Rezensionen

Miracleman 3: Olymp (Panini Comics)

Miracleman 3: Olymp | Panini Comics | 164 Seiten – Hardcover |29,00 €

Mit dem langweiligen, durchschnittlichen Leben von Reporter Michael Moran ist es vorbei. Er hat herausgefunden, dass er Miracleman ist, und traf sogar seinen alten Sidekick Kid Miracleman wieder. Doch aus dem ersten Treffen entwickelte sich ein schrecklicher Kampf, denn Kid Miracleman war wahnsinnig geworden.

Außerdem hatte Miracleman mehr über Projekt Zarathustra herausgefunden, welches ihn und den Rest der Miraclemanfamilie erschaffen hatte. Dabei kam es auch zum Treffen mit seinem „Vater“ Dr. Gargunza, das für Letzteren tödlich endete. Aber auch privat ging es hoch her im Leben von Michael Moran, denn seine Tochter Winter, ein Metawesenhybrid, wurde nach nur sehr kurzer Schwangerschaft seiner Frau geboren. Dass die Kleine schon kurz nach der Geburt „Mama“ sagen konnte, ist Beleg für die unglaubliche schnelle Geschwindigkeit, mit der sie heranwächst.

In Band 3 gibt zunächst einen Zeitsprung von 5 Jahren ins Jahr 1987. Die Welt hat sich in eine perfekte Superheldenutopie verwandelt. In mehreren Rückblicken berichtet Miracleman, der nun zusammen mit anderen den Status von Göttern hat, über die unglaublichen Ereignisse, die sich in den 5 Jahren zutrugen.

So war Kid Miracleman in seiner zivilen Identität als Johnny Bates in einer Psychiatrie angelangt, und wehrte sich dagegen, sich wieder in den wahnsinnig gewordenen Kid Miracleman zu verwandeln. Und auch für die kleine Winter war die Gefahr groß, denn die Außerirdischen, aus deren Genen das Projekt Zarathustra geschaffen wurde, sind nicht begeistert von den Superwesen. Und noch eine neue Figur taucht auf der Bildfläche auf: Ms. Miracle, die auch viele Jahre untergetaucht war. Zusammen reisen Miracleman und Ms. Miracle mit den Außerirdischen auf deren Welt, um mehr Informationen zu erhalten. Doch Michaels Frau kommt mit der neuen, übermenschlichen Konkurrentin nicht klar …

Fazit

1982 nahm sich der Kultautor Alan Moore die Figur Miracleman vor, und machte aus der kindlich-naiven Silverage-Serie eine nachdenkliche, dunkle und geniale Serie, die lange Zeit nicht erhältlich war, was unter anderem auch an der Verweigerungshaltung von Alan Moore lag. Dieser möchte als Autor der Serie in den Reprints nicht genannt werden, und wird als Pseudonym „Der Originalautor“ aufgeführt. Die Serie wurde optisch restauriert, und erscheint nun in 4 hochwertigen Hardcoverbänden auch in deutscher Sprache.

War Band 2 noch nah an einer klassischen Rachegeschichte in den üblichen Bahnen, schießt Moore den Leser hier in überdimensionale Welten und zeichnet eine von Metas geschaffene Utopie in den Äther, die zugleich wunderbar und doch beängstigend ist. Vergleichbar ist das höchstens mit Moores eigenen Entwicklungen Watchmen oder Promethea, oder mit Hickmans Visionen bei den Avengers mit Buildern und Co.

Wie immer ist die Demontage des Superheldenkosmos ein Motiv bei Moore, und so finden sich viele kleine Anspielungen und Spitzen in der Handlung. Wenn man sieht, wie weit Moore 1982 schon war, kann man nur traurig sein über den Einheitsbrei, der einem heute bisweilen bei Superheldenkost vorgelegt wird.

John Totleben hat das ganze episch in Szene gesetzt. Speziell seine Aliens, Zukunftsstädte und Traumsequenzen haben es mir angetan. Natürlich darf auch in diesem Band der ein oder andere Tabubruch nicht fehlen. Gerade in den frühen 80ern waren die blutigen Auswirkungen von übermenschlichen Kräften noch eine Seltenheit.
Der Band enthält die Ausgaben 11-16 und das Miracleman Annual 1 (u.a. mit Joe Quesada und Michael Allred), sowie eine große Menge Bonusmaterial wie sämtliche Cover und Skizzen.

Miracleman 3: Olymp | Special Comicfestival München | Panini Comics | 164 Seiten – Hardcover |39,00 € | limitiert auf 111 Exemplare

Kategorien:Rezensionen

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