Rezensionen

Crossed + Einhundert Band 2 (Panini Comics)

Crossed + Einhundert Band 2 | Panini Comics | 164 Seiten | Softcover: 19,99 € | lim. Hardcover: 39,99 €

Der Kultautor Alan Moore (From Hell, Watchmen) zeigte dem Leser in Crossed + Einhundert Band 1 eine Welt, die einhundert Jahre nach dem ersten Auftauchen der Gefirmten angesiedelt ist, also die Endzeit nach der Apokalypse. Moore hat jedoch nur den ersten Band geschrieben, ab diesem Band wird die Serie von Simon Spurrier fortgesetzt, der bereits bei „Crossed – Wish you were here“ als Autor von mir gelobt wurde. Bei den anderen Crossed-Serien sah man die Welt, wie sie kurz nach der Epidemie bzw. nur wenige Jahre nach der Epidemie war. Nun jedoch haben die Verhältnisse geändert. Die Menschen haben sich organisiert, und zu kleinen, gut bewachten Städten zusammen gefunden. Heiß im Kurs stehen daher Bücher aus der Vergangenheit, denn 100 Jahre später heißt in dem Fall auch, dass nun die Kinder und Enkel der beim Ausbruch anwesenden Menschen leben, die keine Zivilisation kennen, und Wissen nicht einfach googeln können. Das Internet gibt es nicht, es wird stattdessen versucht, ein verlässliches Funknetz aufzubauen.

Die Gefirmten hingegen sind stark dezimiert und veraltet, was bei dem Lebenswandel der Erkrankten nicht wunderlich ist. Dadurch, dass es eine starke Fixierung auf Sex und Gewalt gibt, konnten sie sich schlecht vermehren, und wenn doch mal eine schwangere Gefirmte ein Kind zur Welt bringen konnte, wurde dieses gern als willkommener Snack betrachtet. Die Folge ist, dass es nur noch wenig Aufeinandertreffen gibt, und wenn, lassen sich die Gefirmten schnell ausschalten, denn die Menschen haben zwischenzeitig deren Vernichtung optimiert.

Future Taylor ist eine junge Dame, deren Job es war, das Archiv ihrer Stadt zu füllen. Während die ersten Überlebenden in erster Linie Nahrung und Waffen als Ziel hatten, ist nun die Erlangung von Wissen Ziel von so mancher Expedition in unbekanntes Land, denn bekanntlich ist Wissen ja Macht.

Da sie sehr gern liest, mag sie nicht nur Do-it-yourself- und Fachbücher, sondern auch erfundene Geschichten, z.B. Science-Fiction, die sie „Wünsch-Fiction“ nennt, weil ihr vieles so geordnet utopisch darin vorkommt. Sie musste miterleben, dass die Gefirmten doch nicht so hilflos sind wie gedacht, und sich ganz im Sinne der Evolution weiter entwickelt hatten. Von einem Anführer koordiniert haben sich vor allem die weniger dummen und triebgesteuerten Infizierten vermehrt, und konnten sogar eine koordinierte Attacke gegen die für die Verhältnisse hoch entwickelt Siedlung von Future Taylor ausführen, die dem Erdboden gleich gemacht wurde. So ist Future Taylor bei ihrem Geliebten in einer post-muslimisch geprägten Stadt untergekommen, doch der Forschungsdrang unserer Protagonistin ist ungebrochen, und so fliegt sie mit einem Heißballon in verschiedene Städte, um mehr über die aktuelle Lage zu erfahren. Bald muss sie einsehen, dass jeder Ort anders mit der neuen Situation umgeht, und mitunter sogar Übereinkünfte mit den Gefirmten, wenn auch unter Zwang, getroffen werden. Was steckt hinter den Plänen der Infizierten?


Fazit

Nach wie vor habe ich Probleme bei der verwendeten Sprache. Diese hat sich in 100 Jahren natürlich auch verändert, und viele Begriffe wurden durch andere ersetzt, z.B. statt „ich denke“ benutzt man nun „ich hirne“, was grundsätzlich natürlich schlüssig ist, denn Sprachen unterliegen stetig dem Wandel. Mir persönlich hätten aber einige wenige Änderungen gereicht, ich muss mich stark beim Lesen auf die Dechiffrierung konzentrieren, was den Lesefluss stört. Wie ich lese kommen andere aber recht schnell damit zurecht, ich rate deshalb einfach mal in die Serie im Comicshop o.ä.  reinlesen und zu testen ob das für euch funktioniert.

Simon Spurrier hat die Handlung des ersten Bands von Moore konsequent fortgesetzt, so dass dessen Abwesenheit nicht ins Gewicht fällt. Zwar handelt es sich hier um eine Art Zwischenband, in dem keine unglaublichen Enthüllungen geschehen, aber die Welt wird ausgebaut und die besondere Atmosphäre durch zusätzliche Details ergänzt. Positiv fällt auch auf, dass Spurrier die Protagonistin mehr erforscht als Moore das getan hat.

Die Zeichner Fernando Heinz und Rafael Ortiz liefern typische Avatar-Zeichnungen ab, die die Serie Crossed ja auch mitdefiniert haben. Übermäßige Gewaltorgien wie in den ersten Crossed-Ausgaben bleiben trotz Altersempfehlung AB 18 eher die Ausnahme.

Insgesamt also eine überdurchschnittliche Crossed-Serie, die nun jedoch aufpassen muss, nicht in das bekannte Konzept abzurutschen.

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