Rezensionen

Starlight – Die Rückkehr von Duke McQueen (Panini Comics)

Starlight – Die Rückkehr von Duke McQueen | Panini Comics | 172 Seiten – Softcover – 19,99 €

Mit Starlight legte der Schotte Mark Millar einen weiteren Comic vor, für den schon vor Ende der 6-teiligen US-Serie die Filmrechte gekauft wurden. Kein Wunder, denn die Science Fiction Geschichte mit Augenzwinkern zeigte schon in den ersten Heften Potential.

Worum geht’s?

Duke McQueen ist ein Lügner – zumindest halten ihn alle, bis auf seine Frau, für einen. Der ehemalige Pilot war verschollen, und als er wiederkam, berichtete er von fantastischen Abenteuern, die die er auf einem fremden Planeten erlebt haben wollte. Klar, dass Duke schnell als Spinnern abgestempelt wurde, und auch seine eigenen Söhne glauben nicht an die abenteuerlichen Geschichten ihres Vaters.  Doch da geschieht das Unglaubliche: ein Bote von dem anderen Planeten kommt zu Duke und bittet ihn um Hilfe, den der Planet, den Duke vor Jahrzehnten gerettet hatte, ist in die Hände eines bösen Diktators gefallen, und alle Hoffnungen ruhen nun auf dem Helden aus der Vergangenheit. Doch dieser hat die 60 schon lange hinter sich gelassen…


Fazit

Millar macht sich hier Gedanken über die Frage was passiert, wenn irdische Weltraumhelden altern, und ihnen niemand ihre Erlebnisse abnimmt. Das Ganze kann man sich als eine Mischung von Kirkmans „Brit“ mit Paks „Planet Hulk“ vorstellen, abgeschmeckt mit einer guten Prise „Space Cowboys“. Als Schauspieler wäre der gealterte Clint Eastwood sicher eine gute Wahl, etwas so, wie wir ihn in „Gran Torini“ gesehen haben. Was, wenn Perry Rhodan oder Jan Tenner nach ihren ersten Abenteuern zurück auf die Erde gekehrt wären, und dann jahrzehntelang ein irdisches Durchschnittsleben geführt hätten? Hier gibt es die Antwort.

Das Ganze funktioniert aber auf eine sehr humorvolle Art und Weise, was auch daran liegt, wie gut der kroatische Zeichner Goran Parlov (der bei Punischer Max und Fury Max schon sauber abgeliefert hat) den fremden Planeten dargestellt hat. Typische Kostüme die alle Klischees von Serien wie Flash Gordon erfüllen treffen auf Sci-Fi-Ideen von Moebius. Geschwungene Raketen, Helme mit Hörnern und kleine Strahlenwaffen treffen Fischglashelme, Säbel und Damen mit Jetpaks. Ein herrlicher Spaß, dem man Millars Freude am Genre deutlich anmerkt. Millar-typsiche explizite Gewalt hält sich sehr in Grenzen, und es gibt es feine Cliffhanger und Wendungen, die einen die Story in einem Rutsch lesen lassen. Doch die Säulen der Story sind ganz klar klassisch – der Held, der Schurke, ein Sidekick, ein unterjochtes Volk. Doch genau die Klassik wollte Millar ja auch darstellen. Duke gelingt die Wiedereingliederung ins Weltraumhelden-Geschäft dann doch sehr schnell, und die humoristischen Rückschläge halten sich in Grenzen. Hier wollte Millar ganz klar nicht das Genre neu definieren, sondern Spaß mit den alten Pulp-Helden haben. Gerade mit seiner familiären Situation erhebt sich Duke McQueen aber schnell aus der Rolle des eindimensionalen Ex-Helden, und wird zu einem Wesen mit Herz und Gefühl.

Woran liegt’s, dass in letzter Zeit häufig Plots von gealterten Helden erscheinen, die die jungen noch mal in den Arsch treten? Der mitgealterten Zielgruppe im Bereich der Superheldencomics wird’s gefallen, ob bewusst oder unbewusst. Und wenn das so charmant rüberkommt, wie in Starlight, kann man nur zugreifen.

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