Rezensionen

Marvel Max 59: Moon Knight 1 – Aus dem Reich der Toten (Panini Comics)

Marvel Max 59: Moon Knight 1 – Aus dem Reich der Toten (Panini Comics) | 16,99 € | 140 Seiten – SC

Seit seinem ersten Auftritt bei den Westküstenrächern in einem Rächer-Taschenbuch vom Condor-Verlag mochte ich die Figur des Moon Knight. Zunächst als Batman-Kopie mit ägyptischen Hintergrund betrachtet, stellte sich schnell heraus, dass Marc Spector es faustdick hinter den Ohren hat, und bis auf das Kostüm und die Gadgets recht wenig Parallelen mit unserer Lieblingsfledermaus von DC existieren.

Wie viele andere Figuren wurde er ab den 90ern immer düsterer und gewalttätiger, was seine häutenden Höhepunkte in der MAX-Serie fand. Auch die gespaltene Persönlichkeit des Wirtes des altägyptischen Mondgottes Konshu driftete immer mehr ab.

Nun hat sich Warren Ellis der Figur angenommen, und einige spannende Änderungen inszeniert. Ins Auge springt zunächst, dass Moon Knight nicht nur als Rächer im wallenden weißen Cape auftritt, sondern sich auch im schnieken weißen Anzug mit Gesichtsmaske zeigt. Dies geschieht, wenn er der Polizei von New York hilft, bei außergewöhnlichen Fällen zu ermitteln, und Tatorte besichtigt. Dabei wird er unterstützt von Detective Flint, der in bester Jim-Gordon-Manier Kritik an der Einmischung des Vigilanten abwehren muss.

An Equipment stehen der Faust Konshus ein per Stimme steuerbares Auto und ein Gleiter zur Verfügung, finanziert von Blutgeld aus Spectors Zeit als Söldner. Auch eine abgelegene Basis darf nicht fehlen.

Sehr positiv fällt auf, dass es bei Ellis pro Heft eine abgeschlossene Geschichte gibt. Natürlich existiert es einen roten Faden, aber die Handlung wird nicht künstlich auf 5-6 Hefte gezogen, damit es für ein Trade reicht. Ein sehr schönes Konzept, das leider in letzter Zeit bei vielen Verlagen wenig zu sehen ist.

Auch die Gegner sind variationsreich gestaltet. Vom Serienmörder über Entführer bis zu übersinnlichen Wesen ist alles dabei. Gerade Letztere überraschen im Marvel Universum etwas, passen aber sehr gut in den Kontext mit dem Mondgott.

Fazit

Warren Ellis ist eine famose Interpretation der Figur des Moon Knight gelungen, die sowohl Altfans als auch neue Leser gleichermaßen erfreuen dürfte. Zwar gibt es ein Wiedersehen mit „alten“ Nebenfiguren, diese werden aber langsam und mit allen nötigen Informationen eingeführt.

Einen großen Anteil an der speziellen Stimmung hat Zeichner Declan Shalvey, der seine Zeichnungen auch geinkt hat. Kostümvariationen, Kampftechnik, Übersinnliches… hier stimmt einfach alles. Jordie Bellaire schafft dazu mit seinem klaren Farbkonzept einen wilden Wechsel von nüchterner urbaner Realität zu bunten Traumsequenzen. Apropos Farben: das weiße Kostüm Moon Knights kommt ohne große Schattierungen und räumliche Elemente aus, was den besonderen Eindruck eines nicht kolorierten Teils der Seite erweckt, und so einen ganz besonderen Effekt im Zusammenspiel mit dem Hintergrund generiert.

Die Action, die mich bei anderen Serien oft langweilt, wird hier aufwendig und immer neu inszeniert. Da sei beispielsweise die Episode genannt, in der sich Spector durch mehrere Stockwerke eines Hauses kämpft – es wird es zu keiner Zeit langweilig.

Eine solch gelungene Version einer Einzelfigur sah man zuletzt in der Hawkeye-Serie. So macht Marvel Now Spaß! Der Mond nimmt aktuell definitiv zu.

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