Rezensionen

Ms. Marvel – Meta-Morphose (Panini)

Ms. Marvel – Meta-Morphose (Panini) | 124 Seiten – SC| 16,99 €

Einer der großen Überraschungserfolge aus den USA kommt nun endlich auch nach Deutschland. In den letzten Jahren war der Name Ms. Marvel von Carol Danvers besetzt, die sowohl im knappen Kostüm wie auch im Kampfanzug eine gute Figur machte. Letztere ist aber, hervorragend geschrieben von Kelly Sue Deconnick, derzeit als Captain Marvel unterwegs, und zwar in der gleichnamigen Serie.

Ein großer Fan von Carol Danvers ist Kamala Khan. Die 16jährige ist mit ihren Eltern und ihrem Bruder aus Pakistan in die USA eingewandert, und steht auf Onlinespiele und Superhelden. In ihrer Klasse hat sie es jedoch schwer, denn ihre Familie besteht aus gläubigen Muslimen, die nichts für die Partywünsche ihrer Tochter übrig haben. Und wer nicht bei den richtigen Feiern ist, und sich konservativ kleidet, ist eben nicht cool. So bleibt Kamala nur übrig, was alle Teenagern machen, die von den Eltern mit Verboten belegt werden: sie schleicht sich aus dem Haus, und geht zur Party. Doch dort wird sie schnell verspottet, bekommt Alkohol eingeflößt, und steht plötzlich wie die anderen Feiernden in einem seltsamen Nebel …

Was Kamala und die anderen nicht ahnen: es handelt sich dabei um den Terrigen-Nebel, den Black Bolt durch eine Explosion freigesetzt hat, um mehr Inhumans zu generieren. Jeder, der ein bestimmtes Gen in sich trägt, verpuppt sich, und verwandelt sich in einen Inhuman – mit sehr unterschiedlichen Kräften.

Die junge Muslima wird nun zu einer Mischung aus Mystique, Reed Richards und Hank Pym. Sie ist Gestaltwandlerin, die ihren Körper aber sehr dehnen kann, und vergrößern und verkleinern, was auch Einfluß auf ihre Körperkraft hat – je größer sie wird, umso stärker ist sie. So ist ein Traum von ihr wahr geworden, doch was werden ihre Eltern sagen?

Fazit

Marvel hat hier nicht das Rad neu erfunden, sondern setzt die Tradition des Underdogs, der plötzlich Kräfte bekommt, fort. Peter Parker war aufgrund seines schwachen Körper ausgeschlossen, die X-Men generell wegen ihrer genetischen Andersartigkeit, bei Kamala ist es aufgrund ihrer Religion und ihrer strengen Eltern. Die große Gefahr dabei ist, in Klischees zu verfallen, und alles möglichst politisch korrekt umzusetzen.

Doch die Autorin G. Willow Wilson ist ebenfalls Muslima, was die ganze Geschichte auf eine andere Basis stellt. Sie selbst hat z.B. in Ägypten gelebt, und kann so auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen, den sie mit viel Humor unterbringt. Ihr zur Seite steht Adrian Alphona, der mit seinem einzigartigen Stil schon die Optik der Runaways geprägt hat, und somit natürlich bestens mit Teenagerserien vertraut ist.

Dieses Kreativteam hat hier eine wunderbare, einfallsreiche Superheldengeschichte mit vielen Soapelementen geschaffen, die auch wegen des Humors viel Spaß macht. Und obwohl Religion hier bestenfalls eine Begleiterscheinung ist, hat die Serie selbst in Deutschland Medieninteresse geweckt, was sonst bei Superheldenserien nur der Fall ist, wenn z.B. Superman oder Captain America sterben.

Ich bin schon sehr gespannt, wie der Rest des Marveluniversums auf die neue Heldin reagiert, und wie Kamala sich entwickelt, denn ihre Kräfte könnten mit etwas Training schon ziemlich übermächtig werden. Und auch was mit den Nebencharakteren passiert, könnte richtig gut werden. Egal wie, die neue Ms. Marvel ist das Beste, was Inhumanity hervor gebracht hat.

Ms. Marvel – Meta-Morphose (Panini) | 124 Seiten – SC Variant | 20,00 €

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