch zu erfüllen – ein gemeinsames Kind, Mischling zwischen Mensch und Elephantman. Doch der Plan ist anders als von Obadiah Horn vermutet …

Fazit:

In diesem Band werden viele der seit Volume 01 bzw. Volume 00 gesponnenen Fäden zusammengeführt und verwoben. Spürbar ist, daß die Subplots lange geplant waren, und nicht spontan eingepflegt wurden.

Zwar werden nicht alle Fragen beantwortet, aber man hat nun doch einen recht eindeutigen Eindruck der Elephantmen-Welt. So wird z.B. erklärt, wie  Obadiah Horn zu einem der reichsten Wesen der Welt werden konnte, während andere Elephantmen in der Gosse liegen.

Richard Starkings Ideen machen viel Spaß. So hat er dieses Mal Homagen an  Fantastic Four #51  „This man, this monster!“ und an Conan eingebaut, und zwar so, daß es zur Handlung paßt. Dieses Freude an anderen Comicserien sieht man auch häufig bei den Covern, die Vorlagen von z.B. Uncanny X-Men nachempfunden sind.

Dieses Anspielungen werden im großen Bonusteil (ca. ein Viertel des Bands) erläutert.

Wer sich eine Mischung aus Blade Runner und Blacksad vorstellen kann, ist bei dieser Pulp/Science-Fiction-Serie gut aufgehoben.

Hier gibt einen Trailer zu der Serie „War Toys“, auf die in diesem Band Bezug genommen wurde:

http://www.youtube.com/watch?v=RYcLfwMCgfY

Liga der außergewöhnlichen Gentlemen: 2009

Es ist vollbracht. Das dritte Volume der Liga der außergewöhnlichen Gentleman ist abgeschlossen, und die Century-Trilogie nach „1910“, 1969“ und „2009“ beendet. Es war ein langer Weg, der uns und die Liga durch das an die Dreigroschenoper angelehnte London am Anfang des 20. Jahrhunderts und durch das psychedelische „Swinging London“ in die harte Gegenwart des Jahres 2009 geführt hat. Die Anzahl der Mitglieder der Liga ist freilich zusammengeschrumpft. Während 1910 noch der Einbrecher A. J. Raffles und der Hellseher Thomas Carnacki mit von der Partie waren, sind nach 100 Jahren nun nur doch die „Unsterblichen“ Wilhelmina „Mina“ Murray, Orlando und der Abenteurer Allan Quatermain aus der ursprünglichen Besetzung übrig. Bislang konnte der reinkarnierende Schwarzmagier Haddo zwar zurückgedrängt werden, aber sein Plan der Schaffung eines Mondkindes (d.h. des Antichristen) steht immer noch. Nachdem Mina 1969 nach dem von Drogen verursachten Psychotrip, bei dem sie Haddo auf der Astralebene bekämpfen konnte, verschwunden war, sind Allan Quatermain und Orlando in ihrer Verzweiflung getrennte Wege gegangen. Orlando, der dazu verdammt ist, in unregelmäßigen Abständen sein Geschlecht zu Wechseln, hat sich in das gestürzt, was er gut kann, und was ihm vertraut ist: Krieg. Auf den Schlachtfeldern der Welt hat der Unsterbliche Tod und Verderben gesät. Doch das ist nun vorbei. Nach einem Nervenzusammenbruch, bei dem er neben dem Feind auch seine ganze Einheit ausgelöscht hat, ist es wieder soweit. Er verwandelt sich nach und nach in eine Frau. Also begibt er sich nach London in die Basis der Liga, doch niemand ist zuhause. Kein Hinweis, was mit Mina oder Allan passiert ist. Plötzlich erscheint der Magier Prospero, der Orlando informiert, daß die Apokalypse unmittelbar bevorsteht. Orlando beschließt, alles auf eine Karte zu setzen. Er wendet sich am dem Geheimdienst ihrer Majestät, doch dessen Leiterin „M“ ist nur schwer davon zu überzeugen, dem unsterblichen Wesen zu helfen. Doch als das Angebot stimmt, erhält Orlando die Information, daß Mina in einer Irrenanstalt lebt – und das seit 40 Jahren. Kann Orlando sie aus ihrer Gefangenschaft in der Psychiatrie befreien? Und wo ist Allan Quatermain?

Fazit:

Wer Alan Moore liest, weiß, daß ihn keine leichte Kost erwartet. Die Werke sind gespickt mit jeder Menge Anspielungen und Anleihen aus Geschichte, Literatur und Musik, dazu meist aus einer sehr britischen Sichtweise. Wer den Anspruch hat, hier alles verstehen zu wollen, wird einen langen Weg vor sich haben. Daher ist es etwas schade, daß in den Bänden der Century Trilogie keine redaktionellen Anmerkungen vorhanden sind. Andererseits macht es Spaß, vieles selbst zu entdecken, zum Beispiel sei hier noch auf die umfangreichen Artikel bei Wikipedia zu dem Thema verwiesen. Wie auch in den anderen Teilen der Trilogie hat Moore Figuren aus britischen Filmen und Büchern verwendet. In diesem Band gibt es Auftritte eines bekannten Doppelnull-Agenten, doch der Schwerpunkt liegt auf dem erfolgreichen britischen Literaturexport Harry Potter. Doch Fans des jungen Zauberers werden sich bei der Interpretation von Allan Moore ungläubig die Augen reiben. Insgesamt läßt der Autor keinen Zweifel daran, was er von unserer modernen Zeit hält: nichts! Besonders fällt dies auf, als Mina nach 40 Jahren geistiger Abwesenheit das London des Jahres 2009 betrachtet, sich an die hoffnungsvollen 60er erinnert und sich fragt, was aus all dem Enthusiasmus geworden ist… Zu den Zeichnungen von Kevin O’Neill braucht man keine Worte mehr zu verlieren. Er ist DER Zeichner der Liga der außergewöhnlichen Gentleman. Punkt. Man kann nur hoffen, daß sich die amerikanischen Rechteinhaber von „The Black Dossier“ einig werden, damit auch jener Band, der 1958 spielt, auch in anderen Ländern außer den USA publiziert werden kann, denn auch in „Black Dossier“ gibt es Querverweise und Anspielungen zur Century-Trilogie.

Danger Girl: Revolver (Dani Books)

Der junge Comicverlag Dani Books machte zunächst mit Veröffentlichungen von Disney-Kultzeicher Don Rosa auf sich aufmerksam. In der Reihe „Don Rosa Classics“ wurden im Oktober 2012 die Bände „The Complete Pertwillaby Papers“ und „The Complete Captain Kentucky“ veröffentlicht. Hinter Dani Books steckt niemand anderes als Jano Rohleder, der den Lesern von Don Rosas Werken  als Übersetzer bei Ehapa und Begleiter von Rosas Signiertouren bekannt ist.

Nun erscheint bei Dani Books die Miniserie „Danger Girl: Revolver“. Die Serie wurde von J. Scott Campbell und Andy Hartnell geschaffen, und geht als Mischung von „3 Engel für Charly“ und „Tomb Raider“ durch. Kurzum: eine spaßige Agentenserie mit jeder Menge Babes.

Die 2 Agentinnen Abbey Chase und Sydney Savage werden von dem ehemaligen Secret Service-Agent Deuce zu brisanten Einsätzen rund um die Welt geschickt. Dabei werden sie von Johnny Barracuda, einem CIA-Agenten und Silicon Valerie, einer Computerspezialistin, unterstützt.

Mehr an Vorwissen braucht man zum Verständnis des Bandes nicht; wer tiefer in die Materie einsteigen will, wird im informativen Vorwort von Björn Steckmeier (Comicladen-Report) fündig.

Die Handlung steigt gleich mitten in einer rasanten Handlung ein. Abbey Chase will sich zum Schein in Venedig mit einem Mafiosi verloben, allerdings nur, um an den Ehering zum kommen, denn dieser hat einen ganz besonderen Wert. Doch dahinter steckt mehr als zunächst gedacht.

Zu einem geheimnisvollen Relikt tief in den entlegensten Gegenden in Südamerika führt die Spur,

Action und Explosionen natürlich inbegriffen. Eine wilde Jagd beginnt…

Fazit:

Danger Girl ist und bleibt ein spannendes und lustiges Popcorn-Comic, auch wenn statt  J. Scott Campbell hier Chris Madden zum Zeichenstift gegriffen hat. Die Serie lebt von den wahnwitzigen Actionszenen und den wohlproportionierten Damen, die für Recht und (Un-)Ordnung sorgen.

Sehr lobenswert ist das redaktionelle Vorwort, das derzeit leider bei vielen vergleichbaren Produkten fehlt. Neben allen regulären Covern der 4 US-Ausgaben wurden auch alle Variantcover abgedruckt, ein Augenschmaus, bei dem auch nochmal  J. Scott Campbell zum Zuge kam.

Ganz dem Zeitgeist entsprechend gibt es den Band auch als E-Comic zum Download auf der Homepage von Danibooks, und bei allen gängigen Anbietern.

Man darf gespannt sein, was Dani Books in Zukunft veröffentlichen wird. Bereits zum Gratis-Comic-Tag kann man sich von der Serie „Monster Allergy“ ein Bild machen, und bei teilnehmende Comicläden ein Gratisheft abholen. Weitere Titel sind wie „Ultra-Duck“ und „Astrum Noctis – Die Abtei der Geheimnisse“, gezeichnet von Sarah Burrini (Das Leben ist kein Ponyhof) sind bereits angekündigt.

