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Comic Con Paris 2015: Flattermann trifft Frank Miller

Mike „Der Flattermann“ van Severen war in Paris um Frank Miller zu treffen. Erneut lässt er uns an seinen Erlebnissen teilhaben. Vielen Dank an Mike für seinen Messe-Bericht.

Mike‘ s Websites:


Das war eine knappe Sache. Am 15.10.2015 habe ich von einem Con-Besuch von Frank Miller in Paris erfahren. Ziemlich kurzfristig! Natürlich habe ich die Homepage gecheckt. Samstag und Sonntag „SOLD OUT“! Nur für den Freitag waren noch Tickets zu haben. Kein Urlaub mehr, und durch die Comic Action schon geschröpft, habe ich kaum eine Möglichkeit gesehen. Aber es ist Frank “fucking” Miller! Nie im Leben hätte ich gedacht, je die Chance auf ein Autogramm zu bekommen. Zu groß der Name, und seine Krankheit scheint auch kein Zuckerschlecken zu sein. Für mich ist Frank Miller der Größte! Sein Comic “The Dark Knight Returns” hat mich als Erwachsener wieder zum Comic Leser gemacht. Kein Comic habe ich häufiger gelesen. Ich war total begeistert! Wow, das ist mein Batman! Dazu noch Sin City und 300. Was für viele Stan Lee ist, ist Frank Miller für mich: Biggest Icon. So ließ mich der Gedanke es doch zu versuchen nicht los.

Ich schrieb die Messeveranstalter an, um eventuell doch ein Ticket für das Wochenende zu bekommen. Schnell war dann auch der Freitag ausverkauft, und es hatte sich eigentlich erledigt. Doch ich bekam eine Antwort, dass für den Freitag wieder Tickets erhältlich sind. Da saß ich nun. Ich schob alle meine Bedenken zur Seite, dachte mir “Pfeif drauf!”, und klickte auf Bestellen. Mein Chef genehmigte mir dann, einen Tag Urlaub aus dem nächsten Jahr zu nehmen: „Scheint sehr wichtig für dich zu sein, dann mach mal.” Flüge hatte ich mir angeschaut, dann hätte ich aber wieder vom Flughafen hin und zurückkommen müssen – noch dazu doppelt so teuer wie selber fahren. Also hieß es „Hit the Road”. 9 Stunden im Auto. Durch andere wusste ich, dass normalerweise nur ein Comic pro Person bei ihm erlaubt ist, und er nur 30 Minuten signierte. In New York schaffte er 15! Ich packte dennoch ein Dutzend ein. Viele Comics signieren lassen für andere war nicht drin. Mein Ziel war Frank Miller, und sonst nichts.

Die Messe im morgendlichen Dunkel.

Ein Trolley reserviert den ersten Platz in der Warteschlange vor dem Einlass.

Der Mittwoch war schon lang. Durch die „Zurück in die Zukunft“ Kino-Nacht war ich erst um 2 Uhr im Bett. Dann Donnerstag arbeiten, danach gleich los. Ich prüfte meinen Trolley, ob ich alles eingepackt hatte. Gegen 18 Uhr fuhr ich los, über Holland und Belgien nach Frankreich. Die Fahrt lief ausgezeichnet. Um 03:30 Uhr war ich in Paris. Dann passierte es. Keinen Handyempfang! Ich war irgendwo in Paris gestrandet. Kein Navi mehr und keine Ahnung, wo ich eigentlich bin. Ich suchte nach einer Tanke zum Nachfragen, aber nur SB-Tanken zu finden. Ich parkte vor einem Restaurant und hockte im Auto. „Was machst du jetzt?”. Tja, ich konnte nichts machen. Also legte ich mich pennen. Um 5 Uhr wurde ich wach. Ich prüfte mein Handy und Tadaaa, der Empfang war wieder da! Ich war nur 5 Minuten von der Messe entfernt. Motor an und los. Zuerst wollte ich an der Straße parken, war mir aber dann zu unsicher wegen Abschleppen, und fuhr in ein Parkhaus. Dort war es taghell, und durch meine Aufregung konnte ich nicht schlafen, also ab zur Messe, die nur ein paar Meter entfernt war. 5:30 Uhr war es, und ich war nicht der erste vor der Messe! Tatsächlich stand ein Trolley vor mir!

