Rezensionen

Whoa! Comics 10 (Plem Plem Productions)


Zum kleinen Jubiläum von Whoa! Comics hat Editor Thorsten Brochhaus für die Anthologiereihe von Plem Plem Productions wieder einen bunten Strauß von deutschen und internationalen Künstlern zusammengestellt.

Bereits das Cover von Johannes Lott wird nicht nur Fans von Carcass Freude bereiten, und hätte auch bei Whoa Horror gut ins Konzept gepasst. Davon hätte ich gern eine längere Geschichte.

Mit Absurdia hat Denis Klook wieder einen fiesen Strip beigesteuert, der der Gesellschaft schön den Spiegel vorhält. Checkt seine Homepage an, da gibt es mehr davon.

Weiter geht es mit 2 längeren Geschichten, die bereits in Whoa Comics #9 begonnen haben. Der Typ ohne Hose Teil  2 ist ein Western von Andreas Butzbach, der eine dreckige, gemeine Atmosphäre versprüht.  Eastwood lässt grüßen.

Generation Praktikum Teil 2 von Kristina Gehrmann führt die Abenteuer eines Jungdämons fort, der versucht, sein erlerntes Wissen über das Angstmachen in die Tat umzusetzen, doch es läuft etwas anders, als er sich das vorgestellt hat. Über Kristina Gehrmanns Im Eisland hatten wir ja kürzlich schon berichtet, und im gleichen Manga-beeinflussten Stil zeichnet sie auch hier.

Zeichner Till Felix, den Lesern der Reihe schon durch den Meerteiler Insektenwelt bekannt, hat zusammen mit von Christian Hillmann (Text) Nihilus Kinder: Haus der Lügen beigesteuert, eine abgeschlossene Geschichte, die von Besuch des Tods in einem Seniorenheim der anderen Art erzählt. Verträumt und schmerzhaft gleichermaßen regen die Künstler hier zum Nachdenken an, und bescheren mir als altem Zivi das ein oder andere Deja Vu.

In Der Duft von Ramen von Aljoschka Jelinek & Johannes Lott bekommen wir einen interessanten Reisebericht über eine seismologische Aktivität in Neuseeland präsentiert, die auf eigenen Erlebnissen basiert. Klasse gemacht, auf einen kompletten Band damit in der Machart von z.B Guy Delisle hätte ich richtig Bock.

Crash von Martin Zen & Chris Kohler (Portland Underground) schafft es mit 2 Seiten auch hier den Wunsch nach einem kompletten Heft dieser Hard boiled Story aufkommen zu lassen. Wer Portland Underground noch nicht gelesen hat sollte das dringend nachholen.

Der obligatorische Abschlussstrip auf der letzten Seite heißt Mad Max Style von Evgeny Yakovlev. Auch dessen knallbunter Webcomic-Blog sei euch ans Herz gelegt.

Wieder einmal  steht fest: Wer sich für Independent-Comics interessiert, kommt an Plem Plem Productions nicht vorbei.


Vorschau

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s