Dieb der Diebe

Image Comics hat es in den letzten Jahren geschafft, vom Ruf des Verlags der optisch gute, aber inhaltlich schwache Comics macht, wegzukommen. Wesentlich dazu beigetragen hat Robert Kirkman, der mit seinen Serien The Walking Dead und Invincible den großen Mitbewerbern Marvel und DC das Fürchten lehrte. Und auch Nick Spencer schuf mit Morning Glories eine vielbeachtete, neue Serie. Beide Autoren haben sich nun zusammen getan, um „Dieb der Diebe“ zu schreiben.

Bei diesem „Dieb der Diebe“ handelt es sich um Conrad Paulson alias „Redmond“, ein bekannter Meisterdieb und Gentleman. Dieser smarte Taktiker hat sein Leben damit verbracht, spektakuläre und lukrative Verbrechen zu begehen. Das FBI war ihm dabei stets auf den Fersen, doch  Paulson war nichts nachzuweisen.

Doch so gut er in seiner Verbrecherkarriere war, so schlecht war er ins einem Privatleben. Seine geschiedene Frau und sein bereits erwachsener Sohn wollen nichts von ihm wissen, und so verbringt er viel Zeit mit seinen kriminellen Kollegen, ein illustrer Haufen von Schwindlern, Dieben und Hehlern. Nicht gerade das, was man sich für einen ruhigen Lebensabend mit der Familie vorstellt.

So  beschließt Paulson, auszusteigen, doch das ist alles andere als leicht, denn eine jungen FBI-Agentin hat in in der Hand. Sie macht Paulson ein ungewöhnliches Angebot…

Fazit:

Nick Spencer und Robert Kirkman haben hier einen Gangsterthriller geschaffen, der einen sofort an Filme wie Ocean’s Eleven denken läßt. Das liegt nicht nur an den klischeehaften Gangstern, sondern auch an Hauptfigur Conrad Paulson, der eine große Ähnlichkeit mit George Clooney hat (und wir reden hier von dem jungen Clooney, wie er z.B. in From Dusk Till Dawn zu sehen war, noch ohne Padmaschine).

Optisch umgesetzt wurde das ganze von Shawn Martinbrough, der schon an Serien wie DMZ, Batman oder Punisher mitgewirkt hat, ein Spezialist also für dunkle, actionreiche Handlung, der seine Erfahrung hier ausspielt. Lediglich die Farben von Felix Serrano könnten bisweilen etwas weniger poppig sein.

Generell fühlt sich die Serie für mich eher wie Nick Spencer als wie Robert Kirkman an. Gerade in seiner Serie Existence 2.0 herrscht eine ähnliche Stimmung vor. Kirkmans Anteil finde ich in den Dialogen vor, die stets ein wichtiger Teil seiner Serien sind, doch der Soap-Faktor ist deutlich niedriger als in The Walking Dead oder Invincible. Doch die Anfänge sind gemacht, man darf auf das Familientreffen der Paulsons gespannt sein, der sicherlich für die nächsten Episoden anstehen wird.

Insgesamt hat „Dieb der Diebe“ noch nicht das Niveau von The Walking Dead oder Morning Glories erreicht, aber die Geschichte ist noch am Anfang.Wer Comics wie Sin City, Wanted oder Criminal schätzt, kann hier bedenkenlos zugreifen, zumal in dem Band 7 US-Ausgaben enthalten sind. Eine schöne Ausnahme in einer Zeit, in der viele Tradepaperbacks nur 5 Ausgaben enthalten.

Thor: Der mächtige Rächer

Im aktuellen Marvel-Universum geht es bei Thor oft ernst zu. Wer erinnert sich nicht an daß Aufeinandertreffen von Thor und Iron Man nach dem Civil War, bei dem der Ase Tony Stark sehr deutlich machte, was er von seiner Rolle im Civil war hielt? In diesem „Streitgespräch“ schenkten sich die ehemaligen Freunde nichts.

Eine vollkommen andere Herangehensweise an die Figur des Thor hat Roger Langridge. Der Neuseeländer, der schon oft lustige Comics wie „Fred the clown“ oder die Muppets geschaffen hat, geht auch in dieser Serie nicht zum Lachen in den Keller. Doch die ersten Abenteuer interpretiert die ersten Abenteuer Thors etwas anders als gewohnt.

Zwar wird der junge Donnergott auch hier von Odin auf die Erde verbannt, um ihn von seinem Hochmut zu heilen, doch trifft er dann frühzeitig auf Jane Foster, die in einem Museum arbeitet. Sie hält den jungen langhaarigen Kerl in der merkwürdigen Rüstung für einen liebenswerten Wahnsinnigen, doch als dieser sich an den Ausstellungsstücken zu schaffen machen will, wird er vom Sicherheitsteam rausgeworfen. Aber als Mr. Hyde die kleine Stadt terrorisiert, ist die Stunde des Nordgottes gekommen.  Ungestüm wirft er sich in den Kampf, obwohl er weit entfernt von seiner eigentlichen Macht ist. Jane ist begeistert.

Fortan lebt Thor in Jane Fosters Haus, und sie bleibt elementarer Teil der Story, egal, ob es gegen Kampfroboter, Superschurken oder Lokis Gaukeleien geht. Eine große Liebe zwischen den Welten hat begonnen …

Fazit:

Der jugendliche, tolpatschige Thor Langridges erinnert an die unbeschwerte, nicht vorbelastete Anfangszeit von Marvel, in der alles möglich schien. In dieser Serie gibt es kein „grim and gritty“, hier sind selbst die Schurken noch keine wahnsinnigen Massenmörder, die es in letzter Zeit immer mehr gibt.

Hervorragend charakterisiert sind auch Figuren wie Loki, Gott der Lüge oder Balder, Hogun und Fandrall. Genauso will man den Ränkeschmied und die 3 Krieger sehen, mystisch intrigierend bzw. wild zechend. Selbst die in der Originalserie oftmals langatmige Beziehung zwischen Jane Foster und Thor zeigt sich hier spaßig und interessant.

Den fröhlichen Stil der Serie unterstreichen auch die klaren, verschmitzten Zeichnungen von Chris Samnee, die allein schon oft genug Auslöser für ein Grinsen bei der Lektüre sind. Thors Gesichtsausdruck, als er von Fandrall stürmisch gedrückt wird, ist Gold wert. Matthew Wilsons Farben unterstreichen den pulpigen, bunten Stil dabei ausgezeichnet.

Der Band erschien zunächst als auf 222 limitierter Hardcover zur Frankfurter Buchmesse bzw. zur Comic Action im Jahre 2012. Aufgrund der hohen Nachfrage erschien nun ein Softcoverband, der die gesamte Serie (8 US-Ausgabe) enthält. Nun gibt es keine Ausrede mehr, um die Serie nicht zu lesen!

Das Cape

Joe Hill hat mich in den letzten Jahren wirklich überrascht. Als Fan seines Vaters Stephen King, der King des Horrors, verfolge ich dessen Familiengeschichte schon seit Jahrzehnten. Das erste Bild vom ihm muß ich in den 80ern in einer Biographie über King gesehen haben, auf einem Familienfoto.

Zugegebenermaßen erfreuten mich nicht alle „Kings“ mit ihren Werken. Tabby, Joe Hills Mutter, hat auch einige Bücher herausgebracht, die mir jedoch nicht besonders gefallen haben, so daß ich mich von Joe Hills Romanen wie „Teufelszeug“ oder „Blind“ ferngehalten habe. Offenbar ein großer Fehler, den „Locke & Key“, seine Comicserie über Mysterien in einem alten Herrenhaus, ist für mich die beste Serie, die der Verlag IDW auf dem Markt hat. Doch bevor ich mir die Romane zulegen konnte, erschien ein weiterer Comic von Joe Hill: Das Cape.

Erschienen ist „Das Cape“ in  Joe Hills Kurzgeschichtensammlung „Black Box“, und wurde von Jason Ciaramella als Comic adaptiert. Gezeichnet wurde der Band  von dem bislang recht unbekannten Zack Howard.

„Das Cape“ erzählt die Geschichte von Eric, dem netten jungen von Nebenan. Zumindest ist er das bis zu seinem achten Lebensjahr. Er liebt es, zusammen mit seinem Bruder Nicky Superheld und Schurke zu spielen. Dabei verkleiden sich die beiden mit Masken und Decken als Capes, und ziehen um die Häuser. Eric erklimmt einen Baum, von dem er schließlich herabstürzt, und sich lebensgefährlich verletzt.

Jahre später ist Eric im Leben gescheitert, und krankhaft eifersüchtig auf seinen Bruder Nicky, der etwas aus seinem Leben gemacht hat. Eric glaubt sogar, daß sein Bruder etwas mit seiner Frau hat. Als er zufällig im Keller des Hauses seiner Eltern sein altes Cape findet, zieht er es an und stellt fest, daß er fliegen kann, und außerdem über gesteigerte Kräfte verfügt.

Doch was wird er mit diesen Kräften anfangen? Folgt aus großer Kraft große Verantwortung? Eric tut, was jeder an seiner Stelle tun würde… Er will sich rächen!

