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Leidenschaft Comic

„Ich wollte eine kleine Blogparade starten zum Thema: Leidenschaft Comic“, hat der Basti gesagt. Natürlich mache ich da mit. Aber wo fange ich da an? Am besten am Anfang, oder?

Für mich als Kind der DDR gestaltete sich der Überblick über die Auswahl an Comics zunächst recht überschaubar. Der DDR-Comic schlechthin, das Mosaik, begeisterte mich allerdings umso mehr. Bekam ich eine neue Ausgabe mitgebracht, zog diese mich offensichtlich immer so in den Bann, dass meine Eltern schließlich beschlossen, mir das Mosaik, das monatlich erschien, zu abonnieren. Das war 1987 – ein Grundstein für meine Leidenschaft war gelegt.

Die Abrafaxe faszinierten mich, aber irgendwann entdeckte ich dann einen Hardcover-Band, auf dem ebenfalls der Titel Mosaik prangte. Ich weiß gar nicht mehr, wo genau ich den Band entdeckt hatte, aber ich meine mich zu erinnern, dass er meinem Vater gehört hatte. Auf ihm abgebildet war ein Ritter auf einem edlen Ross, links und rechts neben ihm ritten zwei Esel oder Maultiere, auf denen jeweils ein Knappe ritt. Die beiden Knappen hatten gewisse Ähnlichkeit mit Abrax und Califax, aber irgendwie sahen sie auch anders aus. Als ich das Buch las, erfuhr ich, dass es sich um Dig und Dag handelte, die den Ritter Runkel nach Venedig begleiten sollten. Erst später erfuhr ich, dass Dig und Dag noch einen Bruder namens Digedag hatten und die drei zusammen als Digedags bekannt waren. Das Konzept war ähnlich, denn auch die Digedags erlebten Abenteuer an unterschiedlichen Orten und in verschiedenen Zeiten. Deutliche Parallelen zu deren Nachfolgern, den Abrafaxen waren also gegeben. Schließlich bat ich meinen Vater, der noch ein paar Hefte der Digedags besaß, auch diese lesen zu dürfen. Später entdeckte ich bei einer Räumungsaktion in der Nachbarschaft, dass sich jemand eines ganzen gesammelten Stapels dieser Hefte entledigen wollte. Kurzerhand fischte ich die noch recht gut erhaltenen Hefte aus dem Abfallcontainer und schleppte sie stolz nach Hause, um auch diese zu lesen.

Ein kleiner Zeitsprung … 1989, das Jahr, in dem die Mauer fiel und die Grenzen nach Westdeutschland geöffnet wurden. Erste Kaufhallen stellten ihr Sortiment um und auch erste Comics aus dem Westen hielten Einzug. Allerdings waren diese für die ostdeutsche Währung zu jenem Zeitpunkt äußerst unerschwinglich. Der örtliche Zeitschriftenladen hatte plötzlich das Micky Maus Magazin im Regal liegen – zu einem stolzen Preis von 12 Ostmark. Das Heft war so nah und doch so fern. Damit ich nicht so ganz leer ausging entschloss ich mich schließlich für eine Sammlung von Comicstrips aus der FRÖSI, welche mit ca. 2-3 Mark deutlich günstiger war. Eigentlich war ich schon früher mit dem MMM, aber auch dem Lustigen Taschenbuch in Verbindung gekommen. Ersteres bekamen die Nachbarstöchter immer stapelweise von ihrer Verwandtschaft aus dem Westen mitgebracht, letzteres schickte meine eigene Westverwandtschaft irgendwann in einem Carepaket mit. Die Nachbarstöchter hatten auch das YPS-Magazin – dann natürlich immer schon ohne das Gimmick – in ihrem Fundus. Das machte mir nichts aus, mich interessierten vor allem die Bildergeschichten. Hier entdeckte ich auch Asterix, den ich vorher nur aus Zeichentrickfilmen kannte. Nun gab es diese Hefte endlich auch hier zu kaufen, nur leisten konnte ich sie mir noch nicht. Das dauerte dann noch bis zur Währungsunion, dann schlug auch ich endlich zu.

