Rezensionen

Die Expedition 3 – Die Tränen von Nyabarongo (Panini Comics)

Im ersten Band der Serie „Die Expedition“ von Marazano und Frusin trieb ein reichlich mit Gold und Edelsteinen behangener Leichnam an den Ufern des Nils in einem Boot an. Der örtliche Regent der Römer, welcher Ägypten vor einigen Jahren unterworfen hatte, war von den Möglichkeiten, die sich dadurch boten, ziemlich angetan, und so schickte er den Legionär Marcus Livius auf eine geheime Expedition. Livius musste das fremde, reiche Volk finden, doch das sollte im Geheimen geschehen. Dafür galt Livius nun offiziell als Deserteur, und musste sich mit einer kleinen Gruppe wilder, kampferprobter Gesellen auf den Weg ins Unbekannte machen. Immer tiefer und tiefer zog es die Truppe in den unerforschten Kontinent, immer im Kampf mit wilden Tieren und den Stämmen Afrikas. Es kam wie es kommen musste, die Truppe wurde von einer Übermacht gefangen genommen und versklavt. Fortan mussten sie für ihre neuen Herren in den Minen schuften. Jeder der Männer, die einst stolz für Rom in dem Kampf gezogen waren, ging mit der Situation anders um; einige schmiedeten Fluchtpläne, andere verfielen dem Wahnsinn. Gerade als sie sich den Weg in die Freiheit erkämpfen wollten, wurde Marcus Livius von einem Betäubungspfeil getroffen und von den Männern der afrikanischen Königin verschleppt, die er in seinen Träumen oft gesehen hatte.


Handlung

Die Expedition bzw. was davon übrig ist, wurden nach Nyabarongo gebracht, eine afrikanische Hochkultur, die bislang kein Weißer vor ihnen gesehen hat. Marcus stellt fest, dass seine Träume einen sehr realen, wunderschönen Kern hatten: Königin Galliela, die ihre Untertanen als Göttin verehren. Doch so schön sie ist, so grausam ist sie auch. Es ist klar, dass sie etwas in Marcus sieht – doch dafür muss er sein Leben einsetzen. In die Arena geworfen wirft sie ihm einem riesigen Löwen vor – ohne Waffen!

 


Fazit

Nach fast 2 Jahren ist nun endlich der 3. Teil der Serie erschienen, aber das Warten hat sich gelohnt. Bei manchen Serien werden Künstler ausgetauscht wenn es nicht schnell genug geht, aber hier macht das bewährte Kreativteam nahtlos weiter. Gerade bei dieser speziellen Serie ist dies auch unbedingt erforderlich, denn gerade die Zeichnungen Frusin zeigen den Wahnsinn am besten, der in den Männern aufkeimt. Starke Emotionen sind es, die die Männer im Herzen Afrikas vereinen, aber auch trennen.

Ein gutes Beispiel dafür ist der Kampf mit dem Löwen, der schon auf dem Cover zu sehen. Tausende dieser Kämpfe wurden bislang auf unterschiedliche Weise dargestellt, und von Tarzan bis Herakles waren viele siegreich. Doch Frusin schafft es, die Verzweiflung beim Kampf gegen die Bestie heraus zu arbeiten – und zwar beim Mensch, aber ebenso bei dem Löwen. Der Schweiß, das Blut, das Adrenalin, das alles wird hier spür- und erlebbar.

Auch in zwischenmenschlichen Bereich ist Marazano sehr weit von einem Heldenepos entfernt, und zeigt Neid, Angst und Wut, aber auch pure Gier und Lust, die aus den Vorkommnissen erwachsen.

Noch ist die Serie nicht zu Ende, aber ich bin gern bereit nochmal 2 Jahren auf die Fortsetzung zu warten, so lang sie so kompromisslos und intensiv wie die bisherigen Alben ist.


 

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