Fazit:

„Das Cape“ sucht Antworten auf die Frage, was reale Menschen mit Superkräften in der realen Welt tun würden. Zugegeben, neu ist dieses Konzept nicht; jüngst wurde diese Thematik in „A God Somewhere“ von John Arcudi behandelt. Gerade zu diesem Band bestehen einige Parallelen, z.b. die Konkurrenz unter Brüdern, die schließlich schlimme Folgen für alle Beteiligten hat. Doch Eric ist von Anfang an nicht als Identifikationsfigur ausgelegt, und überrascht den Leser mit seiner irrationalen Gewalt. Niemals zieht er es in Erwägung, sich für „das Gute“ einzusetzen, sondern geht seinen Weg der Zerstörung. Ein herrlicher Spaß für jemanden, der Rachegeschichten mit einem Hauch Ennis mag; Freunde ikonenhafter Superhelden könnten verstört werden.

Die  Geschichte läßt viel Raum für Interpretationen; wurde Eric von seiner Frau betrogen, oder bildet er sich das nur ein? Hat der Absturz Erics Psyche angegriffen? Bildet er sich die Sache generell nur ein, während er im Sterben liegt? Die Antworten muß jeder selbst finden.

Insgesamt ist „Das Cape“ nicht ganz auf dem Level der mit dem Eisner Award ausgezeichneten Serie „Locke & Key“, was daran liegen mag, daß die Geschichte adaptiert wurde. Trotzdem deutlich besser als die durchschnittliche Superheldenkost der Gegenwart.

Conan der Barbar 1: Die Königin der Schwarzen Küste

Kaum haben wir das Ende von Brian Woods großartiger Wikingerserie „Northlanders“ betrauert, überrascht uns der Verlag Dark Horse damit, daß Wood die neue Conan Serie „Conan der Barbar“ schreibt. Für ihn natürlich die Möglichkeit, das Genre weiter zu verfolgen, aber in der übernatürlichen Welt des Cimmeriers Aspekte wie Magie und Fabelwesen in die Handlung einfließen zu lassen.

Bei „Die Königin der Schwarzen Küste“ handelt es sich um eine Originalgeschichte von Conans Schöpfer Robert E. Howard, die in deutscher Sprache z.B. in der Gesamtausgabe von Heyne erschienen ist.

Brian Wood schildert darin die Abenteuer des jungen Conan, der erst vor Kurzem seine dunkle, kalte Heimat verlassen hat. An seiner, sagen wir mal, lachsen Einstellung bezüglich dem Eigentum und der körperlichen Unversehrtheit anderer Mitbürger ändert dies freilich nichts. Da wundert es nicht, daß wir den Barbaren gleich zu Anfang der Geschichte auf der Flucht durch die Gassen von Messantia, Hauptstadt von Argos, sehen. In die engen Gänge des Hafenviertels reitet der Recke, die Verfolger dicht auf seinen Fersen. Im letzten Moment kann er mit einem kühnen Sprung auf einem ablegenden Handelsschiff landen, sehr zum Leidwesen der Mannschaft und seines Reittiers.

Die Seeleute sind alles andere als froh, einen fliehenden Verbrecher an Bord zu haben, doch Conan kann sie überreden, ihn an Bord zu lassen. Ein starkes Schwert ist eben ein kaum zu widerlegendes Argument.

Doch durch sein einnehmendes Wesen und seine Kräfte bei der Arbeit akzeptieren ihn die Männer bald als einen der ihren. Von Kapitän erfährt Conan alsbald den Namen einer gefürchteten Piratenkapitänin, die die Fahrten der Mannschaft zu einen gefährlichen Unterfangen macht. Belit – so wird die Königin der Schwarzen Küste genannt. Der Name brennt sich in Conans Gedächtnis ein, denn die Dame ist nicht nur für ihre große Grausamkeit bekannt, sondern auch für ihre faszinierende Schönheit. Nichts soll ihn stoppen. Der Cimmerier will Belit treffen, koste es was es wolle.

Fazit:

Brian Wood bringt frischen Wind in die Conan-Veröffentlichungen. Dabei hilft ihm seine Erfahrung in der Schilderung von Schlachten, die er bei Northlanders gesammelt hat.

Der junge, noch wenig erfahrene Barbar ist zwar sehr trainiert, hat aber noch nicht den wuchtigen Körper wie man ihn später kennt.  An den typischen Fantasy-Stilelementen ändert dies jedoch nicht, schließlich haben wir hier eine Geschichte von  Robert E. Howard persönlich. Ein perfekter Einstiegspunkt für neue Leser!

Zeichnerisch gibt’s nicht zu meckern. Wood hat sich alte Bekannte ins Boot geholt. Becky Cloonan, mit der er zusammen mit „Channel Zero“ im Comicgeschäft begann, und James Harren (Abe Sapiens, B.U.A.P.) geben dem jungen Conan sein Gesicht.

Die US-Ausgaben 1-6 sind in diesem Band enthalten. Man darf gespannt sein, was Brian Wood in der auf 25 Ausgaben ausgelegten Serie aus dem Barbaren machen wird.

Dial H- Bei Anruf Held

Eine der größten Überraschungen der New 52 (also des Neustarts des DC-Universums) ist die Serie Dial H.

Schon zu seligen Ehapa-Zeiten war die Serie „Wähle H für Held“ etwas besonderes für mich. Die Serie war als Zweitgeschichten in einigen DC-Comics enthalten, und handelte von einigen Teenagern, die mittels einer Wählscheibe in zufällige Helden transformiert wurden – ob die Kräfte des jeweiligen Helden gerade paßten oder nicht.

Doch der Neustart hat, bis auf das Konzept der Wählscheibe, wenig mit dem Klassiker zu tun. Stattdessen wird dem Leser hier etwas geboten, was es an Abgefahrenheit mit den Neustarts mit  Animal Man und Swamp Thing aufnehmen kann.

Nelson ist der typische Verlierer; fett, nikotinsüchtig und nicht die hellste Kerze auf der Torte. Als er jedoch seinem Freund zu Hilfe eilen möchte, der von Verbrechern zusammen geschlagen wird, kommt ihm der Zufall zur Hilfe. Er flüchtet in eine dreckige alte Telefonzelle. Bei dem Versuch, Hilfe anzurufen, wählt er versehentlich die Zahlenkombination für das Wort „HELD“ – und verwandelt sich auf der Stelle in einen ebensolchen! So kann er die Angreifer vertreiben, doch sein Freund ist schwerverletzt. Im Krankenhaus erfährt er, daß die Gangster weiter ihr Unwesen treiben. Mit Hilfe der Telefonzelle will er dies verhindern, doch er kann nicht ahnen, daß er erst die Spitze des Eisbergs gesehen hat …

Fazit:

So ungewöhnlich wie die Handlung und die Ideen der Serie ist auch das Kretivteam. China Miéville ist ein Fantasyautor, der seine mehrfach prämierten Arbeiten (z.B. Perdido Street Station, Stadt der Fremden, UnLonDun) gern als Weird Fiction bezeichnet. DIAL H ist seine 2. Arbeit im Comicbereich, nach einer Kurzgeschichte für Hellblazer.

Das dreckige Artwork von Mateus Santolouco (American Vampire) paßt zum Thema wie die Faust aufs Auge. Lediglich die Nummer o wurde von Riccardo Burchielli (DMZ, Northlanders) gestaltet.

Die Serie lebt von den schrägen Vögeln, in die die Wählscheibe den unsportlichen Nelson transformiert. Bei Helden wie der Heulsuser, der rauchende Schlot, Baronin Harz und Hula-Hoop-Hahn reibt man sich verwundert die Augen, speziell wenn man die dazu passende graphische Umsetzung sieht. Ein Freak-Feuerwerk sondergleichen, daß den Vergleich mit der Serie „Die Maske“ nicht zu scheuen braucht.

Man könnte das ganze nun als Persiflage begreifen, doch China Miéville hat einiges Mehr zu bieten als die obligatorische Comedy. Eine hintergründige Geschichte wird hier angefacht, wohin sie uns führen wird, ist noch nicht klar. Woher kommt die Scheibe und wer hat sie geschaffen? Warum wird Nelsons Freund verfolgt? Und was passiert, wenn man das Ding regelmäßig benutzt? Und warum kommt mal dieser, man jener Held dabei heraus? Wird es ein Aufeinandertreffen mit anderen Figuren des neuen DC-Universums geben?

Dial H bereichert die DC Dark-Reihe als innovative, ungewöhnliche Serie jenseits der üblichen Superheldenkost.

Der Heckenritter II – Das verschworene Schwert

2007 brachte der Panini Verlag den ersten Bands der Geschichte „Der Heckenritter“ von dem amerikanischen Independent-Verlag Dabel Brothers. Die Dabel Brothers hatten sich auf Comic-Adaptionen von Fantasyromanen spezialisiert. Die Kritiken waren für diesen Band äußerst gut, doch die etwas unsichere Lage der Dabel Brothers ließ uns lange auf eine Fortsetzung warten.

