Rezensionen

Wraith – Todesfahrt ins Christmasland (Panini Comics)

Wraith – Todesfahrt ins Christmasland (Panini Comics) | Enthält: Wraith 1-7 | SC, 172 Seiten, 19,99 € | auch als digitale Ausgabe erhältlich

Joe Hill hat mich in den letzten Jahren wirklich überrascht. Als Fan seines Vaters, dem Bestsellerautor Stephen King, verfolge ich dessen Familiengeschichte schon seit Jahrzehnten. Das erste Bild vom ihm muss ich in den 80ern in einer Biographie über King gesehen haben, auf einem Familienfoto mit seinen beiden Geschwistern. Mittlerweile sieht der Gute mit seinem Bart aus wie die junge Version seines Vaters. Doch genau von ihm wollte er sich ja unterscheiden, als er seinerzeit das Pseudonym „Joe Hill“ wählte, und den verkaufsfördernden Namen „King“ unerwähnt ließ.

Zugegebenermaßen erfreuten mich nicht alle „Kings“ mit ihren Werken. Tabby, Joe Hills Mutter, hat auch einige Bücher herausgebracht, die mir jedoch nicht besonders gefallen haben, so daß ich mich von Joe Hills Romanen wie „Teufelszeug“ oder „Blind“ ferngehalten habe. Offenbar ein großer Fehler, den „Locke & Key“, seine Comicserie über Mysterien in einem alten Herrenhaus, ist für mich die beste Serie, die der Verlag IDW auf dem Markt hat. Weitere Comics von ihm wie „Das Cape“ oder „Thumbprint“ erreichten nicht den hohen Level, waren aber durchaus ideenreich.

Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, auch mal die Bücher von Joe Hill anzutesten, leider kam ich bislang noch nicht dazu. Eines der Bücher ist „NOS4A2“, zu Deutsch „Christmasland“, welches die Geschichte eines abgefahrenen Vergnügungsparks beschreibt (wie ein finsteres Disneyland), das von Charlie Manx regiert wird, der diese Horrorwelt mit seiner Limousine „Wraith“ erreicht, und viele Kinder entführt und verändert.

„Wraith – Todesfahrt ins Christmasland“ erzählt die Vorgeschichte dazu. Im „Prolog: Phantome“ erfährt der Leser nun die Lebensgeschichte von Charlie Manx, und damit auch die Entstehungsgeschichte von Christmasland. Schon früh zeigten sich ungesunde geistige Veränderungen beim kleinen Charlie, dem das Leben nie gut gewogen war. Trotzdem gelang es ihm, eine kleine Familie zu gründen, bis ihm jemand das Angebot machte, in einen neuen Vergnügungspark zu investieren …

Der anschließende Mehrteiler beginnt mit dem Angriff auf einen Gefangenentransport. Einer der Gefangenen hat dies angezettelt, und nun müssen alle mitmachen, egal ob sie wollen oder nicht. Sowohl Gefangene als auch 2 Wärter werden dabei verletzt, und der Initiator ruft nun Charlie Manx an, von dem er weiß, daß er Leute „verschwinden“ lassen kann. Mit seinem Wraith ist er schnell zur Stelle, und wo könnte man sich besser verstecken als in Christmasland? Doch die Flucht verläuft ganz anders als erhofft.

Fazit

Auch wenn ein Comic Bezug zu einem anderen Werk hat, muß es für sich selbst stehen können, und das ist hier durchaus gelungen. Auch wenn ich „Christmasland“ nicht gelesen habe, hatte ich nicht das Gefühl, nur eine Ergänzung vor mir zu haben. Stattdessen kamen Assoziationen zu Tim Burton auf; Christmasland ist so eine Art fiese Version von „Charlie und die Schokoladenfabrik“. Dabei macht viel von dem Spaß aus, die weihnachtlichen Figuren und Symbole als Horrorversion zu erleben. Und Kinder mit Reiszähnen und Stichwaffen gehen ja sowieso immer.

Zeichner Charles Paul Wilson III zeichnet dabei mit leicht cartoonigen Einschlag, und nicht selten erinnert Chalie Manx an einen Joker in Chauffeursuniform. Gern versteckt auch auch popkulturelle Anspielungen auf Filme und Comics in seinen Zeichnungen (z.B. Cap, Jason).

Insgesamt ein stimmungsvoller Horrorcomic, der für mich persönlich „Locke und Key“ zwar nicht toppen kann, aber mit seinen skurrilen Ideen gut zu unterhalten weiß.


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