Rezensionen

Crossed 6 – Badlands 2

Die Welt von Crossed ist dem Leser mittlerweile bestens bekannt. Einer Zombieplage nicht unähnlich, bevölkern die „Gefirmten“ die Welt von Crossed. Die sind schneller, härter und bösartiger als Zombies – dazu noch intelligenter, und von einem kranken Folter- und Sexualtrieb besessen. Gut erkennbar sind sie an dem Kreuz, das wie eine Narbe oder ein Geschwür in dem Gesicht der Infizierten erkennbar ist. Da die Seuche per Tröpfchen übertragen wird, bedeutet jeder Tropfen Blut, Schweiß oder Sperma auf der Haut einen neuen Gefirmten.

Viel haben wir schon gelesen über den Kampf der Menschen gegen die Gefirmten, die die Welt im Nu überrannt haben. Die Autoren David Lapham und David Hine gehen in diesem Band einen Schritt zurück in der Zeitlinie. Sie erzählen 2 Geschichten, die vor bzw. während der ersten Tage des Auftauchens der Gefirmten spielen.

In „Yellow Belly“ widmet sich David Lapham den Erfahrungen von Edmund, dessen Spitzname eben Yellow Belly/Pieselschweif ist. Der Schüler einer High School hat sich diesen Namen verdient, weil er sich in einem ungünstigen Moment eingenässt hat. Klar, dass ihm das den Spott der ganzen Schule zuzieht – speziell von den coolen Leuten, aber auch von seiner Angebeteten Betty wird er immer wieder aufgezogen. So ist seine einzige Freude momentan der traditionelle Zirkusbesuch mit seiner Familie. Seit Jahren schon besuchen sie die Vorstellung, doch dieses Mal ist etwas anders. Das Chaos bricht aus. Eine Horde von Gefirmten hat die Schausteller infiziert, und nun ist die ganze Stadt in Gefahr. Kann Pieselschweif nun zum großen Helden werden?

David Hine beschreibt in „The golden road“ die Geschichte von Clooney, der sich mit seiner Freundin zusammen noch vor dem ersten Auftreten der Gefirmten auf ein seltsames Experiment einlässt. In dem Haus eines superreichen, verschrobenen Autoren sollen sie mit weiteren Gästen eine zugewiesene Rolle spielen, um Inspiration für ein neues Buch zu bieten. Doch der Millionär arbeitet mit allen psychologischen Tricks, und so verwandelt sich das Experiment auch ohne das Zutun der Gefirmten in eine Orgie aus Sex und Gewalt.

Doch auch hier treten die hemmungslosen Infizierten bald in Aktion, und greifen die Villa des Autors an. Wer spielt weiter seine Rolle, wer verfehlt das Thema und vor allem: Wer wird überleben?

Fazit

Hine und Lapham haben sich in diesem Band, bewusst oder unbewusst, jeweils einen Verlierer herausgesucht, die nun mit dem Ende ihrer Welt klarkommen müssen, die von den Gefirmten überrannt wird. Die Umgangsweise mit dieser neuen Situation ist jedoch höchst unterschiedlich. Kann man angesichts einer solchen Bedrohung in seinem Selbstmitleid baden und bei seinen alten Verhaltensweisen bleiben, oder muß man sich ändern? Und wenn ja, ist man überhaupt in der Lage dazu?

Während Laphan in „Yellow Belly“ seine übliche Crossed-Erzählweise (Massaker mit Spaß, dieses Mal mit Zirkusleuten und Bikern) abspult, gibt Hine in „The golden road“ der Erzählung eine andere Richtung. Die Situation in einer Villa den Psychospielchen eines charismatischen Manipulierers ausgeliefert zu sein, ist natürlich nicht neu, aber das gibt Hine schon auf der ersten Seite zu, in dem er den mir unbekannten Film „Trauma“ zitiert. Aber auch in anderen Werken wie Dracula findet man diese Art der Manipulation. Ungeachtet dessen ist das kranke Theater hier spannend umgesetzt, und die psychische Situation Clooneys unterhält doch mehr als die Gewaltszenen, die man mittlerweile schon kennt.

Insgesamt ein überdurchschnittlicher Band der Splatterserie, wie immer ungeeignet für Kinder, und ohne Vorkenntnisse lesbar.

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