Mittlerweile hat sich Marvel Comics der Serie angenommen, und den zweiten Teil mit Namen „Das verschworene Schwert“ herausgebracht. Im ersten Band erlebten wir die Geschichte von Dunk, der Knappe eines älteren Ritters war, und nach dessen Tod seiner Rüstung nahm, um selber als Ritter weiterzumachen. Als ein Heckenritter ist er jedoch nicht so glorreich wie die königlichen Ritter, sondern verdient sich sein Geld als Söldner, und bietet sein Schwert denjenigen an, der am besten dafür bezahlt. Zur Seite steht sein Knappe Egg, den er widerwillig aufgenommen hat. Um sein weiteres Leben zu finanzieren nimmt er an einem Turnier teil. Im Laufe des Turniers jedoch kommt es zu einer handfesten Auseinandersetzung mit dem Sohn des Königs, der eine arme Puppenspielerin nahezu grundlos verprügelt. Um die Ehre wieder herzustellen, verlangt der Königssohn eine Gottesentscheidung in Form eines Kampfes von sieben Mann gegen sieben Mann. Dunk überlebt das Turnier, aber die Verluste sind groß. Am Ende von Band 1 zieht er mit seinem Knappen in den Sonnenuntergang, um sich weiter als Heckenritter durch das Leben zu schlagen…

Im neuen Band „Das verschworene Schwert“ ist das Duo Dunk und Egg unterwegs, und arbeitet für einen verarmten Adeligen, der in einem Turm ohne Burggraben haust, und Probleme mit seinen Nachbarn hat. Durch einen ebenfalls für seinen Herren arbeitenden Ritter kommt es zu einer Auseinandersetzung mit den Nachbarn, die in einer Dürreperiode den einzigen Fluß des Landes gestaut haben. Doch sind die Nachbarn die mordenden Bestien, von denen sein Herr Dunk berichtet hat?  Dunk muß sich entscheiden, für welche Seite her eintreten wird.

Fazit:

Schon der erste Band des Heckenritters, den Panini im Februar 2013 nochmal herausgebracht hat, war etwas besonderes. Andere Serien der Dabel Brothers erreichten nicht die Qualität, die man vom Kreativteam George R. R. Martin, Mike Cromwell, Mike Miller und Ben Avery gewohnt war. Das mag auch daran liegen,  daß die Originalgeschichte von George R. R. Martin stammt, der die Fantasyreihe “Das Lied von Eis und Feuer“ geschaffen hat. Wem das nichts sagt, dem sei verraten, dass es sich um den Schöpfer der Vorlage für die megaerfolgreiche TV-Serie „Game of Thrones“ handelt.

Der Heckenritter steht für diese Serie eine Art Vorgeschichte dar. Musste Band 1 sich noch den Vorwurf gefallen lassen, viel von dem Film „Ritter aus Leidenschaft“ kopiert zu haben, so bietet Band 2 hier eine vollkommen eigenständige Handlung. Der rote Faden, den Band 1 vorgegeben hat, wird hier nahtlos weitergeführt. Angesprochene Probleme, wie die Herkunft von Egg, und die dichte Atmosphäre um die adeligen Häuser in jener Fantasywelt werden fortgesetzt. So gibt es viel Hintergrundwissen zu wichtigen Schlachten und der Historie des Landes zu erfahren.

Was mir am besten gefällt ist allerdings das Team Dunk und Egg. Dunk, der große, ochsenstarke Kerl mit dem Herz am richtigen Fleck und sein smarter, wohlerzogener Knappe Egg, sind großartig charakterisiert, so daß schon ein scheinbar belangloses Gespräch der beiden Spaß macht. Auch Dunks Gefühlswelt in Bezug auf seine Herkunft oder die liebreizenden Damen jener Welt ist stark umgesetzt.

Die Geschichte ist auch zu verstehen, wenn man (wie ich) Game of Thrones nicht kennt. Nun kann ich nur hoffen, nicht wieder 6 Jahre auf weitere Abenteuer des Heckenritters warten zu müssen. In der Zwischenzeit werde ich mich mit dem Comic „Game of Thrones – Das Lied von Eis und Feuer 1“ trösten, welches ebenfalls bei Panini erschienen ist.

Ferals

Der 1996 gegründete US-Verlag Avatar Press hat sich schnell einen Ruf in der Comicbranche erarbeitet. Zum einen hat der Verlag diverse Serie zum Thema „Bad Girl“ im Angebot wie z.B. Pandora, zum anderen haben sich einige Künstler dort versammelt, die bei Avatar Press so ziemlich alles realisieren können, was den Platzhirschen Marvel und DC zu extrem ist. Dazu gehören Garth Ennis (Crossed, Chronicles of Wormwood) und Warren Ellis (Supergod), aber auch David Lapham, der mit „Caligula“ schon tief in die Brutalitätskiste gegriffen hat.

Mit „Ferals“ hat sich Lapham nun, wie unschwer am Cover zu erkennen, dem Thema „Werwölfe“ angenommen. Er erzählt die Geschichte von Dave Chesnutt, der in Cypress,  einer typischen Kleinstadt in den USA, seinem Beruf als Cop nachgeht. Obwohl er dabei aussieht wie Peter Parker ist Dave alles andere als eine Sympathiefigur. Als ein Einwohner von Cypress zerstückelt aufgefunden wird, betrinkt sich Dave in einer Bar, und schleppt die erstbeste Schönheit ab – in der Toilette der Bar. Doch aus dem Schäferstündchen wird nicht ganz das, was er sich vorgestellt hat. Die junge Dame mag es hart, und als sie nun auch noch über die Morde beim Liebesspiel reden will rastet Dave aus und schlägt sie. Dann kehrt er zu seiner Partnerin nach Hause zurück, nicht ohne dort das zu beenden, was er in der Toilette begonnen hat.

Der Schreck ist allerdings groß, als die Schönheit am nächsten Tag ermordet aufgefunden wird. Zunächst glaubt alle Welt an einen geisteskranken Serienkiller. Als dann aber ein riesiges behaartes Monster auftaucht, ist das Chaos perfekt. Dave muß einsehen, daß die Welt um ein Vielfaches hungriger ist, als er jemals geahnt hat …

Fazit:

Der Hinweis „Empfohlen ab 16 Jahren!“ auf der Rückseite des Bandes ist kein Marketing-Gag. David Lapham bedient sich oft und gern an Splatter- und Gore-Elementen, die für sensible Gemüter vermutlich zu viel sein könnten. Ähnliche, detaillierte Zeichnungen von zerstückelten Körper sind mir nur aus der Serie Crossed bekannt. Da wirken selbst Ennis Ideen beim Punisher wie Kindergarten. Freunde des Horrorgenres wird’s gefallen, zumal Zeichner Gabriel Andrade auch die Vorzüge weiblicher Anatomie reichlich bebildert – in ganz oder zerstückelt.

Die Geschichte verbindet indes den Werwolf-Mythos mit Elementen von Freimaurertum. Ob Laphams Rechnung nun aufgeht kann man nach Band 1 noch nicht sagen, vieles ist noch im Unklaren. Die US-Serie ist momentan bei Band 16 angelangt,  Hauptfigur Dave muß also noch einige Abenteuer erleben.

Ein Anfang ist jedoch gemacht, und der Cliffhanger am Ende des Bandes motiviert mich den nächsten zu lesen. Hier bekommt man, für was man bezahlt: Echten, unzensierten Horror der harten Gangart.

Smile

Charlie Chaplin hat einst gesagt: „Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag.“

Doch das fiel Raina Telgemeier, der Künstlerin hinter “Smile“, nicht immer leicht.

In der sechsten Klasse hat sie einen Unfall, bei dem sie ihre beiden oberen Schneidezähne verliert. Fortan muss sie eine Spange tragen. Es ist allerdings nicht so eine kleine hübsche Spange, die man nachts von allen ungesehen tragen kann, sondern ein riesiges, entstellendes Exemplar. Für Raina, die gerade in ihre Pubertät hineinschlittert, beginnt eine sehr anstrengende und qualvolle Zeit.

Zum einen hat sie natürlich jede Menge Schmerzen, wie zum Beispiel die Zahnoperation unmittelbar nach ihrem Sturz, oder das Anbringen der riesigen Zahnspange. Zum anderen muss sie Hohn und Gespött ihrer Mitschüler ertragen, denn diese „Schneeketten“ in ihrem Gesicht lassen sich nun mal nicht verbergen. Keine leichte Aufgabe für das Selbstbewusstsein der angehenden Teenagerin. Was nun aufkeimt, ist das Interesse an Jungs, ein Thema für sich. Schnell merkt sie, dass sich jemand für sie interessiert, doch aus Angst, von ihm wegen ihrer Zahnspange ausgelacht zu werden, startet sie keinen Versuch. So groß ist die Angst vor einer Demütigung, und dem Gesichtsverlust vor ihrem Freund. Stattdessen überspielt sie ihren Schwachpunkt regelmäßig, und lächelt dabei äußerst selten.