Aber auch hier wuchs das Spektrum merklich. Die Disney-Titel waren längst nicht die Einzigen, die in die Zeitschriftenläden und Supermärkte gespült wurden. Mit größtem Interesse entdeckte ich Asterix und Lucky Luke als Alben, von denen ich mir immer wieder ein paar Softcover-Alben gönnte. Superhelden, die ich aus Zeichentrickserien im Fernsehen kannte, leistete ich mir immer wieder in Form von Condor-Alben und -Taschenbüchern. Das ging allerdings tief ins Taschengeld. So groß die Auswahl plötzlich auch war, alles leisten konnte ich mir nicht. Ein glücklicher Zufall offenbarte mir bald eine günstigere Quelle. Meine kleine Schwester wollte in die städtische Bücherei, um sich dort Bücher auszuleihen. Ich begleitete sie zunächst eher missmutig, entdeckte dort jedoch ein kleines Paradies: die Comic-Ecke. Dort konnte ich nach Herzenslust stöbern und antesten. Erste Begegnungen mit Isnogud, Valhalla (hier kannte ich ebenfalls zuerst den Zeichentrickfilm), Clever und Smart und einigen mehr waren das Ergebnis. Hier entdeckte ich auch die Albenreihe „Goofy‘ s komische Historie“. Goofy mochte ich schon im MMM und dem LTB am liebsten. Hier vertiefte sich diese Leidenschaft.

Gimmicks gab es nicht nur in YPS und im MMM, sondern auch bei Lebensmitteln. Nutella steckte seinerzeit Mini-Comics in die Deckel. Hier entdeckte ich erstaunt, dass auch die Zeichentrickserie „Spirou und Fantasio“, die ich zuvor im Fernsehen entdeckt hatte, auf einem Comic basierte. Auf einer Klassenfahrt nach Dresden entdeckte ich in einer Buchhandlung den Spirou & Fantasio – Band „Marilyn ist nicht zu stoppen“, welchen ich mir sofort kaufte. Zurück in meinem verschlafenen Örtchen fand ich die Comics jedoch nicht im Zeitschriftenhandel. Eine Buchhandlung mit Comics im Programm gab es damals in meinem Örtchen auch nicht. Ich wusste aber, dass der örtliche Fotoladen auch Bücher im Programm hatte und an das Bücherbestellsystem angeschlossen war. Höflich fragte ich dort nach, ob man die Bände da bestellen könnte, was man mir bestätigte. Schließlich bestellte ich mir dort nach und nach noch einige der Bände von Janry und Tome, deren dynamischer Stil mir damals am besten gefiel. Ein paar Bände von „Der kleine Spirou“ ergänzten meine kleine, aber niemals komplette Sammlung später, da sie vom selben Duo stammten. Hier standen nicht die Abenteuergeschichten des erwachsenen Spirou‘ s im Mittelpunkt, sondern vielmehr Lausbubenstreiche aus seiner Jugend.

1995 erschien dann plötzlich ein neues Heft auf dem Markt: Batman Adventures. Da ich zuvor mit heller Begeisterung die Zeichentrickserie „Batman – The Animated Series“ verfolgt hatte, war es klar, dass ich mir das Heft kaufen musste. Meine erste Begegnung mit Batman hatte ich übrigens um die Zeit der Grenzöffnung herum. Bei unserem ersten Besuch in Westdeutschland waren mir Bullyland-Figuren zu Batman aufgefallen. Dazu lief zu jener Zeit auf Sat1 die Serie aus den 60ern. Das hatte sicher auch damit zu tun, dass zu jener Zeit der erste Batman-Film von Tim Burton in die Kinos kam. Dass es dazu auch Comics gab, fiel mir auf, wobei ich diesen damals keine übergeordnete Aufmerksamkeit schenkte, was auch daran gelegen hat, dass es da keine Heftserie zu Batman gab. Das änderte sich nun im Jahre 1995 schlagartig. „Batman Adventures“ wurde Heft um Heft gekauft und verschlungen. Doch dabei blieb es nicht.

