Hinweis

Charlie Hebdo als App / eBook

Durch die schrecklichen Ereignisse in Paris ist das Satiremagazin Charlie Hebdo in aller Munde. Jeder glaubt, Charlie zu sein („Je suis Charlie“), und jeder möchte das Magazin haben. Ob als französisches Original, oder als deutsche Übersetzung, innerhalb kürzester Zeit waren die Auflagen vergriffen, um teilweise zu horrenden Preisen auf Ebay und anderen Verkaufsplattformen angeboten zu werden. Einige französische Portale haben daher den Verkauf verboten, Ebay Frankreich spendet hingegen die Gebühren.

Die App in der iOS-Version – hier wird sie für die Sammel-App „Zeitungskiosk“ bereit gestellt. Dort kann man dann auch aussuchen, in welcher Sprache die Ausgabe geliefert werden soll.

Nun gibt es auch eine offizielle App von Charlie Hebdo im Appstore oder Playstore. Die App an sich ist kostenlos. Derzeit ist die aktuelle Ausgabe nach dem Anschlag im französischen Original, sowie in spanischer und englischer Übersetzung eingestellt, zum Preis von je 3€ für 16 Seiten.

Die Übersetzung wird durch Antippen über das entsprechende Panel geblendet.

Die Übersetzung darf man sich allerdings nicht so vorstellen, daß jede Seite komplett übersetzt vorliegt. Meine englische Android-Ausgabe funktioniert so, daß man auf die Originalseite klickt, und dann ein Textfeld mit der Übersetzung erscheint, was Zeichnungen etc. überdeckt. Man kann sich das ganze wie Untertitel vorstellen, die einzeln zu klicken sind. Das funktioniert größtenteils ganz gut, bei einigen Seiten bekomme ich allerdings nur einen grauen Schleier statt der Übersetzung, da muß noch nachgebessert werden. Generell soll es über die App auch bald die Möglichkeit geben, das Magazin zu abonnieren.

Inhaltlich gibt es viele Karikaturen zu sehen, nicht nur zu den Anschlägen, sondern auch zu Religion im Allgemeinen. Sehr lesenswert sind auch kleine Artikel von den überlebenden Mitgliedern des Magazins, in denen sie die Situation und Erlebnisse beschreiben, und z.B. klarstellen, daß eben NICHT jeder Charlie ist, der das gerade von sich behauptet, z.B. der Papst. Wir erinnern daran, daß der Vatikan über das Landgericht Hamburg die Verbreitung von Titanic 8/2012 verbieten ließ, weil ein inkontinenter Papst Benedikt XVI auf dem Titelbild war.

Ebenso wird sich darüber lustig gemacht, wie mit dem „Je suis Charlie“-Logo Handel betrieben wird, und dass damit  wenigstens die Bekleidungsindustrie in Asien unterstützt wird. Auch Kanzlerin Merkel taucht mehrfach auf. Sehr sehenswert auch die alternativen Cover. Das ausgewählte Cover „Alles ist vergeben“ ist ebenso einfach wie genial, denn durch die Mehrdeutigkeit läßt es jegliche Interpretation zu.

Kategorien:Hinweis, Magazin

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