Die Zahnspange muss regelmäßig nachjustiert werden, da die Konstellation ihre Zähne eine Heilung beziehungsweise Korrektur anders nicht zulässt. Der Termin beim Zahnarzt wird für sie zu einem regelmäßigen, schmerzhaften Teil ihres Alltags. Dabei hilft es auch nicht, dass ihre Mutter sie im Anschluss an den Zahnarzttermin mit zum Einkaufen nimmt, wo sie sich ein Konsolenspiel oder ähnliches zum Trost aussuchen darf. Aber keine Sorge, dies ist kein Drama (höchstens ein dentales). Raina behält trotz allem ihre Freude am Leben, und einem viel mit ihren Freundinnen, und lebt ihr Leben. Doch sie muss lernen, mit dem Ding über ihren Zähnen umzugehen…

Fazit:

Panini Comics  überrascht erneut mit einem Band, den ich in dem Verlagsprogramm so nicht erwartet hätte. Der Verlag, der einst mit Superhelden-Comics auf sich aufmerksam gemacht hatte, bietet nun eine breite Palette auch von ungewöhnlichen Graphic Novels wie z.B. Schloggers „Danach“, in die sich „Smile“ nahtlos einreiht.

„Smile“ ist ein wunderbares autobiographisches Comic über die spannende, schwere Zeit der Pubertät.

Für Raina ist es die Zahnspange, für andere sind es Pickel oder Übergewicht, die diese Phase so anstrengend erscheinen lassen. Und so ist „Smile“ nicht nur ein Buch für Menschen mit Zahnfehlstellungen, sondern für jeden in allen Altersklassen.

Gerade der autobiographische Hintergrund macht die Geschichte so gut. Hier erfindet niemand die Handlung und denkt sich in eine Figur hinein. Hier schreibt Raina Telgemeier über ihre eigene Vergangenheit, ihre Gedanken und Gefühle. Die Geschichte eines elfjährigens Mädchens das seine Zähne verliert, und ihr Lächeln wieder finden muß.

In den USA war „Smile“ ein großer Erfolg. Die Graphic Novel war Nummer 1 auf der New York Times-Bestsellerliste, und bekam einen Eisner Award für die beste Jugendpublikation.

Swamp Thing 2 – Familiäre Fäule

Swamp Thing, erdacht von Len Wein und Bernie Whrightson, wurde in den 80ern mit Alan Moore als Autor von einer eindimensionalen Horrorfigur zu einer vielschichtigen Kreatur mit philosophischen Ansätzen. Im Rahmen des DC Neustarts wurde nun Scott Snyder mit der Neuinterpretation des Sumpfdings beauftragt. Der Autor, der den meisten von American Vampire und Marvel Noir: Iron Man bekannt sein dürfte, ist einer der Shootingstars bei DC, und als Autor von Batman ebenfalls am Start.

Rückblick:

In Band 1 kam es zu einer Wiedergeburt: Alec Holland, der einst der Avatar des „Grün“ (also der symbolisierten Pflanzenwelt) gewesen war, wurde ins Leben zurück geholt. Eine große Gefahr bedroht die Erde, denn die „Fäule“, die sinnbildliche Verwesung und der Tod, ist erstarkt. Ein Revival erfährt auch die Liebe zwischen Swamp Thing und Abby, doch die Freude darüber ist nur von kurzer Dauer, den die Fäulnis hat Abby entführt, um sie zur Königin der Fäulnis zu machen. Abby wollte dies zwar nicht, aber die Veranlagung zur Fäulnis schlummerte schon seit Geburt in ihr…

Handlung:

Die Fäule hat die Erde in ihrem Würgegriff. Die Früchte des Feldes verdorren oder verfaulen, zombiefizierte Tiere streifen durch die Wälder, und Insektenplagen biblischen Ausmaßes regnen auf die Menschheit nieder. Tod und Verzweiflung aller Orten, und die die einzige Hoffnung ist Swamp Thing, der eine Metamorphose durchführt. So wird Alec Holland zum Kriegerkönig des Grüns, und zieht mit Flügeln und einem Geweih aus Wurzeln ausgestattet in den Kampf mitten im Herzen der Fäule. Doch die Auseinandersetzung verläuft anders als geplant. Die Fäule stellt Alec einen Gegner entgegen, den dieser nicht bekämpfen will. Es handelt sich um Abby, Alecs Geliebte, die zu einem tödlichen Monster mutiert ist …

Fazit:

Die spannende Geschichte aus Band 1 wird hier nahtlos fortgesetzt. Der Hintergrund der Geschichte, den Snyder stark an die von Alan Moores Interpretation von Swamp Thing angelegt hat, wirkt episch und nutzt viele von Moores Ideen wie z.B. das Parlament der Bäume. Sehr schön ist die Vernetzung mit der Serie Animal Man. Dieser ist Avatar des „Rot“, also der Tierwelt, und hat mit dem Angriff der Fäule ebenso viele Probleme wie Swamp Thing. Zeit also für ein Team-up der besonderen Art!

Um den Kampf zwischen Fäulnis, Rot und Grün in Szene zu setzen, haben dieses Mal eine Vielzahl von Zeichnern zum Stift gegriffen. Yanick Paquette, Marco Rudy und Victor Ibanez und viele andere bereiten der Serie durch die gegensätzlichen Welten (das Grün mit seinen vielen Blumen und Pflanzen, die Fäule mit den blutigen, verottenden Leichen) einen großartigen, erschreckenden Auftritt. Eine solche Ansammlung von zerstückelten, morbiden Kraturen ist mir bislang nur in der aktuellen Animal Man Serie unter die Augen gekommen. Viele Seiten kann man minutenlang betrachten, ohne das es in dem Mosaik aus Kadavern und Gedärm langweilig wird.

Apropos Animal Man: Man kann Swamp Thing auch ohne Animal Man lesen, aber richtig genial ist es, wenn man beide Serien ließ. Snyders Swamp Thing ist auf dem besten Weg, ebenso ein Klassiker zu werden wie Alan Moore Interpretation des Sumpf Dings.

Star Trek / Legion of Super-Heroes

Es ist vielleicht das ungewöhnlichste Crossover des Jahres. Star Trek trifft auf die Legion of Super-Heroes, oder, anders gesagt, 2 Serien die ich beide schon seit Jahrzehnten schätze, treffen aufeinander.

In den frühen 80ern war die Auswahl an Science Fiction im Fernsehen nicht gerade üpprig. Was es gab, war Star Trek, und ich habe es geliebt. Die klassische Mannschaft mit Kirk, Spock, McCoy, Scotty, Chekov und Sulu. Klassisch? Nun ja, The Next Generation sollte erst später folgen, also war von klassisch noch nicht die Rede.

Außerdem erweiterte sich mein Superhelden-Horizont immens. Die Legion der Superhelden war ganz anders als die klassischen Ehapa-Ausgaben von Superman und Batman. Frische, abgefahrene Charaktäre aus der Zukunft, gezeichnet (wie ich heute weiß) von Mike Grell.

IDW und DC haben sich nun zusammen getan, um ein Crossover der Zukunft zu kreieren. Das 23. und das 31. Jahrhundert treffen aufeinander, Phaser, Communicator und Flugringe in einem Band. Geschrieben wurde die Story von niemand anderem als Science Fiction-Autor Chris Roberson (Star Trek: Myriad Universes: Brave New World). Die Zeichnungen lieferte Jeffrey Moy, der sowohl die Legion als auch Star Trek Comics gezeichnet hat.

Handlung:

Es verschlägt  sowohl die Crew der Enterprise als auch die Legion (in der Konstellation Blitzjunge, ups, ich meine natürlich Lightning Lad, Cosmic Boy, Saturn Girl, Shadow Lass, Chameleon Boy und Brainiac 5) auf die gute alte Erde. Nur ist dies nicht die gute alte Erde, sondern die Zentrale des Planeten-Imperiums, welches die halbe Galaxie umfaßt. Zwar starten auch von dieser Erde Raumschiffe mit Warpgondeln ins All, doch ihr Auftrag ist nicht die Erforschung der unendlichen Weiten, sondern deren Eroberung. Regiert wird dieses Imperium von einem Despoten, den sowohl die Mannschaft der Enterprise als auch die Legionäre zu kennen scheinen. Doch wie kann das sein?

Fazit:

Chris Roberson hat in beiden Universen tief in die Historie gegriffen und eine einleuchtende Geschichte kreiert, die trotz (oder geraden?) wegen der üblichen Zeitanomalien funktioniert. Dabei ist nicht nur ein feines Crossover zustande gekommen, sondern es werden auch einige Figuren aus beiden Universen verschmolzen – und auch das wieder passend und logisch, was sicher keine leichte Aufgabe war. Dabei sind einige lustige Amalgam-Charaktäre entstanden, die den Leser überraschen werden.

Zeichner Jeffrey Moy spielt seine Routine in beiden Serien voll aus. Man merkt deutlich, daß er hier nicht wie bei einigen Lizenztiteln üblich, aus der TV-Serie abgepaust wurde, sondern daß Moy die Figuren verinnerlicht hat.

Im Band sind außerdem alle Cover inklusive der Variantcover von bekannten Zeichnern wie Phil Jimenez und Mario und Alberti enthalten.

Dicks 1

Der nordirische Kultautor Garth Ennis hat uns über die Jahre hinweg großartig und blutig unterhalten. Unvergessen sind z.B. seine Runs bei Punisher MAX, Hellblazer oder Hitman, oder sein vielleicht bestes Werk: Preacher.

Aus seiner frühen Phase blieb in Deutschland jedoch eine Serie unveröffentlicht: Dicks, erschienen ab 1997 bei Caliber. Als Zeichner stand ihm John McCrea zur Seite, mit dem er auch bei Hitman zusammen arbeiten sollte.

