Lesung

Flix liest – Moritz stellt aus

Flix liest „Spirou in Berlin“ und Moritz stellt Comiczeichnungen in Sachsenhausen aus

Am Freitag, dem 07.09.2018, fand im Comic Laden Urgestein X-tra-BooX mal wieder eine Signierstunde statt. Flix war zu Gast in Frankfurt und präsentierte seinen besonderen Band „Spirou in Berlin“. Zum einen ist besonders, dass erstmals ein deutscher Zeichner einen Band von Spirou zeichnen darf. Was tatsächlich das Besondere ausmacht, erfuhr ich aber erst an diesem Abend.

Zu Signierstunden gehe ich seit Jahren kaum noch hin (weil sie ja während meiner Arbeitszeiten stattfinden, dass ich eh nicht kann). Flix signierte nachmittags. Es klappte, dass ich vorbeischauen konnte. Ich hatte mir bei X-tra-BooX eine Nummer reserviert, um auch zeitig dran zu kommen. Ich traf im Comic Laden alte Bekannte wieder und besuchte Flix erstmals bei einer Signierstunde.

Der Band ist jenseits der regulären Spirou-Reihe und der Spirou Spezial-Reihe – und auch erst einmal nur in Deutschland- erschienen. Als Einzelband ist er ein schickes Hardcoverbuch. X-tra-BooX hatte extra auch noch die Erstauflage des Bandes für seine Gäste vorrätig und erklärte jedem den Unterscheid zwischen den Auflagen.

Flix war freundlich, fröhlich und herzlich, sehr angenehm. Er fragte jeden, was er denn gerne gezeichnet bekommen möchte und zeichnete sogleich (ohne Vorzeichnung) mit lockerem und sicherem Strich drauf los. Und zauberte so in jedes Buch eine schöne elegant schwarzlinige Zeichnung rein. Wie es z.B. schon Craig Thompson bei Signierstunden gemacht hatte. Ich ließ mir in mein Exemplar von „Spirou in Berlin“ ein Marsupilami zeichnen. Ein anderer einen Trabbi.

Flix erzählte, dass er abends im Literaturhaus eine Lesung gibt. Oh. Ich hatte an dem Abend noch nichts vor. In Frankfurt ist das nicht die erste Comiclesung. Vor Jahren – ich meine 2011 – hatte Niklas Fielder (a.k.a. Zarathroxa) mit seiner „Faust³“-Lesung bei X-tra-BooX schon komplett überzeugt. 2014 berichteten wir von der „großen Flatter“. Comiclesungen können sehr gut sein und Spaß machen. Ich hatte auch im März vor gehabt, zur Releaseparty von  „A House Devided 2“  (von Haiko Hörnig und Marius Pawlitza) mit Comiclesung zu gehen. Hatte ich aber leider nicht gemacht. Schade. Also ging ich an diesem Abend runter zum Main zum Literaturhaus. Die Lesung fand in einem größeren Saal statt als ursprünglich geplant. Sie war der Auftakt zum Yippie! – Kindercomic-Festival. Die ersten zwei Reihen der Besuchersitzplätze waren für Kinder reserviert. Sehr gute Idee. Der Saal wurde voll. Eine Vorstellung mit Einleitung eröffnete den Abend. Flix hatte einen Tisch, eine Lampe, einen Lapop und begann die Bilder des Comics – Panel für Panel – auf eine Leinwand zu projizieren und las aus „Spirou in Berlin“. Er las natürlich auch Soundwords mit. Er trug es richtig gut vor. Ein Bekannter hätte sich den Vortrag energischer und schneller gewünscht. Ich fand das Tempo genau richtig. Es muss sich ja jeder reinfinden und mitkommen. Das Happy End ließ Flix aus. Das dürften wir selbst erleben, wenn wir den Comic lesen. Das hatte ich am anschliessenden Wochenende in vollem Genuss getan – unter Einbeziehung des Geheimwissens, das er uns nach der Lesung preisgab:

Denn dann kam der Part, in dem Flix in einer Gesprächsrunde von der Entstehung und den Besonderheiten des Comics erzählte. Wie sich die Story entwickelte, dass er als Helferlein einen Tatort-Scheiber hatte, dass sein Atellierkollege die Coloration übernahm und wie die einzelnen Elemente in den Comic fanden. Als er über Berlin recherchierte stieß er auf verschiedenes Unglaubliches, das genau richtig für einen Comic war, z.B. die dressierten Affen. Dass er von vornherein das Marsupilami nicht verwenden durfte. Dass er eine genaue Anzahl an Eastereggs (versteckte Gags) eingebaut hatte, die von den Lesern gerne gesammelt und ihm vorlelegt werden sollen. Und so einige Hintergrundspäße zeigte er uns. Danach signierte er. Die Kinder kamen auch hier zuerst dran. Das war wegen der abendlichen Uhrzeit nicht verkehrt. Die Älteren im Saale („Erwachsenen“) hatten so Gelegenheit, sich währenddessen untereinander noch auszutauschen oder am Büchertisch zu zu schlagen.

Unter den Zuschauern bzw. Zuhörern waren u.a. auch Joscha Sauer („Nichtlustig“) und Haiko Hörnig. Sowie die Comicstammtischler Johannes und Moritz von Wolzogen („Totality“).

Moritz erzählte mir, dass morgen seine Miniausstellung in Sachsenhausen eröffnet. Eine Pop-Up-Ausstellung am Schweizer Platz, bei der auch Werke von ihm gezeigt werden. Die Ausstellung geht noch bis zum 28.10.2018. Ich war gleich am Folgetag dort. Sehr klein, sehr fein. Die Galleristin hat auch die Bücher parat, in denen die gerahmten und ausgestellten Comic-Zeichnungen von Moritz veröffentlicht wurden. Solltet ihr die Ausstellung besuchen, lasst sie euch zeigen. Solltet ihr Moritz‘ Comic lesen wollen, lest „Totality“. Könnte euch gefallen!

Ihr wollt alle Spirou-Eastereggs von mir verraten bekommen? Das könnte euch so gefallen… 😉

Léger Légende

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