Dino nahm, beflügelt durch den Erfolg der „Batman Adventures“, mit „Superman“ erstmals eine Reihe aus dem regulären DC-Universum in ihr Programm auf. „DC gegen Marvel“ folgte. BÄMM! Hier hatten sie mich. Ich war nicht nur gefesselt, sondern auch überrascht ob der vielen Superhelden, die plötzlich aus dem Nichts in mein Leben traten. Wonder Woman und Superman – okay, die kannte ich aus Film und Fernsehen. Zwar kannte ich auch den Flash, weil auch der irgendwann ein paar Jahre zuvor als „Roter Blitz“ über meinen Fernseher flimmerte, doch dass nicht mehr Barry Allen der Flash war, sondern ein gewisser Wally West, erfuhr ich erst hier. Ähnlich erging es mir mit Robin. Hier war Tim Drake Robin, der mittlerweile dritte im Kostüm?! Dann gab es da noch diesen coolen Helden namens Green Lantern. Wow, der konnte quasi alles mit seinem grünen Kraftring erzeugen, was er sich nur vorstellen konnte. Es war um mich geschehen. Dass auch dieser Kyle Rayner nicht der erste Träger des Kraftrings war, erfuhr ich zwar auch im redaktionellen Teil von „DC gegen Marvel“, doch mehr las ich erst später, als Dino zunächst „Der Fall des Hal Jordan“ als Spezialausgabe der zuvor gestarteten J.L.A. – Serie präsentierte und später die Reihe „Green Lantern“ verlegte. Dass die Superhelden ihre eigene Liga hatten und im selben Universum koexistierten, war eine Tatsache, die ich mochte – all die coolen Helden in einem Comic. Die Serien legte ich mir natürlich alle zu, auch die Batman-Serie aus dem klassischen Batman-Universum, die Dino im Fahrtgewässer von „DC gegen Marvel“ veröffentlichte. Es spielte mir in die Karten, dass ich 1996 meine Lehre angetreten hatte, mein erstes eigenes Geld verdiente und mir so die Hefte nun auch alle selbst kaufen konnte.

Die Bahnhofsbuchhandlung in Chemnitz war ein begehrter Zwischenstopp früh morgens vor oder am Nachmittag nach der Arbeit. Die hatten ja alles – und noch ein bisschen mehr. Schließlich entdeckte ich dort die Carlsen-Bände von Superman und Batman, die mit den Reihen um Superman’s Tod und Rückkehr oder Batman’s Knightfall jeweils die Vorgeschichten zu den Heften von Dino lieferten. Diese kaufte ich mir nach und nach. Im Falle von Superman eröffnete mir die Reihe schließlich nicht nur, woher dieser Superboy aus „DC gegen Marvel“, „Superman“ und „WF3“ kam (letzteres erschien in den ersten vier Ausgaben der J.L.A. als Zweitserie), der anscheinend ein Klon Superman‘ s war, sondern auch die Vorgeschichte zum „Fall von Hal Jordan“.

Es erleichterte mir den Einstieg ins Green Lantern – Universum ungemein, dass Kyle Rayner seinerzeit die einzige Green Lantern war. Die Vorgeschichte um das Green Lantern Corps und Kyle‘ s Vorgänger erschloss sich nach und nach durch die Reihe selbst oder durch Recherchen im damals noch sehr langsamen Internet. „Der Fall von Hal Jordan“ wurde unterdessen in „Zero Hour“ fortgesetzt, dem Crossover des DC-Universums, das Dino als J.L.A. Sonderband präsentierte. Von Dino kaufte ich irgendwie alles – zumindest alles, was mit Superhelden zu tun hatte. Durch „DC gegen Marvel“ wurde aber nicht nur das Interesse an DC Comics geweckt, sondern auch das an Marvel-Figuren wieder entfacht, die ich zuvor nur aus den Condor-Heften und -Taschenbüchern und natürlich dem Fernsehen kannte. Der Hulk, Spider-Man, ja, die beiden kannte ich näher, aber auch die Fantastic Four, Thor und wie sie alle hießen, waren mir nicht gänzlich unbekannt. Aber warum nannte sich Spider-Man in „DC gegen Marvel“ eigentlich Ben Reily? Und warum trug er ein cooleres  Kostüm? Diese Rätsel sollten sich mir offenbaren, als ich begann, die Condor-Hefte regelmäßig zu kaufen. Dort tauchte dieser Ben Reily auf, nannte sich aber Scarlet Spider. Auf einmal stellte Condor seine Reihen ein.