Dicks handelt von Ivor und Dougie, 2 Freunden im Belast der frühen 90er. Belfast ist von britischen Truppen besetzt, die im Einsatz gegen den Befürwortern eines geeinten Irlands sind.  Beide haben größtenteils ihr Amusement im Kopf, was bei ihnen und ihren unterbelichteten Freunden bedeuted: Alkohol und Drogen.

Dumm  nur, daß Dougie gezwungen ist zu heiraten, da seine Freundin schwanger geworden ist. Nicht gerade gute Aussichten für die zukünftigen Partys der beiden.

Ivor versucht indes, nach dem Ableben seines Onkels Fusel zu brennen. Genau dies hat nämlich sein Onkel immer getan, bevor er unsanft verschied. Der Mafiaboss sieht nun Ivor als Angehörigen in der Bringschuld. Mit dem Rezept seines Onkels, das ihm dieser als Geist verrät, ist das ganze leicht gemacht – und ein gutes Einkommen.

Das funktioniert jedoch nur so lange, wie er das Rezept hat. Es kommt, wie es kommen mußte: Sein gehässiger Geister-Onkel vernichtet es, so daß Ivor und Dougie gezwungen sind, auf andere Art und Weise zu Geld zu kommen. Sie werden Dicks – Privatdetektive.

Der Plan ist, Fremdgänger bei ihren Eskapaden zu filmen, und Geld dafür einzustreichen. Doch was als leichte Einkommensmöglichkeit gedacht war, wird bald zu einem mörderischen Spiel…

Fazit:

Hier bekommt man genau das, was man von Ennis erwartet: abgefahrenen Humor, schräge Vögel, brutale Action und Bilder, bei denen es vom Zusehen weh tut.

John McCreas Zeichnungen sind noch roh und man würde nicht sofort an ihn denken, wenn man sie heute sieht. Für eine solche Indepedent-Serie aber genau das richtige. Die Zeichnungen wurden für die Neufassung koloriert, was passend zu den Zeichnungen gelungen ist.

Der Charme der Serie geht von Ivor und Dougie aus, die sich durchgehend beleidigen, und sich gegenseitig foppen, und zwar auf die derbe Art. Waynes World mit Fäkalhumor, so kann man sich Dicks vorstellen.

Die Übersetzung war sicherlich nicht leicht, da im Original vermutlich einige irische und andere Dialekte vorhanden waren. Wie konvertiert man das in deutsche Sprache? In diesem Fall hat man sich z.B. dazu entschieden, die britischen Truppen bayrisch reden zu lassen. Nach einen kurzen „Was-zur-Hölle?“-Moment recht witzig.

Zusätzlich zu der Handlungen sind noch diverse Kurzgeschichten enthalten, die ebenfalls diesen speziellen Humor bieten. Ennis ist wirklich nicht Menschliches fremd, und deswegen richtet er den Fokus genau darauf. Titel wie „Des Wichsers Geschichte des Wichsens“ sprechen für sich.

Dicks ist ein Comic, daß man entweder lieben oder hassen kann. Die Dialoge und skurrilen Handlungsbögen erinnern an die Kneipe in Hitman, oder auch an The Boys. Wer an diesen Serien Spaß hatte, kann Bedenkenlos zugreifen, denn das ist Garth Ennis vor dem Mainstream.

Ich jedenfalls freue mich schon auf Band 2.

Alicia im wahren Leben

Mit „Alicia im wahren Leben“ überrascht Panini Comics  erneut mit einem Band, den man  in dem Verlagsprogramm so nicht erwartet hätte. Der Verlag, der ursprünglich mit Superhelden-Comics auf sich aufmerksam gemacht hatte, bietet nun eine breite Palette auch von ungewöhnlichen Graphic Novels wie z.B. Schloggers „Danach“, „Smile“ oder „Marzi“.

„Alicia im wahren Leben“ ist ein interessantes, mitreißendes Comic über die schwerste Zeit im Leben von Alicia. Der Journalistin wird Brustkrebs diagnostiziert. Von der Diagnose bis zur Operation und Chemo und der Zeit danach handelt diese Graphic Novel.

Statistisch gesehen erkranken 16,5 von 100.000 Frauen in Deutschland. Das ist die höchste Erkrankungsrate in Europa. Erfreulicherweise ist durch die bessere medizinische Versorgung die Sterberate nach unten gegangen.

Doch Statistiken sind das, was Alicia am wenigsten braucht, als sie die Diagnose Brustkrebs bekommt. Eigentlich kann sie mit ihrem Leben recht zufrieden sein. Sie arbeitet als Journalistin, was sie erfüllt. Bei ihr lebt ihre anhängliche, dicke Katze Fari. Und ihr Liebesleben läßt sich als erfüllte, offene lesbische Beziehung beschreiben. Doch nun dieser Hammer!

Doch Alicia beschließt, den Kopf nicht in den Sand zu stecken, sondern zu kämpfen. Die erkrankte Brust muß weg, obwohl gerade für Alicia und viele andere Frauen die Brust ein Zeichen der höchsten Weiblichkeit ist. Die anschließende Chemo bringt all ihre Haare zum ausfallen, und auch die Nebenwirkungen wie Durchfall und Übelkeit machen sie fertig. Doch Aufgeben kommt für sie nicht in Frage …

Fazit:

Die Geschichte,  die in „Alicia im wahren Leben“ erzählt wird, ist nicht autobiographisch. Doch Isabel Franc hat selbst den Brustkrebs überwunden, und so sind viele ihrer Erlebnisse mit in die Handlung eingeflossen.

Was mir sehr gut gefallen hat ist der positive Grundton, der in jedem Kapitel mitschwingt – bei dem Thema war das nicht unbedingt zu erwarten. Natürlich werden die negativen Seiten der Heilung auch dargestellt, aber  Isabel Franc will den Frauen vor allem Mut machen. Den Mut, die Operation und Amputation zu überstehen, und dazu zu stehen.  Den Mut, aus der Erschöpfung und Lethargie herauszukommen. Und den Mut, sich nach dem Eingriff wieder auf sexuelle Beziehungen einzulassen. Und natürlich das Wichtigste: Den Humor nicht zu verlieren!

Die Zeichnungen von Susanna Martin bringen speziell Letzteres in den Vordergrund. Der cartoonige Stil bringt insbesondere in den Gesichtsausdrücken die Emotionen der Beteiligten gut zu Geltung. Besonders klasse auch die symbolischen Zeichnungen, etwa zum Anfang eines jeden Kapitels, die eine kleine Vorschau auf die Gefühlslage von Alicia bieten.

Mir hat diese emotionale Geschichte mit viel Eigenironie ausgezeichnet gefallen, und nebenbei hat mir viele Aspekte der Krankheit gezeigt, die mir vorher nicht bewußt waren.

So muß eine moderne Graphic Novel sein!

X-Treme X-Men

Als ich laß, daß es eine neue Serie namens X-Treme X-Men geben würde, war mein erster Gedanke: Jetzt will es Chris Claremont noch mal wissen! Der Kultautor hatte nämlich die erste Serie mit diesem Namen geschaffen.

Doch die aktuellen X-Treme X-Men haben nichts mit der ersten Serie gemein. Autor der Serie ist Greg Pak, und auch das Konzept erinnert eher an die Serie Exiles als an die ersten X-Treme X-Men.

Die Vorgeschichte zur Serie findet man im X-Men-Sonderheft 37. Dort traf das das Team von X-Treme X-Men zum ersten Mal aufeinander. Dabei sind Gouverneur Howlett, eine Wolverine, der auf seiner Welt Gouverneur Kanadas wurde, Kid Nightcrawler, eine junge Version von Kurt in einer Welt, wo es Krieg zwischen Menschen, Mutanten und Maschinen gibt sowie Emmeline Frost-Summers, die auf ihrer Welt Anführerin der X-Society of New Albion ist.

Zusammen mit einem fliegenden Kopf mit Namen Charles Xavier und der Dazzler von Erde 616 begibt sich das Team auf eine delikate Mission. Der Xavier-Kopf hat diverse alternative Versionen seiner selbst geortet, die sich aber auf die dunkle Seite der Macht geschlagen haben – und durch den herausragenden Intellekt eines Charles Xavier eine große Gefahr für das Gefüge der Universen darstellen.

Die Mission heißt daher: Tötet die Alternativversionen Xaviers.

Und auf geht die wilde Jagd durch verschiedene Universum. So verschlägt es die illustre Truppe zum Beispiel auf eine Welt, die ähnlich aussieht wie das antike Griechenland, und es gibt sogar Götter. Doch diese Inkarnationen von Thor und Storm sind nicht die Menschenfreunde, wie ihre Pendants auf Erde 616. Stattdessen herrschen sie über die Menschheit und knechten sie bis zum Tode. Können die X-Treme X-Men im Kampf gegen die Götter bestehen?

Fazit:

Wem Exiles gefallen hat, wird an X-Treme X-Men ebenfalls Gefallen finden. Es macht einfach Spaß, mit der symphatischen Truppe von einem Universum zum nächsten zu switchen, und immer wieder andere und kreative Versionen der Marvelfiguren zu entdecken.

