Ausstellung

„Walt Disney – Mickey, Donald & Friends“ – Ausstellung in Mainz

Wenn es schon mal eine Disney-Ausstellung in unmittelbarer Nähe gibt (Mainz liegt von meinem Wohnort etwa 40 Minuten Autofahrt entfernt), dann kann ich mir diese als Disney-Fan natürlich nicht entgehen lassen. Wenn eine solche Exposition im April startet und bis Ende Juli geht, dann denkt man sich zu Beginn der Ausstellung: „Das ist ja noch ewig Zeit, da wird sich doch mal eine Möglichkeit ergeben!“ Irgendwie passiert dann dasselbe, wie jedes Mal bei einer solch potentiell interessanten Ausstellung: die Zeit vergeht wie im Fluge, das Ende der Schau zeigt sich bereits am Horizont. Also! Nun schnell gehandelt! Erfahrungsgemäß ist das letzte Ausstellungswochenende eher ungünstig, da dann nochmal viele in die Veranstaltung strömen. Wenn man also nicht um jedes Bild, Ausstellungsstück oder um jede Infotafel kämpfen will, sollte man das letzte Wochenende vermeiden. Daher hatten wir uns nun für ein frühes Wochenende im letzten Monat der Ausstellung entschieden.

Wir sind an einem herrlichen Sonntag, der seinem Namen alle Ehre machte, in die Stadt am Rhein gereist. Natürlich war dabei der Hintergedanke, dass sich viele Menschen bei einem solchen Wetter nicht als Hauptziel eines sonntäglichen Ausflugs eine Ausstellung vorstellen würden. Der Plan ging nur teilweise auf: das Landesmuseum Mainz war gut besucht, wenn auch nicht überfüllt.

Die Ticket-Kasse verzichtete bei der Sonderausstellung „Walt Disney – Mickey, Donald & Friends“ auf die Herausgabe von ordinären Museumstickets. Stattdessen bekamen wir einen Aufkleber ausgehändigt, der Donald – und damit den (Achtung Spoiler!) „heimlichen“ Star der Ausstellung präsentierte. In den deutschen Ausgaben der Disney-Comics waren schon immer Donald Duck und sein Umfeld beliebter, als das um Micky Maus, was sich natürlich auch deutlich in dieser Ausstellung wiederspiegelt. Den Aufkleber sollte man sich gut sichtbar aufkleben. Gesagt – getan!

Aufgeteilt ist die Sonderausstellung in zwei Räume. Der erste Raum widmet sich vorrangig den amerikanischen Disney-Zeichnern. Neben dem Wirken von Walt Disney selbst werden hier die Arbeiten von Don Rosa, Carl Barks, Floyd Gottfredson, Al Taliaferro in den Fokus gerückt. Viele Exponate dieser Ausstellung stammen aus einer einzigen Sammlung, nämlich der von Ina Brockmann und Peter Reichelt. Beim Betreten des ersten Raums wird der Besucher direkt eingeladen, sich selbst als Zeichner zu versuchen: in der Mitte des Eingangsbereichs steht ein Leuchttisch, über welchen man die beliebtesten Figuren mit unterschiedlichen Gesichtsausdrücken und Accessoires ausstatten und durchpausen kann. Im Folgenden werden die einzelnen Entstehungsschritte der Zeitungsstrips erläutert, von der Skizze bis zum gedruckten Ergebnis. Ergänzt werden die Zeichnungen um einige Exponate, die die Disney-Figuren plastisch zeigen – in Form von Porzellan-Figuren. Auch einige Ausgaben alter Sammelbände der Comic-Strips sind hier ausgestellt. Auf der Hälfte des Rundgangs durch den ersten Raum wird man zum Verweilen auf einer Couch und zum Schmökern in einigen Disney-Druckerzeugnissen (vorrangig Lustige Taschenbücher) eingeladen. Etwas später darf man nochmal verweilen: über mehrere TV-Geräte werden Cartoons abgespielt (in unserem Fall war das „Steamboat Willy“, der Cartoon, der offiziell als Mickys Geburtsmoment gilt). Kurz bevor man den ersten Ausstellungsraum wieder verlässt und sich nochmal überlegen kann, ob man sich selbst als Zeichner versuchen möchte, findet man eine Auswahl von Art-Deco-Geschirr mit der Erläuterung, dass Micky schon früh auf beliebten Merchandise-Artikeln zu finden war.

