Rezensionen

Crossed 7 – Wish you were here 2

„Crossed 7 – Wish you were here 2“ (Panini Comics) | Softcover 19,99 €

Crossed geht mittlerweile in die 7. Runde – allen Unkenrufen zum Trotz. Und es ist kein Zufall, denn die Serie hat sich vom reinem Survival-Splatter bzw. von extremen TWD-Klone durch das neue Kreativteam Simon Spurrier und Fernando Melek weiter entwickelt.

Die Herangehensweise unterscheidet sich von den üblichen Fluchtgeschichten, die Ennis für die Serie geschrieben hat. Spurrier erschuf in „Crossed 5 – Wish you were here“ ein Szenario, in dem sich die Überlebenden verschanzen, statt ständig auf der Flucht zu sein, und beginnen, eine Art Gesellschaft aufzubauen, in der jedes Mitglied seinen Teil leisten muss. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Shaky, einem ehemaligen Autor für Comics. Nicht gerade der praktischste Beruf in einer postapokalyptischen Welt, denn dort sind Handwerker und Kämpfer gefragt, keine ängstlichen Schreiberlinge.

“Crossed 7 – Wish you were here 2” erscheint neben der Softcover-Version auch in zwei limitierten Hardcover-Editionen: Die eine Hardcover-Version ist auf 222 Ausgaben limitiert und kostet 39,99 EUR …

Die kleine Gruppe hat sich auf einer kleinen Insel vor der Küste Schottlands verbarrikadiert, und versucht sich mit Landwirtschaft, Fischen und gelegentlichen Ausflügen auf das von Gefirmten bevölkerte Festland zu ernähren. In seinem Tagebuch hält Shaky jedes Detail seines Lebens seit dem Erscheinen der Gefirmten fest. Seine Flucht aus London, seine Ohnmacht, die erste Gruppe mit der er durch die verwüstete Welt zog, aber auch seine Erlebnisse auf der Insel, und der Aufbau der Mikro-Gesellschaft, in der die Gruppe (über-)lebt. Doch auch auf der Insel ist nicht alles Gold was glänzt. Und um seine Ziele durchzusetzen, scheut Shaky auch nicht davor zurück, die Gruppe Rücksichtslos zu betrügen.

So schafft er es, zu der Gruppe zu gehören, die mit einem Boot verschiedene Küstenstädte durchsuchen will, denn Dinge des täglichen Lebens wie Konserven, Batterien, Munition und Treibstoff gehen auf der Insel langsam zur Neige. Unversehens ist Shaky mit einer neuen Situation konfrontiert. Statt der ängstliche Außenseiter zu sein, muss er nun eine Führungsrolle in der wenig schlagkräftigen Gruppe übernehmen. Neben Angriffen der Gefirmten muss sich die Gruppe außerdem mit dem hereingebrochenen Winter arrangieren. Nebenbei erfährt der Leser mehr über die einzelnen Mitglieder der Gruppe. Shaky lässt sie berichten, wie sie den Ausbruch der Seuche erlebt haben. Und auch aus Shakys Leben gibt es endlich mehr Informationen.

Doch in den Trümmern der Zivilisation finden die Insulaner einer weitere Gruppe Überlebender. Doch kann man den Fremden trauen?

Fazit

… die zweite HC-Ausgabe ist auf 69 Ausgaben limitiert und ist für 69,00 EUR erhältlich.

„Wish you were here“ ist und bleibt die interessanteste Version im Crossed-Universum. Schon dadurch, dass auch mal einzelne Figuren das Ende eines Bandes überleben erzeugt es eine stärkere Bindung – und das, obwohl der Erzähler Shaky alles andere als eine sympathische Identifikationsfigur ist. Doch genau das macht ihn interessant. Er hadert mit seiner Anführerposition, denkt zurück an den Tyrannen, dem er sich einst anschließen musste und stellt fest, dass es etwas anderes ist, wenn man Verantwortung für das Überleben einer Gruppe trägt, als nur für das eigene.

Die Splatterelemente halten sich im Vergleich zu anderen Bänden der Serie in Grenzen, was der Grausamkeit an sich jedoch keinen Abbruch tut. Doch in „Wish you were here“ sind die Gefirmten eher das Beiwerk – hier ist der Mensch des Menschen Wolf. Überall dort, wie die Zivilisation sich zurückzieht, gilt das Recht des Stärkeren, und genau das wird in dieser Geschichte sehr deutlich.

Doch sie ist noch längst nicht zu Ende erzählt. Es sind noch einige Frage offen, und die als Web Comic gestartete Welt von „Wish you were here“ hält die Antworten bereit. Die Antworten sind da draußen, am Ufer. Sie tragen Äxte und Sensen, und haben Zähne. Viele Zähne.

 

2 replies »

  1. Ich weiß nicht so recht ob ich dem Braten trauen soll, nachdem ich nach Band 3 einen spontanen Brechanfall bekommen habe. Hat es sich wirklich gewandelt?

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