Rezensionen

Swamp Thing – Die Toten schlafen nicht (Panini Comics)

In der aktuellen Ausgabe von Swamp Thing gibt es eine Rückbesinnung an alte Werte der Serie. Die Figur wurde ursprünglich von Len Wein und Bernie Whrightson erdacht, und entwickelte sich in den 80ern mit Alan Moore als Autor von einer eindimensionalen Horrorfigur zu einer vielschichtigen Kreatur mit philosophischen Ansätzen.

Im Rahmen des DC Neustarts wurde jüngst Scott Snyder mit der Neuinterpretation des Sumpfdings beauftragt, der die Serie an Charles Soule übergab. Nunmehr ist es aber Swamp Thing-Schöpfer Len Wein, der als Autor zurückkommt. Mit dabei ist Kelley Jones, der ab den 90ern mit seinem eigenwilligen Stil bei Serien wie Batman für Furore sorgte.


Handlung

Auf die letzten Ereignisse der Vorgängerserie wird nicht eingegangen, wodurch die Serie auch gut für Neuleser geeignet ist. Swamp Thing hat seinen klassischen Platz in den Sümpfen wieder eingenommen.

Die Story lässt sich in zwei Handlungen einteilen. Im ersten Teil hilft das Sumpfding einem verzweifelten Ehepaar, dessen Sohn zombiefiziert wurde. Im zweiten Teil erfüllt sich ein lang gehegter Wunsch des Monsters: Es kann wieder zu Alec Holland werden, und das permanent. Doch der Preis der Verwandlung ist wesentlich höher, als Alec Holland sich das vorgestellt hat.


Fazit

Len Wein schafft es, den etwas komplexen Sachverhalt des Kampfes zwischen Rot, Grün und der Fäulnis komplett zu ignorieren, und die Serie so wesentlich lesbarer zu machen als die Vorgängerserie. So werden Altleser und Einsteiger geleichberechtigt mit ins Boot genommen. Immer wieder trifft Alec dabei auf alte Bekannte wie den Phantom Stranger oder Deadman, was schon fast ein Revival der Justice League Dark wird.

Kelley Jones war dabei die beste Wahl als Zeichner, und das sage ich nicht nur, weil ich den Mann spätestens seit den Batman-Elseworlds Red Rain und Bloodstorm verehre. Sein verschobener, unproportionaler Stil passt perfekt zu der düsteren Erzählweise von Len Wein. Bernie Whrightson, der erste Zeichner von Swamp Thing, der leider kürzlich verstorben ist, hätte gewiss seine Freude an der Serie gehabt. Auch von den Farben her wirkt die Serie wie ein Produkt aus der guten alten Zeit, und das im besten Sinne. Auch wenn jemand Jahrzehnte nichts von DC gelesen hat wird er Zugang zu der Geschichte finden, denn der Einsatz von Nebenfiguren ist sehr behutsam von Statten gegangen. Warum man das ganze nun DC-Dark nennt und nicht mehr Vertigo erschließt sich mir nicht, speziell wenn man Teile des DC-Universums mit dem Satz „sind gerade im Weltraum“ einfach ausschließt.

Ein wenig eigentümlich ist der ständige Dialog von Swamp Thing, da haben wir schon wesentlich schweigsamere Versionen gesehen, aber hey, Wein macht das, weswegen er noch heute eine Legende ist. Da geht das ganze schon mal blumig in Lyrische, gerade im Umgang mit der Natur, aber Hand auf’s Herz: Dafür lieben wir die Serie ja.

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