Rezensionen

Captain America Megaband 1 – Verschollen in Dimension Z

Meine erste Begegnung mit Captain America war „Die Spinne 156“ von Condor. Neben einer sehr stimmungsvollen Spidey-Geschichte mit Kraven und Vermin war als Zweitstory Marvel Fanfare 18 von Frank Miller und Roger Stern enthalten. In dieser Geschichte ermittelt Cap in einer Brandserie mit ausländerfeindlichem Hinterngrund. Da das Heft mich fesselte, wurde auch die nächste Ausgabe von  “Die Spinne” mein, und auch da trat Cap auf. Es folgenden eine Menge Taschenbücher von Captain America, und auch bei Marvel Deutschland bzw. Panini faszinierte mich die Figur. Einige sehr gute Storylines folgten, vorallem der Brubaker-Run um Caps Tod und den Winter Soldier. Doch irgendwann verlor ich die Figur aus den Augen.

Geändert hat dies nun der Megaband “Verschollen in Dimension Z”. Ich gebe zu, hier haben mich zunächst vorallem die Zeichnungen von John Romita Jr. gereizt, die den Geschichten immer ein besonderes Flair geben. Es verschlägt Steve Rogers also in die Dimension Z – nichts anderes als die Welt des Arnim Zola, einem klassischen Gegner, der Cap schon in den 40ern das Leben schwer machte.

In dieser Welt ist der verrückte Wissenschaftler die Spitze der Nahrungskette, und läßt sich von einem Heer eigens gezüchteter Mutanten beschützen. Damit es nicht an Gesellschaft mangelt, hat er sich auch noch 2 Kinder geschaffen – ohne die Einverständnis der Mutter natürlich. Cap kann bei seinem Eintreffen mit den Sohn Zolas flüchten. Das Mädchen bleibt bei ihrem Vater. Während Steve und der Junge, den er Ian nennt, sich durch eine von Monstern und Mutanten bewohnte Wildnis schlagen, wächst das Mädchen bei Zola zu seiner hasserfüllten Kämpferin heran. Und dann ist da noch Zolas Plan, die Erde zu erobern…

Fazit:
Autor Rick Remender beweist erneut, daß er es schafft, bekannte Figuren in einem vollkommen neuen Kontext zu zeigen (wie z.B. den Punisher in Frankencastle). Hier verschlägt es die amerikanische Ikone in eine andere Dimension, die einem fremden Planeten gleicht. Sicherlich ist das keine komplett neue Idee. Auch in Secret War verschlug es die Helden auf einen anderen Planet, und die Erinnerungen an Ben Grimms interstellare Wanderung oder Planet Hulk sind noch frisch. Doch Remender zeigt hier eine für Captain America ungewöhnliche Perspektive: die des Vaters. Die Gefühle für den Sohn Zolas bringen eine neue Seite an Steve Rogers hervor.
Sehr schön auch die Rückblenden in die Vergangenheit Caps und Zolas, die wichtige Fragen stellt. Wer definiert wer wir sind? Können wir uns bei der Bildung des Charakters frei entscheiden?

Die Zeichnungen von Romita Jr. sind über jeden Zweifel erhaben. Besonders gut konnte er sich bei den Monstern austoben, die fast das Level von Kirby erreichen. Auch der von Kampf geschundene Cap wirkt ungemein verletzlich – in den neueren Werken eher eine Seltenheit.

Mir hat der Megaband megaviel Spaß gemacht, vermutlich gerade weil ich nicht viel erwartet habe. Ich wünsche mir, daß dieses moderne Märchen an anderer Stelle fortgesetzt wird, und die Nachwirkungen dieser Geschichte ein fester Punkt in der Lebensgeschichte von Captain America werden. Für mich zählt Captain America neben Superior Spider-Man und Die neuen X-Men zu den gelungensten Neustarts von Marvel Now. Auch für Neuleser ist der Band ideal – das wenige Wissen, was man für das Verständnis der Geschichte braucht, wird nebenbei vermittelt.

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