Rezensionen

MOON KNIGHT 3: Wer den Göttern trotzt (Panini Comics)

MOON KNIGHT 3: Wer den Göttern trotzt | Panini Comics | Softcover – 116 Seiten | 14,99 € | © Panini Comics

Es ist immer schade, wenn eine vielversprechende Serie zu Ende geht, und das ist bei „MOON KNIGHT 3: Wer den Göttern trotzt“ definitiv der Fall. Bereits in „Moon Knight 1 – Aus dem Reich der Toten“ setzten Warren Ellis und Declan Shalvey den guten Moon Knight in ein interessantes, neues Umfeld, wo er z. B. als Mr. Knight, der als eine Art Detektiv mit der Polizei zusammen arbeitet, oder auch in einer Knochenrüstung gegen übersinnliche Wesen kämpft. Vorkenntnisse waren für den Genuss der ideenreichen Einzelepisoden nicht notwendig. Das änderte sich auch nicht, als das Kreativteam von Band 2, Brian Wood und Greg Smallwood, die Geschichte in dem neuen Umfeld fortsetzte, aber anders als bei ihren Vorgängern gab es nun aber Erzählstränge, die über mehrere Hefte andauern. Dabei war Terrorismus das (weltliche) Leitmotiv.

Im vorliegenden Band von Autor Cullen Bunn widmet sich dieser mit den Zeichnern Ron Ackins, Steven Sanders und German Peralta wieder vermehrt dem Übersinnlichen. Moon Knight bekommt es mit den Ghostbusters zu tun, oder jedenfalls einer Gruppe, die mit eingefangenen Geistern Handel treiben will. Da es sich bei der Ware jedoch nicht um Poltergeister, Schleimmonster oder riesige Marshmallowmänner handelt sondern um „gute“ Seelen von Verstorbenen, muss den Armen geholfen werden.

Weiterhin bekommt es Konshus Faust mit streunenden Hunden der besonderen Art zu tun, und auch ein Kampf gegen den schwarzen Mann scheut er nicht, speziell wenn dieser doch andere Motive hat, als man es von einem Kinderschreck erwarten würden. Auch ein merkwürdiger Kult von fliegenden Männern, die hilflose Passanten von Straßen New Yorks entführen stellt Moon Knight vor Rätsel, und so muss er sich im letzten Kapitel der Serie die Frage stellen, für was für einen Gott er wirklich kämpft.


Fazit

Die Realität des nächsten Marvel-Großevents, nachdem „nichts mehr so sein wird wie vorher“ macht auch vor Moon Knight keinen Halt, hält aber glücklicherweise nicht Einzug in die Serie, so dass dieses Run als zeitlose Sammlung von guten Geschichten gesehen werden kann, die man frei von jahrzehntelangen Erzählsträngen lesen kann. Zwar wird mir der erste Band der Serie als der beste in Erinnerung bleiben, weil Ellis die Figur so definiert hat wie sie jetzt ist, aber auch Wood und hier Bunn haben den Run sinnvoll fortgesetzt. Wer hätte gedacht, dass Moon Knight im Anzug funktioniert? Und das mit weniger Gewalt und schizophrenen Wahnsinn, welche die Figur lange Zeit im Griff hatten? Ich habe mich jedenfalls seit den Zeiten der Westküstenrächer nicht mehr so sehr auf neues Material mit der Figur gefreut. Schade, dass es zum Ende hin etwas gehetzt wirkt, da hätte ich gern noch mehr zu gelesen.

Etwas Sorge bereiteten mir 3 Zeichner in 5 Heftausgaben, aber durch die einheitliche Kolorierung von Dan Brown wirkt der Band wie aus einem Guss.

Spannende Fragen kommen bezüglich des religiösen Aspekts auf. Spector folgt ja Konshu eine ganze Weile und ist auch größtenteils der Ansicht, den Willen seines Gottes zu entsprechen, aber was, wenn andere sich auf Konshu berufen, und gegen ihn kämpfen? Ist er ein gütiger Gott, oder wechselt er seine Ausrichtung wie der Mond seine Phasen? Oder existiert Konshu nicht, und ist nur eine riesige Projektionsfläche für religiöse Anhänger, im Guten wie im Bösen? Ich schätze, Friedrich Nietzsche hätte seine Freunde an dem Band.

Kategorien:Rezensionen

Tagged as: ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s