Rezensionen

Punisher Platoon – Kampf ums Überleben (Panini Comics)


Im Central Park in New York wurde der Punisher geboren – als seine Familie von Gangstern getötet wurde, brannte die letzte Sicherung des Mannes durch, und der legendäre Vigilant entstand. Doch schon vorher hatte Frank Castle getötet, nämlich im Vietnamkrieg.

Der Autor Garth Ennis, der die Figur wohl so sehr geprägt hat, wie kein anderer, hat sich schon mehrfach mit diesem Teil vom Leben des Punishers beschäftigt, sei es in „Punisher: Born“ oder „Valley Forge, Valley Forge“. Nun unternimmt er mit dem Zeichner Goran Parlov erneut einen Ausflug in die Zeit, in der Frank seinen Dienst in Vietnam ableistete…

Diese Geschichte spielt vor „Punisher: Born“, und erzählt die Geschichte des ersten Kommandos von Second Lieutenant Frank Castle, der auf einem kleinen Außenposten in Dschungel Vietnams fortan für sie Sicherung des Außenpostens, und für das Leben seiner Männer zuständig ist. Ziemlich schnell wird klar, dass Castle keine Risiken eingeht und für seine Männer auch mal mit Kanonen auf Spatzen schießt, um deren Gesundheit nicht zu gefährden. Die Vietnamesen greifen jedoch den Außenposten immer weiter an, um die amerikanischen Eindringlinge aus dem Land zu vertreiben. Unter ihnen ist auch eine junge Scharfschützin, die den Amerikanern schwer zu schaffen macht.

Die Handlung hat aber auch noch eine andere Ebene in der Gegenwart, in der die Überlenden von Franks Kameraden interviewt werden. Neben der Aufarbeitung der damaligen Geschehnisse steht immer wieder die Frage im Raum, wie Frank Castle zum Punisher werden konnte. War der Mord an der Familie der Auslöser, oder gab es da noch etwas anderes?


Fazit

Garth Ennis verzichtet in dieser Miniserie größtenteils auf die Schockeffekte und abstruse Gegner, und präsentiert eine bodenständige Kriegsgeschichte, wie sie so oder ähnlich auch in klassischen Kriegscomics der 60er und 70er Jahre in den USA oder Großbritannien hätte erscheinen können.

Es geht um die Beziehung der Männer zu Frank, aber auch untereinander. An kleinen Beispielen macht Ennis Wesenszüge fest, die wir auch beim späteren Punisher sehen, etwa, als er eine Alternative für das M16 sucht, was sich in Vietnam als ausgesprochen ungeeignet erwiesen hatte. Dass der Zweck die Mittel rechtfertigt, ist ja quasi ein Dauerthema für Frank Castle. Auch beim Einsatz für seine Männer gibt Frank alles.

Parlovs Zeichnungen passen sehr gut zum dreckigen Dschungel, und Jordie Bellaires Farben runden die Stimmung in der grünen Hölle ab. Parlovs Zeichnungen gab es u.a. in Punisher Barrcuda, Fury Max: My War Gone By und Starlight zu sehen. Nach Steve Dillons Tod scheint er sich als der Ennis-Punisher-Zeichner zu etablieren.

Insgesamt ein Punisher-Band, der weniger für den Deadpool-Fan, und mehr für den Freund klassischer Marvelserien ohne viel Chichi geeignet ist. Wem Ennis‘ War Stories gefallen haben, kann bedenkenlos zugreifen.


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