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Batman: Der dunkle Prinz Band 1 (Panini Comics)


Batman: Der dunkle Prinz Band 1 (von 2) | Panini Comics | 76 Seiten – Hardcover-Album | 16,99 €


Es ist doch eher eine Seltenheit, dass eine Batman-Geschichte statt als Heft im Albumformat erscheint, aber in diesem Fall ist es mehr als angebracht. „Batman: Der dunkle Prinz“ wurde von Enrico Marini gestaltet, der durch erfolgreiche franko-belgische Reihen wie „Die Adler Roms“ oder „Gipsy“ bekannt wurde. Was zunächst ein Spaß von Marini gegenüber einem französischen DC-Verantwortlichen war, wurde plötzlich Ernst. Marini erfüllt sich einen Jugendtraum, und darf eine Batman-Geschichte Schreiben, Zeichnen und kolorieren.

Thema ist die alte Auseinandersetzung zwischen Batman und seinem Erzfeind, dem Joker. Letzterer sucht eigentlich nur ein Geburtstagsgeschenk für seine Herzallerliebste, und die alte Lederhaut muss es ihm wieder schwer machen. Okay, vielleicht hätte er die Perlenkette nicht mit seiner Gang rauben sollen, aber Batman muss einfach wieder den Spielverderber in dieser vielleicht größten aller Lieben spielen. Harley ist über die Alternative die er ihr präsentiert alles andere als erfreut, und so sinnt der Joker auf Rache. Er will Batman da treffen, wo es ihm richtig weh tut: bei der Familie…

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Fazit

Zu den Bedingungen, die Enrico Marini stellte, als ihm das Angebot unterbreitet wurde, seine eigene Batman-Geschichte schreiben zu können, gehörte es, die Figuren die er wollte verwenden zu dürfen, und seine eigenen Interpretationen nutzen zu können. Er ist gern Herr über das Gesamtkunstwerk, und überlässt weder die Kolorierung noch die Story gern anderen.  Und genau das ist es, was hier Spaß macht. So präsentiert er uns hier seine eigene Joker-Variante (eine Mischung aus dem klassischen Joker und Sid Vicious), sein eigenes Batmobil und viele weitere Marini-Versionen, die sehr gut ausgearbeitet und stimmig sind. Viel Spaß haben ihm die Damen in Batmans Umfeld gemacht, da gibt es viel Eyecandy, wo sich selbst Manara die Brille zurechtrücken würde. Aber auch andere Figuren wie Killer Croc passen gut.

Überhaupt ist die Optik sehr gelungen. Marini bleibt seinem Stil treu, und so wirken die Zeichnungen und Farben deutlich heller und freundlicher als viele der amerikanischen Künstler, wo schwarz oft die beherrschende Farbe ist. Dies steht aber im Kontrast zur Handlung, denn hier geht es definitiv nicht hell und freundlich zu. Das der Joker kein Kind von Traurigkeit ist, war klar, doch hier geht er doch sehr brutal vor, gegenüber der eigenen Gang sogar inflationär grausam. Okay, so kann man sich auch um Personalkosten drücken.

Ansonsten macht die Story einfach Spaß, weil der ganze Ballast einer verstrickten Kontinuität unwichtig ist, und man direkt einsteigen kann, ohne die Anspielung von vor 2 Jahren zu kennen, oder die Resultate der letzten Crisis. Mein einziger Kritikpunkt: das Batman der größte Detektiv der Welt ist, geht leider etwas unter, und Bats geht hier lieber mit roher Gewalt vor als mit klassischer Ermittlungsarbeit.

Außerdem bringt Marini einen Spin rein, den ich hier noch nicht verraten will, der mich aber mehr als wahnsinnig macht, weil der nächste Band noch nicht raus ist. Und das muss nach Jahrzehnten des Batman-Lesens erstmal jemand schaffen.

Im Anhang gibt es noch ein 6-seitiges Interview von Alexander Bubenheimer von Panini mit Enrico Marini, bei dem viele Hintergründe zu dem Band erläutert werden.

Sofern Marini allerdings das hohe Niveau in Band 2 von „Batman: Der dunkle Prinz“ halten kann, ist dies ein ganz heißer Kandidat auf die Batman-Story des Jahres!

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