Rezensionen

Crossed 4 – Badlands

Als Autor Robert Kirkman 2003 seine Serie „The Walking Dead“ startete, konnte er nicht ahnen, dass die Serie auch zehn Jahre später noch laufen würde. Das Zombie-Thema war nicht zuletzt durch diverse B-Movies oft verwendet worden, aber Kirkmans Erzählweise mit dem gewissen Soapfaktor hält die Leser bei der Stange, und feiert als TV-Serie oder Spiel große Erfolge.

Garth Ennis hat die Thematik der Überlebenden, die durch eine feindlichen Umgebung ziehen, auch für die Serie „Crossed“ benutzt. Doch in der Welt von „Crossed“ gibt es keine Zombies, sondern Gefirmte, die an einem Kreuz auf ihren Gesicht zu erkennen sind, und nichts im Sinn haben außer Fressen, Sex und Folter – gern auch in Kombination. Wie bei Ennis zu erwarten, wurden diverse Grenzen überschritten, speziell bei der Darstellung der Gefirmten, die sich gern mit diversen Körperteilen schmücken, aber auch bei deren Foltermethoden. Nachdem die Serie mit Band 2 von David Lapham übernommen wurde, kehrt Gart Ennis nun in Band 4 zurück.

In diesem Band sind die Storylines „Badlands“ und „Homo Superior“ enthalten. Badlands beschreibt die Erlebnisse einer Gruppe von Überlebenden, die sich durch das britische Hinterland schlagen. Unterstütz werden sie von prominenter Seite, denn niemand anderes als Prinz Harry begleitet die Gruppe. Zumindest behauptet der rothaarige Halbstarke in Armeekleidung das, überprüfbar ist es jedoch nich, denn große Teile seines Gesichts sind verletzt. Für die Geschichte ist es jedoch nicht von Belang, denn die Gruppe flieht vor einigen Gefirmten, und wird immer mehr dezimiert… Können sie den Ansturm der kranken Horde standhalten?

Die 2. Geschichte stammt von Jamie Delano (Hellblazer).Bei „Homo Superior“ handelt es sich nicht etwa um eine X-Men-Geschichte. In den Sümpfen Floridas hat sich eine Gruppe Rednecks verschanzt, die sich mit diversen Waffen und Lebensmitteln auf den Weltuntergang vorbereitet hatten. Neben diversen Orgien möchten sie nebenbei mit einigen Damen den „Homo Superior“ zeugen, die nächste Version des Herrenmenschen, wie die Rednecks ihn sich vorstellen. Als der Sohn des Anführers seine Wache vernachlässigt, und die Gefirmten das Lager angreifen, ist das Chaos perfekt. Doch auch andere Überlebende ziehen durch die Sümpfe…

Fazit:

Ennis ist zurück, und macht was er am besten kann: Massaker mit Spaß. Während man bei Lapham oft das Gefühl hatte, er würde die Geschichte nur um extreme Gewaltdarstellung herum schreiben, packt Ennis wieder tief in die Ideenkiste. Die Idee mit Prinz Harry macht viel Spaß, und das angebliche Ende der königlichen Familie könnte fieser nicht sein. Jacen Burrows liefert dazu gewohnt blutige Zeichnungen ab, wie wir es z.B. von „Die Chroniken von Wormwood“ gewohnt sind.

Auch bei Homo Superior“ gibt es Details, die einem ein bösartiges Grinsen aufs Gesicht zaubern. Die Darstellung von Rednecks im Sumpf könnten glatt von Ennis selbst sein, ähnliche Figuren hat er ja in Preacher bereits perfektioniert (z.B. in Goold old boys).

Die sehr unterschiedlichen Charaktäre sind es hier, die die Story interessant machen. Doch kaum hat man sich an sie gewöhnt, sind sie auch wieder verschwunden… Für die einen wird das die große Stärke der Serie sein, für andere die Schwäche. Mich freut es eher, denn ein 2. The Walking Dead braucht man nicht. Stattdessen kann sich hier jeder mit schwarzem Humor austoben, denn die Gefirmten bieten eine Menge an Möglichkeiten, die es bei Zombies nicht gibt.

Die Geschichten sind unabhängig von den restlichen Bänden zu lesen; Vorwissen ist nicht erforderlich.

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