Rezensionen

Miracleman 4: Das goldene Zeitalter (Panini Comics)

Miracleman 4: Das goldene Zeitalter | © Panini Comics | 180 Seiten – Hardcover – 39,00 €

In Alan Moores Ausgaben der Neuinterpretation der klassischen Superheldenfigur hatte sich einiges getan.

Mit dem langweiligen, durchschnittlichen Leben von Reporter Michael Moran war es schnell vorbei. Er hatte herausgefunden, dass er Miracleman ist, und traf sogar seinen alten Sidekick Kid Miracleman wieder. Doch aus dem ersten Treffen entwickelte sich ein schrecklicher Kampf, denn Kid Miracleman war wahnsinnig geworden. Außerdem hatte Miracleman mehr über Projekt Zarathustra herausgefunden, welches ihn und den Rest der Miracleman-Familie erschaffen hatte. Dabei kam es auch zum Treffen mit seinem „Vater“ Dr. Gargunza, das für Letzteren tödlich endete. Aber auch privat ging es hoch her im Leben von Michael Moran, denn seine Tochter Winter, ein Metawesen-Hybrid, wurde nach nur sehr kurzer Schwangerschaft seiner Frau geboren. Auch Ms. Miracle, die auch viele Jahre verschollen schien, war plötzlich wieder da. Nach einem epischen Kampf hatte sich die Welt in eine perfekte Superheldenutopie verwandelt.

Nun wurde die Serie von Neil Gaiman (Sandman) und Marc Buckingham (Fables)  fortgesetzt, die damals noch nicht den heutigen großen Bekanntheitsgrad hatten. Und so entstanden Geschichten, die eben in der Superheldenutopie angesiedelt sind, aber meist ganz normale Menschen betreffen. Wie reagieren die Menschen auf die gottgleichen neuen Herrscher? Wie äußert sich  die Macht in der Architektur? Wie in  der Kunst? Und was wurde aus den Bekannten Figuren wie Michael Morans Frau, Winter oder Ms. Miracle? Diese Fragen und viele mehr werden hier beantwortet.


Fazit

Neil Gaiman setzt die Serie in einer verträumten, melancholischen Stimmung fort, und stellt das Actionelement komplett in den Hintergrund. Gerade Alan Moores Darstellung der Allmacht, ähnlich wie z.B. Doctor Manhattan bei Watchmen, wird hier ausgeschmückt, wobei Miracleman selbst im Hintergrund steht, und die Nebenfiguren ihre Welt erforschen und definieren. Das ganze war eine sehr erwachsene Leserschaft gerichtet, und kann vom Anspruch her bei der klassischen Sandman-Serie angesiedelt werden.

Mark Buckingham illustriert das ganze ungeheuer abwechslungsreich; von Zeichnungen die seinem heutigen Stil ähnlich sind, über Kinderbuchillustrationen bis Andy Warhol ist alles dabei, inklusive einiger hereinkopierter Gebäudeaufnahmen. Hier werden sich Freunde alter Vertigo-Serien schnell wiederfinden.

Auch das Bonusmaterial kann sich wieder finden lassen: Viele Variantcover, Skizzen, Entwürfe sowie Grundgedanken von Gaiman zur Serie runden den feinen Hardcoverband ab, von der es zum Comic-Salon Erlangen wieder eine exklusive Version mit Schutzumschlag geben wird, limitiert auf 99 Exemplare.

Ich kann diese Perle des Genres nur jedem ans Herz legen, der Watchmen, Swamp-Thing, Animalman und die Hellblazer aus den späten 80ern mochte.

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