Beerbt wurden sie kurz darauf von Panini Comics, welche zeitgleich Spider-Man und die X-Men neu starteten. Es war ein magischer Moment, als ich diese beiden Ausgaben nach einem Besuch in der Bahnhofsbuchhandlung in den Händen hielt. Beide Ausgaben waren eingeschweißt und hatten jeweils eine thematisch passende Sammelkarte dabei. Bei Spider-Man führte man sogar noch den Untertitel „Die Spinne“ mit, unter welchem Spidey bei Condor erschienen war. Tatsächlich war ich froh, dass man inhaltlich am Namen Spider-Man festhielt. Zu dieser Zeit kam es auch zu meiner ersten bewussten Entscheidung, was die Weiterverfolgung einer Serie anging. Die X-Men waren mir zu belastet mit Vorgeschichten, hier fand ich keinen richtigen Einstieg. Spider-Man hingegen blieb ich treu, denn hier würde es spannend bleiben. Nach wenigen Ausgaben tauchte Scarlet Spider wieder auf. Was folgte war die heute noch von mir sehr geschätzte Klonsaga.

So hatte ich innerhalb kürzester Zeit die wohl entscheidendsten Storylines vierer Superhelden gelesen, die mir bis heute mehr oder weniger wichtig sind: Batman (Knightfall), Green Lantern („Der Fall von Hal Jordan“ und Kyle‘ s erste Abenteuer später in den Schubern), Superman (Tod und Rückkehr) und Spider-Man (die Klonsaga). Mittlerweile hatte in Chemnitz ein kleiner, aber feiner Comicladen aufgemacht, in welchem ich meine Lieblingstitel ins Abo nahm. Tatsächlich hatte dieser sich auf Superhelden-Comics und Videospiele spezialisiert. Er verfügte auch über eine Backlist an US-Titeln, aber auch aktuelle US-Titel konnten über diesen Laden bezogen werden. Bei einigen Serien, die es nicht in die deutsche Übersetzung schafften, wie beispielsweise Nightwing oder Superboy, richtete ich mir ebenfalls ein kleines Abo ein. Green Lantern teilte sich in Deutschland mittlerweile ein Heft mit dem Flash, der zuvor eine eigene Reihe mit nur vier Ausgaben hatte. Offensichtlich versuchte man die beiden Helden aus der damals zweiten Reihe vereint an die Leserschaft zu bringen. Am Horizont der deutschen DC-Comics zogen allerdings bald dunkle Wolken auf. Der Dino Verlag stellte alle seine Superhelden-Titel ein. Resignation überkam mich. Zum ersten Mal übermannte mich der Gedanke daran, die ganze Comic-Sache zu vergessen. Wenngleich der Gang in den Comicladen nicht mehr derselbe war, holte ich mir nach wie vor Spider-Man und meine US-Abos.

Über das Comicforum erfuhr ich dann von der großen Übernahme der DC-Titel durch Panini. Neue Hoffnung machte sich breit. Der Panini Verlag, der mittlerweile einige Marvel-Titel mehr verlegte, hatte sich die Rechte für die Veröffentlichung der DC Comics in Deutschland gesichert. Neben Marvel Deutschland war ab sofort auch DC Deutschland ein Name in der deutschen Comiclandschaft. Allerdings musste ich auf meinen Lieblingssuperhelden Green Lantern noch ein wenig warten, weswegen ich diesen weiter im US-Format verfolgte. Im Jahre 2000 erschienen dann schließlich zwei Sonderbände mit Green Lantern, wovon einer ein Crossover mit dem Flash beinhaltete.

