Rezensionen

Rover Red Charlie (Avatar Press)

Cap und Capper trifft auf Mad Max – „Rover Red Charlie“ (Avatar Press)

Endzeitserien sind beliebt und erfolgreich. Derzeit sind es z.B. The Walking Dead und Crossed, die dieses Genre bedienen. Meist begleiten wir eine Gruppe von Überlebenden, die durch eine feindliche Welt reisen, und mit tödlichen Attacken fertig werden müssen. Nichts anderes passiert in Rover Red Charlie, doch es handelt sich um keine Schicksalsgemeinschaft von Menschen, sondern von Hunden. Die Menschheit selbst liegt am Boden, denn etwas hat die „Fütterer“, wie sie von den Hunden bezeichnet werden, allesamt zum Suizid gebracht. Wie bei Ennis zu erwarten geschah dies auf möglichst kreative Weise, und so kann man sich vorstellen, dass gerade der Ausbruch der Selbstmordwelle sehr blutig gezeigt wird. Die 3 Hunde Rover, Red, und Charlie müssen nun in dieser zerstörte Welt überleben, was nicht leicht ist, denn sie sind New Yorker, und gewohnt, dass sie in Wohnungen schlafen, und aus Dosen ernährt werden. Außerdem hat sich die Welt da draußen stark verändert, nachdem die Menschheit nicht mehr den Daumen auf der Natur hat.

Fazit

Eine erfrischende Geschichte, die ich so nicht von Garth Ennis erwartet hätte. Er schafft es, die Welt aus der Hundeperspektive zu schildern, mit eigener Sprache und den speziellen Gewohnheiten der Vierbeiner. Anders als bei diversen Disney-Varianten verhalten sich die Tiere hier so, wie sie sich auch in der Realität verhalten könnten, und nicht wie Menschen in Tiergestalt. Da kann schon mal ein Rüde durchdrehen, wenn er eine läufige Hündin wittert, und der Geruch gewisser Körperstellen muss natürlich regelmäßig gecheckt werden. Auch Zeichner Michael DiPascale hat es geschafft, die Tiere real darzustellen, und ihnen trotzdem optisch Emotionen zu verleihen. Hier Lächeln die Tiere jedoch mit den Augen, nicht mit dem Mund. Auch andere Gefühle wie Angst oder Wut sind treffend dargestellt.

Wenn die Faktoren Ennis und Avatar zusammen kommen ist klar, dass auch Gewaltdarstellung eine Rolle spielen wird. Anders als bei anderen Serien wie z.B. bei Ennis‘ Beiträge zu Crossed dient sie hier nicht zum Selbstzweck, und ist auch nicht der Hauptgrund, um die Geschichte zu transportieren. So passend eingesetzt sah man Gewalt bei Ennis selten in letzter Zeit.

Der Band enthält die 6 erschienenen US-Ausgaben, und bildet eine abgeschlossene Story. Bislang eine keine Fortsetzung angekündigt, mich würde aber brennend interessieren, wie es in der Welt ohne Menschen weiter geht. Scheint nicht die schlechteste aller Welten zu sein.

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