Rezensionen

Savior (Panini Comics)

Savior | ©Panini Comics | 212 Seiten | Softcover- 19,99 € | Hardcover-29,00 €

Seit der Zeit, in der Todd McFarlane Spider-Man gezeichnet, und mich erst verwundert (wie sieht das denn aus?) und dann begeistert hat, habe ich den Mann ins Herz geschlossen. Klar, dass fiel nicht immer einfach, denn die Wandlung vom innovativen Neuzeichner über die Gründung von Image Comics und  McFarlane Toys bis zu seinen Autorenarbeiten traf nicht immer meine Erwartungen – die Comics mit seinem Namen drauf habe ich mir aber immer angesehen.

Das neueste Werk heist Savior (Heiland, Erlöser) und wurde zusammen mit Brian Holguin geschrieben, der auch bei Spawn und Aria als Autor gearbeitet hat. Als Zeichner wurde Clayton Crain verpflichtet, seines Zeichens Digitalzeichner, der z.B. Ghostrider oder Carnage gestaltet hat.

Der Band umfaßt 8 US-Hefte, und enthält eine abgeschlossene Geschichte, mit der Hintertür der Fortsetzung.


Handlung

Als in der Nähe des Städtchen Damascus in Iowa ein Flugzeug mitten auf einer befahrenen Straße abstürzt, ist die Katastrophe perfekt. Es gibt viele Tote die aus dem Flugzeug geschleudert werden, und viele Verkehrsteilnehmer auf der Straße werden erschlagen. Im Chaos der Rettungsaktion tritt ein blutbeschmierter nackter Mann aus dem Maisfeld, und hält ein unverletztes Mädchen in den Armen, welches er ihrer Mutter übergibt. Auch der Fremde hat keinerlei Schaden davon getragen, doch kann er sich nicht erinnern wer er ist und was er hier tut. Schnell gibt es Menschen, die ihn für den Heiland halten, und die Rettung des Mädchens für ein Wunder. Doch auch eine Gegenbewegung, die damit so gar nichts anfangen kann, versucht die Beerdigung der Verunglückten zu stören. Als die Gruppen aufeinander treffen, wird der unbekannte zur Handlung gezwungen…


Fazit

Um es von vornherein zu sagen: Wer hier erwartet, Antworten auf alle Fragen zu finden, wird nicht fündig werden. Aber es ist ja auch irgendwie passend, dass in einem Buch welches von Hoffnung und Glauben handelt auch viele Dinge unergründet bleiben. Stattdessen bekommt man viele Denkanstöße bzgl. Religion und deren Erscheinungsform, speziell in den USA. Auch eine an sich abgeschlossenen Erzählung hat heute seltenheitswert.

Generiert wird eine neugierig machende Atmosphäre, die nicht zuletzt wegen des Artworks von Clayton Crain sehr mystisch daher kommt. Mir persönlich gefällt die digitale Optik, bis auf das Seitenschinen bei Filmsequenzen, bei denen locker das doppelte auf die Seiten gepaßt hätte, sehr gut. Ob wir in Zukunft mehr dieser Art von digitalen Zeichnungen sehen werden?

Mich würde interessieren, wie viel McFarlane, und wie viel Holguin in Saviour steckt. Das Grundkonzept soll komplett von ihm stammen.  Klar, das Thema Religion war ja bei Spawn von Anfang an präsent, aber auch in anderen Serien wie Haunt. Aber egal wie, im Gegensatz zu den beiden genannten Serien gibt es hier keine Capes oder Spandex, die Serie kommt komplett ohne Helden und Schurken aus, und stellt dafür die Frage: Was, wenn das Göttliche so wäre wie wir?

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