Weiter geht es anschließend im zweiten Raum. Hier findet man am Eingang Vitrinen mit einigen Disney-Spielfiguren (welche heute eher Sammelfiguren sind). An den Wänden findet man hier vor allem die Arbeiten der beiden deutschen Disney-Zeichner Jan Gulbransson und Ulrich Schröder (letzterer oft in Kooperation mit Daan Jippes). Auch hier findet man eine kleine Leseecke. Abgerundet wird der insgesamt noch übersichtlichere zweite Ausstellungsraum mit großformatigen Gemälden Donald Ducks, welche von Ulrich Schröder stammen.

Insgesamt ist diese Sonderausstellung also übersichtlich gehalten, aber dennoch sehr sehenswert. Ausführliche Texttafeln informieren über die ausgestellten Künstler und Exponate, für Kinder gibt es die wichtigsten Infos in kurzen und einfachen Sätzen ergänzt. Auch ein Besuch des Museums-Shop lohnt. Dort findet man neben Büchern mit Werken der vorgestellten Künstler auch Drucke mit eben solchen und zum Teil sogar Originale. Des Weiteren gibt es dort natürlich auch Merchandise-Artikel, wie Tassen und Plüschtiere. Mittlerweile ist die Auswahl sicherlich etwas geschrumpft, da gegen Ende der Ausstellung vermutlich nicht mehr viel nachbestellt wird. Was mir persönlich gefehlt hat, ist ein Ausstellungskatalog, den ich gerne mitgenommen hätte. Dafür findet man hier das Buch “I STILL GET CHILLS” über Don Rosa mit Fotos von Lois Lammerhuber und Texten von Alex Jakubowski. Letzterer war Ende Mai auch zu einem Gespräch über seine Reise zu Don Rosa im Rahmenprogramm zur Ausstellung eingeladen. Im Rahmenprogramm fanden in den letzten Monaten viele weitere Aktionen, wie Workshops, ein Open-Air-Kino, Vorträge und vieles mehr statt.

Wer die Ausstellung noch besuchen möchte hat noch wenige Wochen Zeit: bis Sonntag, den 29.07.2018 kann „Walt Disney – Mickey, Donald & Friends“ im Landesmuseum Mainz noch besichtigt werden.

Weitere Infos:

  • Öffnungszeiten: Dienstag, 10.00 -20.00 Uhr | Mittwoch-Sonntag, 10.00 – 17.00 Uhr | Montag, geschlossen
  • Eintrittspreise (inkl. Zutritt zur Dauerausstellung): Erwachsene: 12,00 € | Erwachsene ermäßigt: 9,00 € (Schüler, Studenten, Rentner, Wehrdienstleistende, Zivildienstleistende, Arbeitslose, Schwerbehinderte, Inhaber JULEICA ohne Gruppe, Inhaber Museumscard Pfalz) | Kinder bis 6 Jahre: Eintritt frei | Kinder ab 6 – 18 Jahre: 7,00 € | Familienkarte 1: 16,00 € (1 Erwachsener und mind. 1 Kind > 6 Jahre) | Familienkarte 2: 24,00 € (2 Erwachsene und mind. 1 Kind > 6 Jahre) | Gruppen ab 10 Personen: 9,00 € p. P. | Schulklassen (Preis je Schülerinnen und Schüler): Eintritt: 2,00 €; Eintritt inkl. Führung: 4,00 €; Eintritt inkl. Führung und Workshop: 6,00 €; Begleitende Erwachsene haben freien Eintritt. Preise können abweichen, nähere Infos hier. | Audioguide: 2,00 €

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