Rezensionen

Reborn (Panini Comics)

Wohin gehen wir, wenn wir tot sind? Sitzen wir Harfe spielend auf einer Wolke, zechen wir mit den anderen Kriegern in Walhalla, oder ziehen wir ins sprichwörtliche Nirvana ein? Wenn es nach Mark Millar geht, wartet da etwas ganz anderes auf uns.

Bonnie Black ist 78, und lebt in einem Altersheim vor sich hin. Ihre beste Freundin ist tot, und ihr Ehemann wurde vor einigen Jahren vor einem Serienkiller erschossen. Diverse Krankheiten plagen sie, und als der Schlaganfall kommt, und das Leben an ihr vorbeizieht, ist sie fast etwas erleichtert. Doch das Leben nach dem Tod wurde von keiner Religion richtig vorhergesagt. Die Falten und die weißen Haare sind wieder verschwunden, und Bonnie ist wieder die schöne junge Frau, die sie einst war – doch die Welt ist eine ganz andere. Sie ist in Adystria gelandet, eine Fantasywelt, in der Drachen und andere Fabelwesen parallel zu High-Tech existiert. Um das Fass zum Überlaufen zu bringen, wird sie von ihrem lange verstorbenen Vater begrüßt – in einer Kampfrüstung. Als er ihr offenbart, dass sie die Auserwählte ist, die den Kampf gegen den Anführer der Armee des Bösen entfachen soll, ist ihre Verwirrung perfekt. Es stellt sich heraus, dass man gemessen an den Taten seines irdischen Lebens wiedergeboren wird, eben auf der guten oder der bösen Seite. Die Optik kann dabei variieren, und auch die Fähigkeiten können gänzlich anders sein. Doch bei all der Verwunderung hat Bonnie nur einen Gedanken – ist ihr Mann auch hier?

02


Fazit

Bei einem Kreativteam mit Mark Millar (Kick-Ass, Wanted) und Greg Capullo (Spawn) war es eigentlich klar, dass ich zugreifen werde, speziell wo das Cover des Bandes nicht nur zufällig an Masters of the Universe erinnert. Stellen wir uns also vor, das Leben nach dem Tod verschlägt und nach Eternia, und Bonnie wird zu Teela, und ihr Vater zu Man-At-Arms. Der Hund im Stil von Battle Cat und auch Bonnies Kostüm, welches Ähnlichkeiten zur Realfilm-Teela zeigt sind auch nicht zufällig so gehalten.

Zu Capullos Zeichnungen muss man meine ich nichts mehr sagen, er gehört zu den ganz Großen der Branche, und liefert auch hier ab. Die Koloration ist passend zu Adystria sehr farbenfroh gehalten. Überhaupt finde ich Millars „neue Welt“ stimmig und gelungen, wenngleich nicht jeder rote Faden konsequent zu Ende gebracht wird. Automatisch versetzt man sich selbst in diese Vorstellung, und überlegt, wie das eigene Adystria aussehen würde. Die richtigen Trigger wie z.B. Haustiere sind dabei gesetzt. Dass dabei der ein oder andere Seitenhieb auf die weit verbreiteten Trostvorstellungen untergebracht wurde, macht es für mich nur noch besser.

Die Geschichte ist in einem Band beendet, was ich etwas schade finde, aber vermutlich ist das besser, als wenn eine gute Idee mehrfach aufgewärmt wird wie z.B. bei Kick-Ass. Okay, gegen Ende hatte ich etwas mehr Sentimentalität erwartet, ich vermute wenn das Ding verfilmt wird werden wir ein Hollywood-Ende erleben statt des Originals, aber zunächst wird die Thriller-Autorin Sarah Lotz ein Buch mit Adystria bringen. Schauen wir mal, wohin die Reise geht.

03.jpg

Kategorien:Rezensionen

Tagged as: , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s