Rezensionen

Dead Boy Detectives 2 – Geisterschnee (Panini Comics)

Dead Boy Detectives 2 – Geisterschnee | Panini Comics | 148 Seiten – Softcover | 16,99 €

Die beiden Dead Boy Detectives tauchten erstmals 1991 in Sandman 25 auf, geschaffen von niemand anderen als Sandman-Schöpfer Neil Gaiman und Matt Wagner. Es handelt sich dabei um die Schüler Charles Rowland und Edwin Paine, die beide eines tragischen Todes an der gleichen Schule starben – nur eben in verschiedenen Jahrzehnten. Neben Sandman traten die beiden auch im Vertigo Crossover „Kinderkreuzzug“ und in „Die Bücher der Magie“ auf, u.a. auch zusammen mit John Constantine (Hellblazer). Nach einigen weiteren Auftritten erscheint nun seit Februar 2014 eine eigene Ongoing-Serie von Toby Litt and Mark Buckingham, die bei Panini Comics in deutscher Sprache veröffentlicht wird.

Im ersten Band „Die Ängste von Schuljungen“ wurden die Figuren nochmals vorgestellt, und neue Figuren wie Crystal, die Charles und Edwin sehen kann, eingeführt. Nun wird auf dieses Grundsetting aufgebaut. In dem zweiten Band enthalten sind die US-Hefte 7-12, also „Geisterschnee“ 1-5 und das Einzelheft „Yonda“.

In „Geisterschnee“ hat Charles einen schweren Weg zu gehen. Er erfährt, daß sein Vater mehrere Geliebte hatte, und sich eine davon umgebracht hat. War etwa sein Vater für den Suizid verantwortlich? Charles hofft, Antworten bei seiner Halbschwester zu finden, denn sein Vater hatte mit der weiteren Geliebten ein Kind. Was er nicht ahnt: er hat auch eine wissenschaftsbegeisterte Nichte!

„Yonda“ vermischt die Welten des Onlinegamings und der Geisterwelt, und so kommt es zu einer Auseinandersetzung mit einem alten Gegner der Dead Boy Detectives, der aber nicht mit den neuen technischen Möglichkeiten gerechnet hat …

Fazit

Der Buchautor Toby Litt und Fables-Zeichner Mark Buckingham haben den Tonfall von Neil Gaimans Figuren gut getroffen, und setzen die Mischung aus Geister-, Detektiv- und Internatsserie mit Gaimans Segen fort.

Über Buckinghams Zeichnungen muss man glaube ich nichts mehr sagen, sein Können hat er ja schon in Fables und anderen Serien eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Man sollte hier die Lesereihenfolge strikt einhalten, ein Quereinstieg würde zu viele Fragen aufwerfen. Dafür wird man mit einigen Antworten belohnt, speziell zur Familiengeschichte, und zum Verbleib von Crystals Freundin, die ja schon in Band 1 zwischen der Welt der Lebenden und der der Toten in einem Zwischenreich gefangen war. Insgesamt gibt der Band viel mehr Einblicke in das Leben der Figuren, was natürlich die Charakterentwicklung und das Verständnis verbessert. Oder, mehr Tiefe, kurz gesagt.

Gerade dieses Zwischenreich bietet für Litt und Buckingham ein spannende Spielwiese, um auch äußerst obskure Figuren einführen zu können, die als „Püppis“ nur durch die Fantasie der in der Zwischenwelt gefangenen begrenzt sind, was gerade bei den gefangenen Kindern zu interessanten Kreaturen führt.

Besonders gut hat mir die Erweiterung der Welt der toten Jungs gefallen. War in Band 1 noch der Schwerpunkt auf der ehemaligen Schule der beiden, so ist die Reichweite nun förmlich unbegrenzt, und durch neuen Nebencharaktere wie Charles‘ Schwester entwickelt sich hier eine kleine Familie.

Ein guter Ausgangspunkt für weitere Geschichten.

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