Rezensionen

Der Rote Baron 3 – Drachenkampf (Panini Comics)

Der Rote Baron 3 – Drachenkampf | Panini Comics | 70 Seiten – Hardcover | 16,99 €

Im letzten Band der Serie „Der Rote Baron“ von Pierre Veys und Carlos Puerta bekommen wir den Abgesang auf den Piloten Manfred von Richthofen zu sehen. Die Serie beruht lose auf den historischen Fakten, und hat sogar eine übernatürliche Komponente in die Handlung integriert. So kann Richthofen die Gedanken seiner Feinde lesen, wenn diese unter Stress stehen und attackieren wollen. Im Kampf ist dieser „siebte Sinn“ ein unglaublicher Vorteil, der ihn zu dem deutschen Piloten mit den meisten bestätigten Abschüssen des 1. Weltkriegs werden ließ.

In den Vorgängerbänden gab es immer wieder Rückblicke, zum Beispiel in die Kindheit des Barons, wo er bereits mit Neidern auf der Militärschule zu kämpfen hatte, aber auch auf die Phase im Krieg in der er noch kein Kampfpilot war, sondern auf dem Pferderücken oder als Besatzung eines Bombers kämpfte. In diesem Band bekommt er nun endlich seinen bekannten Dreidecker, die Fokker DR. 1, die ihn zur Legende seines Jagdgeschwaders werden ließ. Im Gegensatz zu anderen Piloten wählte er mit Bedacht die rote Farbe für seine Flugzeuge, die den Gegenpol zu den Tarnfarben anderer darstellten. So war er in Knallrot zwar über weite Entfernung auszumachen, jedoch dürfte der psychologische Effekt verbunden mit seinem Ruf als Fliegerass für gehörige Nervosität bei seinen Gegnern geführt haben.

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Neben einigen Luftschlachten im Kampfflugzeug gibt es hier weitere Einsätze gegen Panzer und Bodentruppen zu sehen. Doch nicht nur bei den Engländern, Franzosen und Russen gibt es Feinde, auch in den eigenen Reihen gibt es Männer, die Richthofen tot sehen wollen, allen voran Friedrich, sein Gegner aus Kindheitstagen, der ihm mit seiner Entourage immer wieder zusetzen möchte.

Carlos Puerta hat die Dynamik der frühen Luftfahrt unglaublich gut und mit Blick auf das Detail umgesetzt. Während der Großteil der Fliegercomics mich meist langweilt, sind die Gefechte hier so spannend umgesetzt, dass man das Dröhnen der Motoren und Maschinengewehrsalven förmlich hören kann. Veys macht nicht den Fehler, den Baron tiefgründig oder gar menschlich darstellen zu wollen. Peinliche Versuche wie in dem Schweighöfer-Film, noch eine Romanze unterzubringen, werden komplett ausgelassen.

Es ist allgemein bekannt, dass Richthofen den 1. Weltkrieg nicht überlebt hat, und trotzdem überrascht das Ende hier. Doch egal wer ihn am Ende getroffen hat (so sprechen manche von einem anderen Piloten, andere von einem Gewehrtreffen von Boden aus), hier sehen wir eine alternative Version. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem alternativen Verlauf, der ja von Anfang als genau das angekündigt war.

Zu meinem Glück fehlt mir nur noch ein kleiner redaktioneller Teil, in dem z.B. mit Fotos auf den realen Richthofen, Flugzeuge oder auch Geschichte hätte vermittelt werden können.

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