2001 verließ ich meine sächsische Heimat und zog ins hessische Offenbach. Mit seiner Nähe zu Frankfurt sah die Perspektive, Comics zu beziehen, natürlich optimal aus. Frankfurt hatte zu jener Zeit drei Läden in der Innenstadt. Den Comicladen Franke hatte ich bei meinem ersten Besuch im Jahr 2000 zuerst entdeckt. Michael, der seinerzeit dort Verkäufer war, war sofort offen und freundlich, dass ich mich direkt wohl fühlte. 2001 beschloss ich also, meine Comics regelmäßig in diesem Laden zu beziehen. Der Zeitpunkt war optimal, denn im Jahre 2001 erschien bei DCD eine neue Green Lantern – Serie, die es jedoch nicht auf mehr als vier Ausgaben schaffte. Über dem strahlenden grünen Licht sollte in Deutschland zunächst ein weiterer dunkler Schatten liegen. Also blieb ich hier den US-Ausgaben treu. Dafür verfolgte ich viele der anderen auf Deutsch erscheinenden DC-Titel. Zwischenzeitlich erfuhr ich von Michael, dass es in Frankfurt einen Comic-Stammtisch gab. Die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen – und zwar nicht virtuell, sondern leibhaftig an einem Tisch sitzend, war einfach zu verlockend. Also ließ ich mich in den Verteiler des Stammtischs aufnehmen. Am Anfang war es etwas merkwürdig. Ich kam als Neuer in eine Gruppe, die sich schon länger kannte. Wenngleich hier keiner ein reiner Superhelden-Leser war, wie ich zu jener Zeit, wurde ich sehr freundlich aufgenommen. Es hatte mir so gut gefallen, dass ich den Stammtisch regelmäßig besuchte.

Green Lantern hatte noch ein paar Auftritte in den Reihen „DC präsentiert“ und „DC Premium“, eine eigene Reihe sollte jedoch noch auf sich warten lassen. Die „Identity Crisis“ war ein großartiges Crossover, das ohne epische Schlachten auskam und Helden, sowie Schurken menschlich darstellte. Auch virtuell, also in Comicforen war ich weiterhin aktiv. Im Comicforum stellte dann ein neuer User namens >>Riz! die folgenreiche Frage: „Green Lantern Film: Wer wäre die Idealbesetzung?“ Die daraus folgende Diskussion brachte nicht nur eine Art virtuelles Casting mit sich, sondern hatte zur Folge, dass sich ein paar User des Forums zusammen taten um ein Fan-Drehbuch zu einem Green Lantern – Film zu schreiben. Unter diesen Usern waren neben >>Riz! und mir selbst noch babs, theblacksteel und Emil_Boskop. Ich bin mir sicher, dass ich User vergessen habe, die zu Beginn noch mitgeschrieben hatten, aber auf diesen Kern an Leuten pendelte es sich schließlich ein. Kurzerhand legte ich zu diesem Zweck ein eigenes kleines Forum an, auch, damit wir das CF mit unserer Geschichte nicht allzu sehr voll spamten. Unser Fanprojekt DC-Fanmovies war geboren. Schnell entstand das Verlangen unserer Gruppe, sich einmal persönlich zu treffen. Theblacksteel lud uns alle zu sich nach Berlin ein. Das Treffen fand im Frühjahr 2004 statt – der GLMAK (Green Lantern Movie Autoren Konvent) feierte Premiere. Die Gruppe aus oben genannten Leuten verstand sich auf Anhieb auch im echten Leben prächtig, weswegen sich der GLMAK zu einer festen Tradition entwickelt hat. Ein Höhepunkt ist sicher die Comicshop-Tour mit dem anschließenden Auspacken und Begutachten der erbeuteten Schätze.

