Rezensionen

Über (Avatar Press)

Die Nazi-Supersoldaten kommen: „Über“ | Ausgaben 0-20 | Avatar Press

Berlin, April 1945. Die Westmächte sind im Reich, und die Russen stehen kurz vor der Eroberung einer Trümmerlandschaft, die ein Wahnsinniger einst zu Germania umbauen wollte. Hitler sah Eva Braun durch ihre eigne Hand sterben, und will nun selbst seinem Leben ein Ende setzen. Doch da erscheinen sie – die Panzermenschen! Das Ergebnis einer geheimen Nazi-Versuchsreihe verhilft bestimmten Menschen zu besonderen Kräften, die sie besonders stark und ausdauernd machen.

Doch mit den Panzermenschen allein ist der Kampf gegen die Alliierten wegen deren zahlenmäßiger Überlegenheit nicht zu gewinnen. Für das ganz Grobe gibt es die Battleships, drei an der Zahl: Siegfried, Siegmund und Sieglinde sind Übermenschen, die mit ihren Blicken töten können. Eine Art Strahl schießt aus ihren Augen, und verwandelt gegnerische Soldaten in einen Haufen Blut und Gedärm. Die Alliierten werden an allen Fronten zurückgedrängt, so dass auch sie nun Forschung betreiben müssen, um ihrerseits Metawesen in die Schlacht schicken zu können. Da passt es vortrefflich, dass eine britische Spionin bei der Erschaffung der Panzermenschen mitgewirkt hat. Gibt es Hoffnung für die freie Welt?

Fazit

Mit alternativer Geschichte kann man mich ja immer kriegen. Autor Kieron Gillon und Zeichner Caanan White haben hier das Ende des 2. Weltkriegs komplett umgekrempelt, und eine Menge bekanntere und weniger bekannte historische Figuren neu verwoben, was besonders unterhaltsam ist, wenn man Menschen wie Guderian oder Turing zuordnen kann. Leider schwächelt die Charakterisierung der Hauptfiguren hingegen etwas, da sehr viel Wert auf Kämpfe und verschiedene menschliche Waffengattungen gelegt wurde. So kann man die Auseinandersetzungen der Metawesen mit Mecha-Mangas oder eben Filmen von Michael Bay vergleichen. Die Action stimmt bis ins kleinste Detail, nur die zwischenmenschlichen Momente dürften gern noch etwas zulegen.

Der Serie wurde vorgeworfen, Nazi-Ästhetik zu verherrlichen, was sich recht schnell widerlegen läßt, denn Caanan White ist Afro-Amerikaner. Nichtsdestotrotz werden natürlich diverse Uniformen und Abzeichen ALLER Kriegsparteien gezeigt.

Etwas inkonsequent ist die Bezeichnung „Battleship“ für die schwersten Brecher. Alle anderen Namen wurden ins Deutsche übersetzt, nur bei den „Schlachtschiffen“ wurde dies nicht gemacht.

Die Zeichnungen allgemein und die Gewaltdarstellung sind für Avatar typisch; gerade gegenüber den komplett zerstörten Leichen (bei Schlachten gern mal doppelseitig) stumpft man jedoch schnell ab.

Die Handlung ist komplexer, als sie sich im ersten Moment anhört, nicht selten werden Handlungsbögen erst einige Hefte später wieder aufgenommen, und Schlachten an historischen Orten (teilweise auch erneut) geschlagen.

„Über“ ist kein Muss für jedermann, Freunde des Genres können aber durchaus zugreifen. Solide, aber ausbaufähig, so würde ich die Serie derzeit charakterisieren.

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