Rezensionen

Southern Bastards 1 – Here was a man (Image Comics)

Jason Aaron reitet wieder: „Southern Bastards 1 – Here was a man“ von Image Comics | $9.99 | 128 Seiten

Ich muss zugeben, Jason Aaron hat mich in letzter Zeit nicht mehr überrascht. Nach Scalped, in dem er den Sumpf der Kriminalität in einem Indianerreservat geschildert hat, wurden die großen Verlage auf ihn aufmerksam, so dass er bald Superheldengeschichten ablieferte. Diese waren zweifellos gut, aber eben auch nicht mehr, und die Begeisterung und das Gefühl, sofort weiterlesen zu wollen wie bei Scalped hatte sich bei mir nicht eingestellt. Bis heute.

In Southern Bastards schildert Aaron die Geschichte von Earl Tubb, der in das Dorf Craw County im Süden, in dem er aufwuchs zurückkehrt, und feststellt, daß einiges im Argen liegt. Der bullige, alte Mann war einst Footballspieler und Soldat in Vietnam, und so kann man sich seine Ideen für die Problemlösung schnell vorstellen. Doch schnell geraten Unschuldige zwischen die Fronten und Tubb muss sich entscheiden, ob er das in Kauf nehmen, oder die Stadt verlassen will.

Das Konzept ist sicherlich nicht neu, und wenn man sich Earl Tubb wie einen alten, moderaten Frank Castle oder Clint Eastwood in Gran Torini vorstellt, liegt man nicht falsch. Southern Bastards ist allerdings mehr, denn die Geschichte wird in einem fiesen Südstaaten-Setting verpackt, was das ganze interessant macht. Und natürlich wäre Jason Aaron nicht Jason Aaron, wenn er nicht die ein oder andere Überraschung auf der Pfanne hätte, um diese Rachegeschichte zu würzen und eben nicht vorhersehbar zu machen. Ich sag nur, Loveless lässt grüßen.

Man merkt, dass Jason Aaron und Jason LaTour aus dem Süden stammen und jede Menge eigene Erfahrungen, speziell über die Menschen, mit in die Geschichte einbringen. Und es zeigt sich wieder, dass ein Autor am besten ist, wenn er ohne Vorgaben von Redakteuren darüber, wer z.B. sterben darf oder nicht, Geschichten schreiben kann. So hat alles, was passiert eine Konsequenz, was ich bei vielen Superheldengeschichten vermisse.

So. Ich werde mich mit ein wenig Bourbon und Kautabak auf den Liegestuhl auf der Veranda begeben um zu sehen, wie es in Craw County, Alabama weiter geht. Riecht ein wenig nach Blut da draußen.

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