Dabei ist es seltsamerweise Dazzler, die für mich zu einem besonders interessanten Charakter entwickelt wurde. Sie nimmt die Führungsrolle ein, die Blink bei Exiles hatte. Ausgezeichnet, was Greg Pak aus dieser Nebenfigur gemacht hat, die ich vorher nur unter „ferner liefen“ eingeordnet hatte.

Aber auch die anderen Figuren sind spannend charakterisiert, und irgendwie hoffe ich, daß der ein oder andere den Weg ins 616er Universum findet. Die Antwort kann nur X-Termination bringen, das nächste Crossover der Mutanten.

Wieder einmal hat es sich gezeigt: Wenn ein Autor frei in seinen Entscheidungen ist, kommen die besten Geschichten dabei heraus. Hier muß nicht immer nach jeder Geschichte der alte Status Quo hergestellt werden, hier ist nicht jeder unsterblich, und insbesondere hat jede Handlung Konsequenzen! Und genau das ist es, was mir momentan bei vielen anderen Serien fehlt.

Daher: X-Treme X-Men rockt!

Bedlam

Image Comics hat es in den letzten Jahren geschafft, vom Ruf des Verlags der optisch gute, aber inhaltlich schwache Comics macht, wegzukommen. Vieles davon ist Robert Kirkmans Verdienst, aber Image Comics hat auch viele neue, begabte Künstler im Boot, die für viel Aufsehen sorgten. Einer davon ist Nick Spencer. Dieser schuf mit Morning Glories und Dieb der Diebe vielbeachtete Serien, die es sogar nach Deutschland geschafft haben.

Zur Handlung:

Madder Red ist ein Terrorist, ein wahnsinniger Superschurke und Serienmörder. Regelmäßig sucht er die Metropole Bedlam heim, und bringt Tod und Verderben in die Stadt. Dabei wird niemand geschont, auch Kinder gehören zu seinen Opfern.

Es bedarf dem Einsatz eines Helden. The First, der maskierte Kämpfer für das Gute in der Stadt, kann den Irren aufhalten. Endlich!

Doch dann passiert es. Madder Red kehrt zurück! Doch er ist nach eigenen Angaben geheilt, und will das Verbrechen bekämpfen. Kann man dem Killer trauen?

Fazit:

Man kann sich die Serie als „Joker trifft Hannibal Lector“ vorstellen. Madder Red hat eine deutliche Ähnlichkeit mit dem Clownprinz des Verbrechens, und die Hilfe eines ehemaligen Serienkillers bei der Ermittlung eines anderen Wahnsinnigen konnten wir bei „Das Schweigen der Lämmer“ bestaunen.

Nichts neues also, aber sehr spannend und gelungen. Die Geschichte ist weit weg von einer bloßen Kopie, und doch sind die Parallelen, z.B. zwischen The First und dem Dunklen Ritter eindeutig. Doch das Hauptaugenmerk liegt auf der Psyche von Madder Red. Nick Spencer schafft es, die kranke Seele des Irren glaubhaft zu inszenieren. Die Zeichnungen von Riley Rossmo passen zu der dunklen Atmosphäre  wie die Faust aufs Auge. Besonders gut haben mit die Designs der Figuren gefallen. Schon allein die Maske von Madder Red ist einfach wie genial.

Die Serie hat das Zeug, in den Olymp der besten Image-Serien aufzusteigen. Für 9,99$ für 6 US-Hefte gibt’s das erste Trade.

Justice League Dark 2 – Die Bücher der Magie

Nach dem Neustart des DC-Universums (New 52) wurden Figuren, die aus der DC-Kontinuität ausgegliedert waren wie z.B. John Constantine (Hellblazer) von dem Sublabel Vertigo wieder ins das reguläre DC-Universum integriert. Swamp Thing, Animal Man und andere können also fortan wieder mit den anderen DC-Figuren interagieren.

Im ersten Band der Serie schlossen sich John Constantine, Madame Xanandu, Shade, Zantanna und Deadman zusammen, um magischen und übernatürlichen Bedrohungen gemeinsam zu begegnen. Doch wahren Teamgeist wollte bei den Individualisten nicht aufkommen. Jeder von ihnen, insbesondere Constantine, war es gewohnt, allein zu arbeiten, und es gab auch eine Menge Mißtrauen zwischen ihnen.

Als Constantine nun durch Steve Trevor von der amerikanischen Organisation gegen übernatürliche Bedrohungen ARGUS engagiert wird, um das Team wieder zu sammeln, ist die Freude nicht groß. Das Team soll im südamerikanischen Dschungel gegen Felix Faust vorgehen, einen Magier, der dort seinen eigenen Kult gegründet hat. Dieser hat nämlich Doctor Mist, ebenfalls Mitarbeiter von ARGUS, gefangen genommen, der die Lage dort erkunden sollte. Neben Constantine, dem Vampir Andrew Bennet, Zantanna und Deadman ist auch Black Orchid mit von der Partie, die ebenfalls für ARGUS arbeitet.

Doch der Angriff gestaltet sich schwer. Felix Faust ist von einem drittklassigen Magier zu einer echten Bedrohung geworden, was seine Legion von Dämonen beweist.

Madame Xanandu, die Constantine nicht überzeugen konnte zu helfen, wird indes von üblen Zukunftsvisionen gepeinigt. Sie erkennt, daß das Motiv hinter alledem die legendären Bücher der Magie sind, die dem Besitzer die größte magische Macht verschaffen können. Faust und seine Leute sind ihnen auf der Spur, doch auch John Constantine hat natürlich ein Auge drauf geworfen. Doch in ihren Visionen sieht Madame Xanadu, wie der Engländer damit die Menschheit ins Verderben stürzt…

Fazit:

Im aktuellen Band hat Jeff Lemire (Sweet Tooth, Essex County) die Serie von Autor Peter Milligan übernommen, und gleich das Team verändert. Dabei holt er viele Figuren aus anderen ehemaligen Vertigo-Serien in die Story, z.B. Black Orchid aus der gleichnamigen Graphic Novel von Neil Gaiman, und Tim Hunter aus „Books of Magic“ (ebenfalls von Neil Gaiman, erschienen unter „Die Bücher der Magie“ bei Speed). Das funktioniert bei bei Tim Hunter ganz gut, da dieser in seiner Serie bereits mit Constantine und Zantanna zu tun hatte, bei Black Orchid allerdings stellt sich die Frage, wie sie zu einer forschen Regierungsagentin werden konnte.

Außerdem gibt es viele weitere Verknüpfungen wie z.B. zu „House of Mystery“, welches vom Team als Transportmittel genutzt wird, oder auch zu Superagent Frankenstein und der Serie „Ich, der Vampir“.

Ein gemeinsames Universum, dies scheint Lemires Prämisse zu sein. Dazu hat er auch eine neue Begebenheit aus der Vergangenheit Zatannas und Constantines geschaffen, die mich als Hellblazer-Leser verunsichert. So soll das ganze angefangen haben?

Unterm Strich bleibt hier eine unterhaltsame, spannende Geschichte, in der Lemire jedoch etwas unter  meinen Erwartungen bleibt. Doch das will nichts heißen, denn die Geschichte ist noch nicht abgeschlossen. Und ich bin mir sicher, Lemire hat für das grande Finale noch einige Pfeile im Köcher …

Fatale 2 – Hollywood Babylon

Eine Femme fatale ist per Definition ist eine besonders verführerische, schöne Frau, die Männer höchste Lust bereiten, aber auch ins Verderben führen kann.

Genau dies trifft auf Josephine, die Hauptfigur aus „Fatale“ zu. Die dunkelhaarige Schönheit hat schon im ersten Band „Den Tod im Nacken“ diverse Männer verführt, bis sie Nicolas Lash traf – und zwar auf der Beerdigung seines Paten Dominic Raines.  Im Haus des Verstorbenen findet Nicolas ein unveröffentlichtes Manuskript Raines, der Krimiautor war. Genau dieses Buch soll zu seinem Verderben werden, denn seltsame, dunkel gekleidete Herren wollen es ihm abjagen. Josephine taucht aus dem Nichts auf, und hilft Nicolas zu flüchten. Beide können entkommen, doch Nicolas bezahlt einen hohen Preis: Bei einem Unfall verliert er ein Bein, und Josephine ist verschwunden. Doch die Frau hält ihn nach wie vor in ihrem Bann, so daß er Nachforschungen anstellt. Überraschenderweise kannte sein verstorbener Pate die Dame ebenfalls, wie er an einem alten Foto erkennt. Sein Pate ist auf dem Foto noch sehr jung, doch Josephine sieht genau so aus wie in der Gegenwart …

In „Hollywood Babylon“ sucht Nicolas weiter besessen nach Josephine. Er findet schließlich ein Zeitungsbild, auf dem sie einer Party in Hollywood im Hintergrund steht. Doch wie kann das sein?Bevor  er jedoch lange darüber nachdenken kann, sind ihm die dunkel gekleideten Männer schon wieder auf den Fersen …

Nach diesem Prolog  führt uns die Handlung ins Hollywood der 70er Jahre. Miles wäre gern ein richtiger Schauspieler, doch er hat bislang nur eine einzige gute Rolle gespielt. Dazu kommt sein Drogenproblem, das ihn ruhelos nach dem nächsten Schuß suchen läßt. Als er auf einer Party jedoch Suzy findet, die ihm für die nächste Dosis behilflich sein sollte, traut er seinen Augen nicht. Seine Schauspielkollegin hat einem Priester der Method Church den Schädel gespalten, weil dieser einen unvorstellbar grauenhaften Film witzig fand. Beide können vor den Anhängern der Sekte fliehen, denn sie finden einen Unterschlupf. Ein Dame gewährt ihnen Asyl. Es ist Josephine, der Miles vom ersten Moment an verfallen ist …

Fazit:

Ed Brubaker und Sean Phillips sind ein routiniertes Team, daß schon in den Serien „Criminal“ und „Incognito“ durch die dichte Atmosphäre ihrer Erzählungen geglänzt haben. In „Fatale“ vermischen sie eine tüchtige Portion Crime Noir mit Horrorelementen mit Bezug zum Chtulu-Mythos . Der alte Lovecraft wäre stolz auf sie.