Es gab zwei Eingänge: einen für „normale” Messebesucher, und einen für Inhaber des V.I.P. Tickets, was aber 200 Euro gekostet hat. Dort standen auch schon 3 Personen, und der vor mir war genauso bekloppt, wie ich. Er hieß Alex, kam direkt aus Paris, und war auch nur wegen Miller hier. Wir verstanden uns super, und schnackten die ganze Zeit. Es stellte sich heraus, dass er auch viele Messen unsicher macht – quasi mein französisches Pendant. Natürlich tauschten wir gleich Nummern und die Erreichbarkeit bei Facebook aus, damit er mich über Frankreich auf dem Laufenden halten kann, und ich ihn über Deutschland. Es kam sogar noch einer aus Moskau dazu, der nur wegen Amanda Connor und Jimmy Palmiotti da war. Ein Kumpel von Alex hatte ein V.I.P. Ticket, so hielt er uns immer auf dem aktuellen Stand, weil man damit eine Stunde vorher rein durfte, und somit vor uns stand. Die ganze Zeit lief es gut, kaum Andrang, und höchstens 10 andere von den V.I.P.s vor uns. Doch gegen 13 Uhr wurden es immer mehr. Der Veranstalter sagte uns, dass 10.000 Tickets verkauft wurden, und 300 V.I.P.-Tickets, die auch so langsam alle da waren. Meine Hoffnungen schwanden. Sollte nur jeder zweite zu Miller wollen, war es das. Um 14 Uhr wurde die Messe offiziell geöffnet. Alex und ich rannten zu einem Stand, an dem Tickets für die Signaturen ausgegeben wurden. KEINE CHANCE! ALLE WECH! Konsterniert lief ich über die Messe, und wusste gar nichts mit mir anzufangen.

Sin City – signiert von Frank Miller

Dann stellte ich mich zu Amanda Connor und Jimmy Palmiotti an, die aber noch nicht da waren. Ich überlegte hin und her, und ging dann direkt zum Signaturenstand, der auf einem Podest war. Man kam nur mit Ticket herauf. Ich hatte mir dann eins für Brian Azarello geholt. In der Schlange sitzend überlegte ich mir einen Plan. Ich wollte Azzarello mein Frank-Miller-Batman-Tattoo zeigen, um so wenigstens an ein Foto mit Frank Miller zu kommen, und ihm dann eventuell noch ein Comic vor die Nase zu halten. Ich fragte auch die Messe Betreuer, ob wohl mehr als eine Signatur erlaubt war – bei allen anderen schon, nur bei Frank Miller nicht. Dann kamen beide gleichzeitig an, und er war so nah und doch so fern. Ich schaute mir die Schlange bei Miller an, und da kam dann schon ein wenig Neid auf. Da standen Leute, die nur einen Messeplan für eine Signatur von Frank Miller hatten, oder ein Notizblock! WTF!? Nicht einmal ein Comic dabei? Haben die überhaupt je etwas von ihm gelesen? Bei Azzarello war ich gleich dran, und er signierte freudig los. Dann sprach ich ihn an. Ich zeigte mein Tattoo und sabbelte was das Zeug hielt. „Bleib mal hier stehen. Bekommen wir später bestimmt hin.” JAAAAAAAA! Eine Chance war da! So stellte ich mich vor die Miller-Schlange und wartete. Plötzlich sah ich Alex in der Schlange, was denn nun los? Eine Bekannte wollte lieber zu Azzarello, und hatte mit ihm getauscht! Dann sagte er „Gib mir dein Comic.” Was, wieso? Es waren dann nun doch zwei pro Person erlaubt! Sofort zückte ich mein Comic, und drückte es ihm in die Hand. Dann kam einer der Betreuer von Frank Miller an, der mich dabei sah, auf mich zu ging und dabei böse schaute. Ich zeigte mein Tattoo und sagte „I have to!”. Der fand mein Tattoo total super und sagte „I will show him”, und machte ein Foto. Tatsächlich hielt ich mein von Frank Miller signiertes Comic wenige Minuten später in der Hand. Machte sogar Fotos davon, wie Alex es für mich signieren ließ. Ich sank auf die Knie und küsste das erste Mal in meinem Leben einen Franzosen. WAHNSINN! Ich blieb stehen und wartete gespannt auf mein Foto. Der Betreuer kam wieder und meinte „Das machen wir gleich”. WHAAAAAAAAAAAAAAT! Geil! Als die Schlange sich lichtete durfte ich mich anstellen. Natürlich zuckte ich gleich wieder ein Comic aus meinen Trolley. Neben mir stand einer von den Notizblock Typen. „Du kannst dir auch zwei signieren lassen.“ „Ja, nee, ich habe nur mein Notizblock.” Fragen kann man ja. „Könntest du eins von mir noch mitnehmen?” „Klar.” Dann war ich dran, und zückte mein Handy. Ein Securitytyp sagte zu mir “NO PHOTOS!” Was!? War doch alles besprochen. Ich zeigte auf den, der es mir erlaubt hatte. Doch der Vogel zuckte nur mit den Schultern, bis der Betreuer mich sah, und auf mich zukam. Er sprach dann mit dem Security-Heini. Und mit Frank Miller nochmal. Und es ging! Da stand ich dann doch vor FRANK MILLER! Verrückt!

