Rezensionen

Satz mit x: Das war nix, "Micky X ist wieder da"

Mit einer Taschenlampe bewaffnet tastet sich die segelohrige Maus durch dunkle Gänge und scheint einem gruseligen Werwolf direkt in das mit Reisszähnen bewaffnete Gesicht. Schließlich ertönt ein markerschütterndes Geräusch aus seinem Inneren: „Ahijak! Ahöhöhö!“ Und schon wird der klar, dass der gruselige Gevatter nur Goofy im Wolfspelz ist. Leider.

Micky X ist nicht „Ein Fall für Micky“

Ich muss zugeben, ich bin bei dieser Rezension von dem sechsten Band der Premium-Reihe etwas negativ beeinflusst. Als ich den ersten Micky X Band in den Händen hielt, dachte ich nur an die tollen Fälle aus den dünnen Heftchen „Ein Fall für Micky“ von damals. Der Stil der Micky Maus war damals relativ ernsthaft mit kleinen ironischen Gesichtsausdrücken. Ähnlicher Stil lässt sich hier auch wiederfinden, nicht aber die schön stringenten Kriminalgeschichten.

Die Wahrheit ist irgendwo da draußen, Goofwolf

Micky X lehnt sich vom Titel her an den Titel der Fernsehehserie Akte X und bei dem Setting bedient es sich bei dem schönen Kinderspiel „Gegenteiltag“. Alles was man beim Gegenteiltag sagt, ist das Umgekehrte. So ist die Anderswelt eine Ansammlung gruseliger Gestalten, vom lebendigen Schneemann bis zum unsichtbaren Briefträger. Also eigentlich ist es gar nicht so anders wie Entenhausen, man könnte annehmen, dass die Leute in Anderswelt einfach das ganze Jahr über Halloween haben. Micky ist im ersten Band durch seinen Begleiter Goofwolf nach Anderswelt gekommen. In diesem Band reihen sich wieder kleinere Geschichten, in denen sich Banalitäten wie „Wie finde ich das richtige Geschenk für Goofwolf“ bis zu „Wie halte ich den nächsten Oberbösewicht auf“, aneinander.

Das Problem ist das, was man erwartet

Im ersten Band war der Vorteil, dass man die Anderswelt nicht kannte. Viele „Gesetzmäßigkeiten“ mussten wir mit Micky noch kennenlernen. In diesem Band merke ich, wie mein Interesse nachlässt und mein Problem mit der Erwartungshaltung wieder durchdringt. Die Premium-Bände sind dunkel gehalten und vermitteln immer einen Eindruck, dass es eher an erwachsene Leser gerichtet ist.  Bei Phantomias und in Grenzen auch bei den Bänden davor galt das bestimmt, aber Micky X würde ich eher  Kindern zu lesen geben als mir.

Kleine Spielereien / Gegenteiltag: Große Spielereien?!

An manchen Stellen finde ich den Ausbruch aus der durchschnittlichen Mystery-Suppe ganz erfrischend. Ob nun Goofwolf den Leser kurz anspricht oder er in einem Buch rumgeistert und die Seite gefüllt ist mit dem Buch, lockert das Ganze etwas auf.

Was bleibt mir also letztlich zu sagen, als ein laut betontes Naja! Ich habe irgendwann die Lust am Lesen verloren, bietet sich mir doch nicht viel Neues. Einzig Goofwolf lockert das Ganze manchmal etwas auf, aber ansonsten ist der Band eher Kindern zu empfehlen oder absoluten Maus-Fans.

Mehr Rezensionen von mir könnt ihr in meinem Blog DerComicer lesen.

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