Die Serie lebt davon, daß der Leser zu keiner Zeit komplett durchblickt, und für jede Antwort 2 weitere Fragen aufgeworfen werden. Noch immer ist nicht genau klar, was Josephine nun eigentlich ist, und warum die Sekte ihr ans Leder will.

Für mich war sehr angenehm, daß die Handlung weniger verschachtelt war als in Band 1. Es steigert den Lesefluß ungemein, wenn man nicht ständig darüber nachdenken muß, in welcher Zeitebene man sich nun befindet.

Die Zeichnungen von Sean Phillips sind erneut von Dave Stewart koloriert worden, der gekonnt die 70er zum Leben erweckt.  Die beiden ergänzen sich wunderbar. Für diese Geschichte könnte ich mir kein passenderes Team vorstellen.

Die Serie war zunächst auf 12 Ausgaben ausgelegt, ist nun aber als Ongoing ausgelegt, so daß Brubaker sich mehr Zeit lassen kann, die Handlung zu vollenden. Auf die nächste Ausgabe, die die Erlebnisse einiger Damen in der Vergangenheit mit den gleichen Fähigkeiten wie Josephine erzählt, bin ich schon sehr gespannt. Liegt das an Josephines Fähigkeiten?!

Super Crooks

Als Superschurke hat man es heutzutage nicht leicht. In den Vereinigten Staaten von Amerika ist die Dichte an kostümierten Helden so groß, daß man noch nicht mal ungestört eine kleine Bank überfallen kann, ohne gleich in einem Hochsicherheitsgefängnis zu sitzen. Desolat!

Also macht sich Heat, ein Schurke der alten Garde, auf nach Las Vegas. Statt seiner antiquierten Strahlenpistole hat er einen jungen Nachwuchsbösewicht mitgenommen, der eine halbe Stunde in die Zukunft sehen kann. Das Ziel ist klar: sie wollen die Bank sprengen! Doch der Schwindel fällt auf, und nach einer Abreibung zwingt der Casinobesitzer Heat, ihm als Wiedergutmachung 100 Millionen Dollar zu übergeben. Doch woher soll der alte Mann dies bekommen?

Heat wendet sich an Johnny Bolt, einem jüngeren Schurken, dem er im Knast eine große Hilfe war. Mit anderen Gauner, bei denen Heat noch etwas gut hat, beschließen sie, das ultimative Ding durchzuziehen. Doch die USA scheiden aufgrund der bereits angesprochenen hohen Dichte an Superhelden als Einsatzort aus. So beschließt die Gruppe, nach Europa zu ziehen, genauer gesagt, nach Spanien, wo der Einsatz von „Kräften“ verboten ist. Doch als  Johnny Bolt dem Rest des Teams den genauen Plan enthüllt, zweifeln sie an seinem Verstand…

Fazit:

Spätestens seit Kick-Ass ist Mark Millar jedem Leser von Superheldencomics ein Begriff.

Sein fieser Humor trifft hier wieder ins voll ins Schwarze, und wird mit einer Menge Hintergrundwissen zum Thema Superhelden (und Schurken) garniert.  Es ist natürlich nicht das erste Mal, daß Millar sich Superschurken als Hauptdarsteller aussucht, und so werden unmerklich Erinnerungen an Wanted und Nemesis wach.

Das Gewaltlevel ist dabei gewohnt hoch, jedoch nicht so übertrieben, wie es zuletzt in Kick-Ass 2 der Fall war. Trotzdem bleibt aber kein Auge trocken, z.B. wenn Millar sich der Thematik Selbstheilungskräfte à la Wolverine widmet. Und gerade diese Überzeichnung der Superheldenthematik macht den Band aus, den die Geschichte ist wenig einfallsreich, und eindeutig von Filmen wie Ocean’s Eleven beeinflußt – ein Film, bei dem sich zuletzt auch Robert Kirkman und Nick Spencer bei Dieb der Diebe bedient haben.

Doch abkupfern ist keine Schande, wenn es nur kreativ gemacht wird. Gerade als Marvelleser gibt es hier einige Parallelen zu Figuren wie Doc Ock oder Elektro zu erkennen, und auch Millars Vorstellung von Captain America (hier Gladiator genannt) ist, nun sagen wir mal, anders.

Einzig an der Charakterisierung der Figuren hätte man noch mehr arbeiten können. Gerade weil  schönen Ideen dabei waren, hätte ich gern mehr zum ein oder anderen gehört, zumal Millar die Schurken ja als Sympathieträger darstellen möchte.

Leinil Yu hat hier als Zeichner wieder gute Arbeit geleistet. Mit Millar hatte er ja schon bei Superior zusammen gearbeitet, aber den meisten wird er von seinem Run bei den New Avengers oder Superman-Birthright bekannt sein. Besonders gut gefällt mir seine Vorstellung von Perspektivwechseln und das Kostümdesign. Man darf  gespannt sein, wie viel davon für die geplante Verfilmung übernommen werden wird.

Insgesamt ist Super Crooks eine unterhaltsame Parodie auf das Spandex-Genre. Zwar kein neues Kick-Ass, aber immer noch spaßiger als viele Cape-Serien, die seit Jahren die gleichen Geschichten erzählen, ohne auf Details wie „warum probieren wir es statt in New York nicht mal da, wo es keine Superhelden gibt?“ einzugehen.

The Evolutionary War Omnibus

Bei “The Evolutionary War“ ging Marvel 1988 einen neuen Weg. Zwar hatte es schon einige Crossover gegeben, aber “The Evolutionary War“ fand ausschließlich in 11 Annuals statt:

  • Part 1: X-Factor Annual #3
  • Part 2: The Punisher Annual #1
  • Part 3: Silver Surfer Annual #1
  • Part 4: New Mutants Annual #4
  • Part 5: Fantastic Four Annual #21
  • Part 6: The Amazing Spider-Man Annual #22
  • Part 7: X-Men Annual vol 1, #12
  • Part 8: Web of Spider-Man Annual #4
  • Part 9: West Coast Avengers Annual #3
  • Part 10: The Spectacular Spider-Man Annual #8
  • Part 11: Avengers Annual #17

Die Story ist schnell erzählt. Der High Evolutionary hatte in der Vergangenheit einige Niederlagen hinnehmen müssen. Nun hat er einen neuen Plan: die Menschheit soll die am höchsten entwickelte Rasse des Alls werden – und zwar so schnell wie möglich. Dazu hat er sich allerhand einfallen lassen, z.B. will er die Moloiden ausrotten, die er als Irrweg der Evolution sieht. Also schickt er seine gepanzerten Purifiers auf die Erde, die seinen Plan vollstrecken sollen. Neben den Moloiden werden auch Drogenkartelle angegriffen, und er macht auch einen Klon von Gwen Stacy ausfindig, den/die er untersuchen will. Ziemlich wirr das ganze, bis er zu seinem Masterplan kommt: Er will mit einer  genetischen Bombe die Menschheit dazu bringen, sich sofort die Evolutionsleiter hinauf zu verwandeln.

Die Helden der Erde lassen das natürlich nicht so einfach geschehen, und so kämpfen verschiedene Teams oder Punisher und Spider-Man in ihren Annuals gegen den High Evolutionary, mal im urbanem Umfeld, mal auf globaler Ebenen.

Am Ende des Bandes sind die Zweitgeschichten aus den Annuals enthalten; diese sind verschiedenen Epochen im Leben des High Evolutionary gewidmet, der einst ein Mensch mit namens Herbert Edgar Wyndham  war.

Fazit:

Eine wirklich rote Linie wurde hier nicht verfolgt, es ist teilweise ziemlich schräg, was der High Evolutionary  plant. Trotzdem wissen einige Geschichten unabhängig von der Rahmenhandlung zu gefallen, wie z.B. Punisher oder die Westküstenrächer. Für Freunde der Kontinuität ist einiges enthalten, z.B. werden in den Zweitgeschichten die bisherigen Auftritte des High Evolutionary verknüpft, und in eine passable Timeline geordnet. Da hat Mark Gruenwald einiges gelesen.

Außerdem gibt es die Erstauftritte von Speedball und Black Goliath.

An Künstlern ist alles vertreten, was damals (und auch heute noch) Rang und Namen hatte, z.B. Claremont, Texeira, DeFalco, Bagley uvm.

Wer an klassischen Geschichten und Charaktären seine Freunde hat, ist mit dem Band gut bedient, man muß allerdings verschmerzen, daß ein roter Faden fehlt.

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