Mike & Frank Miller

Er war super nett und meinte, mein Tattoo wäre „AWSOME“! Zack das Foto gemacht, Comic signiert. Ich erzählte natürlich von meinem Neubeginn als Comicleser. Er meinte dazu “my pleasure”. Und ein paar Augenblicke später war alles schon wieder vorbei. Absolut geil! Und ich hielt drei signierte Comics von Frank Miller in meiner Hand!

Harley Quinn – signiert von Amanda Connor

Musste dann erstmal eine rauchen. Danach schlenderte ich wie eine Feder zu Amanda Connor und Jimmy Palmiotti. Amanda war noch nicht da. Und so stellte ich mich zu Jimmy in die Schlange, um mein Harley Quinn #21 signieren zu lassen. Dann kam Amanda, die wirklich alle Zeit der Welt zu haben scheint. Der Kumpel von Alex stand seit 3 Uhr morgens an, um von ihr eine Zeichnung zu bekommen. Mittlerweile war es fast 17 Uhr. Sie sagte „I will make only-signatures first.” Meine Herren, war der bedient, wartete aber dennoch tapfer. Und anschließend nahm sie seine Wünsche für die Zeichnung auf.

Eigentlich wollte ich noch zu Matt Fraction, falls noch Zeit sein sollte. War mir dann aber wumpe. Keinen Bock mehr auf Schlange stehen. Ich wollte nur noch raus aus Paris, und ein wenig runter kommen.

Auf einem Rastplatz verschlang ich ein Baguette und betrachtete meine Schätze. Unfuckingfassbar! Niemals hätte ich gehofft, je eine Signatur von Frank Miller persönlich zu bekommen, und dann noch das Foto dazu. Zum Niederknien!

Fazit

War es das alles wert? Verschissen nochmal JA!

Die Messe selbst kann ich für Sammler nicht empfehlen. Das ist eher eine Marvel-Cinematic-Universe-Veranstaltung, ohne wirklichen Bezug zum Medium selbst. Was in Brüssel mit totaler Liebe und Hingabe für ein Festival gemacht wird, kann man bei der Comic Con Paris vergessen. Die Macher selbst sind wohl auch keine Comicfans, jedenfalls meinte Alex das, was ich ihm aber glaube. Er sagte auch, die Kommunikation der Veranstalter war total schlecht. Brian Michael Bendis hat abgesagt, das wurde der Öffentlichkeit aber verschwiegen. Es gab keine Comicstände zum Stöbern, sondern nur große Brands zum Werbung machen. Es gibt noch die Paris Comics Expo, die gut sein soll. Für das nächstes Jahr sind tolle Gäste angekündigt: J. Scott Campbell, Gabrielle Dell’Otto, Arthur Adams und Bruce Timm, und gemunkelt wird von Jim Lee. Schauen wir mal.


2 replies »

  1. Sehr schöner Bericht, echt toll die Begeisterung in den Worten zu lesen. Glückwunsch das es so gut geklappt hat.

  2. Echt toller Bericht, schön die Begeisterung in den Worten zu lesen. Glückwunsch das es so toll geklappt hat.

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