In den kommenden Jahren tat sich einiges. Ein paar Jahre hintereinander stand der Herbst im Mittelpunkt des Comicgeschehens: ich besuchte neben der Buchmesse in Frankfurt nun auch die Comic-Action in Essen ein paar Mal. Der Schatten über Green Lantern wurde mit „Green Lantern Rebirth“ gelichtet und rückte GL in die vordere Reihe der Superhelden. Diese Miniserie ebnete in den kommenden Jahren den Weg für ein neues Green Lantern Corps, das Spektrum des Lichts und damit weitere Corps, das Crossover „Blackest Night“, welches den Ursprung im GL-Mythos hatte, jedoch das ganze DCU betraf und schließlich, ein paar weitere Jahre später, den lange ersehnten Green Lantern Film. Panini verlegte GL zunächst als Sonderband-Reihe, welche sehr gut aufgenommen wurde. Die Leidenschaft zu Comics war längst nicht mehr auf das Sammeln von Comics beschränkt. Es bildeten sich weitere Interessengemeinschaften, wie zum Beispiel ein kurzlebiger Panini-Stammtisch, bei dem ich auch breedstorm kennenlernte. Abseits der DC-Comics durfte ich bei Marvel wirkliche Perlen lesen, wie die Winter Soldier – Storyline um Captain America, den „Planet Hulk“ oder den „Civil War“.

Auch auf der großen Leinwand tummelten sich immer mehr Superhelden. Den Marvel-Helden gelang es bis auf wenige Ausnahmen, die Kinoleinwand erfolgreich zu erobern und so Superheldenverfilmungen wieder salonfähig zu machen. Davon profitierte später auch die „Dark Knight“-Trilogie aus den Häusern DC, WB und Legendary Pictures. >>Riz! zeichnete sein erstes Comicprojekt, welches ein gewisser Led Sepp geschrieben hatte. Neue Freundschaften entstanden. Gemeinsam mit Sepp, >>Riz! und anderen durfte ich „In Z*ppa we trust“ 2006 auf dem Comic-Salon unter die Leserschaft bringen. Das war übrigens auch die erste Teilnahme am Comic-Salon für mich, den ich seither regelmäßig besuche. Die Comic-Community wurde aus den DC-Fanmovies heraus gegründet. Damit einher ging eine gewisse Erweiterung meines Wahrnehmungshorizontes, was Comics betrifft. Ich entdeckte Graphic Novels, aber auch Alben als weitere Vertreter für oftmals großartige Werke der neunten Kunst. Das T3 (Terminal Entertainment) wurde zu meinem neuen Stammladen. Hier übernahm ich zudem quasi ehrenamtlich die Betreuung des Blogs und der Facebook-Seite. Weitere soziale Netzwerke sollten folgen. Zudem vertraute mir Michael Marschall, der Organisator des Frankfurter Comicstammtischs, nun diese Rolle an. Schließlich startete ich gemeinsam mit breedstorm und Led Sepp den Podcast Comic-Cookies.

Damit bin ich im Hier und Jetzt angelangt. Es war ein erstaunlicher Weg, seit 1987, der von vielen Höhen, aber auch von Tiefen begleitet wurde. Die Leidenschaft zu Comics ist in dieser Zeit zwar hier und da ein wenig ins Stocken geraten, aber wirklich abhanden gekommen ist sie nie. Der Comic im Allgemeinen ist zu einem bedeutenden Lebensinhalt geworden, den ich nicht vermissen möchte. Kein anderes Medium schafft es, mich so zu fesseln und zu begeistern. Hier sind Dinge möglich, die sich kaum ein Mensch vorstellen kann und die immer wieder zu berühren wissen. Ich habe das Gefühl, dass die Leidenschaft für Comics in letzter Zeit bei vielen Leuten geweckt wird. Uns allen, die wir diese Leidenschaft teilen, wünsche ich in eine wunderbare Zeit mit vielen neuen, aufregenden und fesselnden Comics. Möge die Quelle der Inspiration großartiger Autoren und Künstler nie versiegen.

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