Rezensionen

Gefährliche Krallen im Altersheim – Old Man Logan Rezension

Durch den Lautsprecher des Altenheims schallt eine Stimme: „Herr Richelshagen, bitte in Zimmer 5, der Bewohner hat sich wieder mit seinen Adamantium-Krallen am Hintern gekratzt!“

„Ach Mensch, Wolverine, nicht schon wieder!“

Wäre aber eine schöne Vorstellung. Wolverine sitzt sabbernd im Rollstuhl, hat vielleicht schon eine Glatze angesetzt und hält sich womöglich für einen anderen Mutanten, der Gedanken kontrollieren kann. Und denkt dabei an die Vergangenheit. Und vielleicht auch, was ihm im hohen Alter passiert ist.

Das könnte zum Beispiel das sein, was in „Old Man Logan“ passiert.

Apokalyptischer Familienfrieden und ein Pfeil im Auge

Der Comic spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft, in der die Superschurken gewonnen haben. Also ähnlich dem DC-Event „Forvever Evil“, hier aber ist der Zustand traurige Realität. Die Superschurken haben sich untereinander Amerika in Sektoren aufgeteilt. Wolverine lebt im Hulk-Land, bei dem ich dachte, dass er eigentlich immer mehr Superheld war, aber Hulk war ja auch schon immer spitze alles zu Matsch zu machen.

In dem Fall kümmert sich seine grüne Gang um Wolverines Familie, in dem sie Ihnen Geld als Steuer abzieht. Dazu kommt die Hulk-Gang immer wieder bei Logan vorbei. Und Wolverine beugt sich Ihnen. Bei der letzten Steuerzahlung erhöhen die Hulk’ s die Steuer, was sich die Familie leider nicht leisten kann.

Um aus der finanziellen Misere zu kommen, lässt sich Wolvie auf einen Auftrag von Hawkeye ein, bei dem er viel Kohle verdienen kann. So beginnt ein Road-Movie, in dem Hawkeye dauernd beklagt, dass Wolverine nicht mehr derselbe ist. Wolverine will halt nie wieder seine Krallen zücken. Den Grund erfährt man später und es kommen noch weitere Infos über die postapokalyptische Welt rüber.

Auch ein blinder Hawkeye findet mal einen Wolf

Ein bisschen penetrant ist Hawkeye’ s Art schon. Egal wie wenig passiert ist, Hawkeye läuft wie ein frustrierter schwuler Liebhaber von Wolverine rum und schwadroniert gerne: „Och, früher warste aber gefährlicher.“ Natürlich ist Wolverines Nicht-Handeln fatal, denn dadurch ist eine der Symbolfiguren des Widerstands verloren gegangen. Der Grund dahinter ist schon ganz spannend, aber Hawkeye’ s stetiges Rumschlawenzeln um Wolverine mal so richtig sauer zu machen, ist schon etwas bemüht.

Die Neben-Infos über diese apokalptische Zeit sind schon recht spannend und auch zum Ende hin bekommen Wolverine-Fans ihre volle Ladung Logan-Action. Jedenfalls mehr als im aktuellen “X-Men: Zukunft ist Vergangenheit.”

Genau im Bild: Zeichen der Zeit bei Old Man Logan

Das düstere Grundsetting wird von einem westernhaften dreckigen Zeichenstil begründet, der dem ganzen Comic einen passenden Stil hinzufügt. Man hat wieder ein bisschen „Der dunkle Turm“, die Comic-Serie, vor Augen, in denen Roland im Westernjäckchen rumläuft und wahllos Leute abknallt. Es erinnert auch wieder an Mad Max, halt typisch ruinös. Aber der Zeichenstil drängt sich auch nicht großartig auf und unterstützt die Geschichte perfekt.

Und jetzt? Krallen ins Heft stecken?

Ich sage: Ja, ok zu „Old Man Logan“. Die Story  reißt mich  nicht ganz so vom Hocker, auch wenn das Setting schön ist. Aber Hawkeye nervt etwas mit seiner gewollten Penetranz Logan zum Kampf zu reizen.
Trotzdem eher was für Wolverine-Kenner als für Neulinge geeignet.

Bewertung: 7 / 10

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