Rezensionen

Coffin Hill 1 – Forest of the night (Vertigo)

Coffin Hill 1 – Forest of the night (Vertigo)

Einst war das Label Vertigo schlicht und einfach DIE Ideenschmiede für amerikanische Comics, die sich an erwachsene Leser richten. Mit Serien wie Preacher, Hellblazer, Y the last man oder Sandman wurden große Höhepunkte gefeiert, die für die gesamte Branche richtungsweisend waren. In Deutschland erschienen viele der Titel beim Verlag Speed, der seiner Zeit voraus war, aber leider nicht mehr existiert.

Mit New 52 änderte DC Comics seine Ausrichtung, und holte viele Vertigo-Figuren zurück ins DC-Universum, z.B. Swamp Thing oder John Constantine (Hellblazer). Zwar gibt es immer noch Serien wie Fables, die bei dem Imprint Vertigo erscheinen, doch der Höhepunkt scheint hinter uns zu liegen. Längst hat Image Comics Vertigo bei den innovativen Erwachsenenserien den Rang abgelaufen.

Offenbar will man verlorenen Boden gut machen, und hat mit neuen Serien wie Dead Boy Detectives, The Wake, FBP: Federal Bureau of Physics, Trillium, Hinterkind und Coffin Hill eine neue Generation von Vertigo-Comics an den Start gebracht. Dabei bedient man sich einer Taktik, die auch bei Image erfolgreich war: die ersten Tradepaperbacks einer Reihe werden (teilweise) für 9,99$ verkauft, was den Einstieg für viele einfacher macht. Grund genug, um mal genauer hinzusehen. Hinterkind hatte ich ja in Comic-Cookies Episode 28 schon lobend erwähnt, mal sehen was Coffin Hill so taugt.

Hauptperson der Geschichte ist Eve Coffin, jüngstes Familienmitglied einer Dynastie von Hexen, die bis nach Salem zurückreicht. Mit Serien wie „Charmed“ hat das ganze allerdings wenig zu hören, das Ganze geht mehr in Richtung „Blair Witch Project“. In verschachtelter Erzählweise findet sich der Leser schnell in einem Sumpf aus Drogen, Magie und Mord wieder, in dem die alte Furcht vor dem Ding aus dem Wald wieder aufkeimt. Autorin Caitlin Kittredge hat sich da eine komplexe Handlung einfallen lassen, die über Generationen erzählt wird, und einige Überraschung bereit hält.

Die Optik von Eve als Goth-Klischee gepaart mit Autorin Caitlin Kittredge als Jugendbuchautorin hat mich zunächst abgeschreckt, passt aber am Ende doch recht gut. Inaki Miranda bringt sehenswerte Zeichnungen zu Papier, was mir besonders wenn es mystisch oder detailliert wird gefällt. Die Computerfarben von Eva de la Cruz sind mir etwas zu offensichtlich künstlich, da hätte ich mir dreckigere, dunklere Töne gewünscht.

Band 1 enthält die Hefte 1-7, und ist zusammen mit den Skizzen im Anhang ein mehr als faires Paket für 9,99 $. Der erste Arc ist mehr oder weniger abgeschlossen, allerdings wird der nächste mit einem feinem Cliffhanger am Ende bereits angeteasert. Reinschauen lohnt sich, ob die Serie allerdings an andere Vertigo-Höhepunkte anschließen kann, muss die Zukunft zeigen.

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