Rezensionen

iZombie 1 – Tote leben länger (Panini Comics)

iZombie 1 – Tote leben länger | Panini Comics | 148 Seiten – SC | 16,99 €

Die junge Gwen Dylan führt ein seltsames Leben. Sie arbeitet zusammen mit einigen Verlieren auf dem Friedhof von Eugene, Oregon als Totengräberin. Tagsüber vergräbt sie die frisch Verstorbenen, nur um sie nach Feierabend wieder auszugraben. Wozu? Nun, Gwen öffnet die Särge, trennt die Schädelplatte mittels eines Klappspatens ab, und frisst die Gehirne. Richtig geraten, Gwen ist ein Zombie, aber einer von der Art mit Bewusstsein. Die Gehirne isst sie nur, um nicht außer Kontrolle zu geraten, denn sonst führt sie ein relativ normales Leben. Na gut, sie lebt auf einem Friedhof und ihre Freunde sind Ellie, die ein Geist ist, und Scott, ein Werterrier. Werterrier? Da schaut nicht nur die Rechtsschreibprüfung verwundert. Ein Werterrier ist genau das, was der Name vermuten lässt – ein Mensch, der sich bei Vollmond in ein haariges Wesen mit dem Kopf eines Terriers verwandelt. Hat gegenüber dem klassischen Werwolf den Vorteil, dass sich die Aggressivität des Verwandelten stark in Grenzen hält, und er sich mittels eines Kapuzenpullis unbemerkt unter Menschen aufhalten kann – bei den momentan trendigen Hipster-Vollbärten nicht so schwierig.

Das Gehirnfressen bleibt freiwillig nicht ohne Nebenwirkungen. Immer, wenn Gwen ihr spezielles Menü verspeist, bekommt sie Eindrücke davon, wie derjenige gestorben ist, und noch weiter zurückreichende Erinnerungen.

Das Gleiche passiert ihr auch am Anfang der Geschichte. Sie erfährt, dass der Verstorbene ein junger Familienvater war, der von einem Maskierten getötet wurde. Nun ist sie von dem Gedanken besessen, diesen Mord aufzuklären…

Fazit

Die Serie iZombie von Chris Roberson und Michael Allred lief von 2010 – 2012 bei Vertigo, und brachte es auf 28 Ausgaben. Nun hat sich Panini nach Jahren doch für eine deutsche Veröffentlichung entschieden, was sicherlich mit der neuen, gleichnamigen TV-Serie zu tun hat. Diese hat jedoch nur sehr entfernt mit der Comicvorlage zu tun, denn dort heißt die Protagonistin anders, und arbeitet als Gerichtsmedizinerin.

Aber bleiben wir bei dem Comic. Ich mag ja die Zeichnungen von Michael Allred sehr gerne, besonders jedoch, wenn er die Serien nicht selbst schreibt, da er als Autor meiner Meinung nach manchmal zu sehr ins Irrwitzige abdriftet. Chris Roberson (Fables: Cinderalla) überschreitet diese Linie hingegen nicht, auch wenn hier die ganze Bandbreite der Horrorfiguren geboten wird.

Insgesamt zeigt die Serie viele Elemente, die man schon von anderen Comics kennt. So ist das Konzept des Leichenfressens ja auch in Chew (Image Comics) vorhanden, und nichts ist so alt wie das Konzept des freundlichen Geistes, aber wie immer ist es die Mischung, die den Gesamteindruck macht, und der ist hier sehr positiv.

Das beginnt damit, dass die Hauptfiguren eine charmante, verrückte Truppe bilden, die noch einiges an Entstehungsgeschichten zu bieten haben wird, und endet an der Tatsache, dass viele Dinge, die man als vorhersehbare Handlung eingestuft hat, dann doch ganz anders kommen.

iZombie ist unterm Strich eine witzige, originelle Horrorserie mit für Allred typischen Artwork, welches von seiner Frau Laura koloriert wurde. Die perfekte Gehirnnahrung!

LedSepp hatte die englische Ausgabe bereits in Comic Cookies Episode 7 besprochen.

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