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Ein Wiederhören im Donjon

Copyright: Boulet/Delcourt/SRF

Herbert, die Ente ist zurück im Donjon. Im Hörspiel-Segment des Schweizer Rundfunks, dem SRF, startete am Sonnntag, den 07.10.2018 die zweite Staffel des preisgekrönten Radiohörspiels „Donjon“. Der Name dürfte dem ein oder anderen Comicfan unter Euch bekannt vorkommen, denn tatsächlich basiert dieses Hörspiel auf der gleichnamigen Comicreihe von Joann Sfar und Lewis Trondheim.


Die Geschichte

Der Donjon, das ist eine mächtige Festung, mit vier schwarzen Türmen und unzähligen Kerkern und Verliesen. Vor allem aber ist der Donjon ein wahnsinniges Business: Abenteurer kommen von überall her, um die Schätze des Donjon zu plündern. Warum das ein gutes Geschäft ist? Weil die Abenteurer Eintritt zahlen. Und weil sie fast alle dort ihr Leben lassen, früher oder später, im Kampf mit den Monstern, die den Donjon bevölkern.

Held der Geschichte ist Herbert, die Ente. Zusammen mit seinem Freund Marvin – einem roten Drachen, furchterregenden Kämpfer und Veganer – retten sie den Donjon mindestens so oft, wie sie ihn beinahe in den Ruin treiben. Ob sie es mit Zombies, Anwälten oder ehemaligen Praktikanten zu tun kriegen, die das Donjon-Geschäftsmodell kopieren.

Man merkt es schon: Der Donjon ist Fantasy, vor allem aber voll Phantasie. Mit Humor und jeder Menge schräger Einfälle sorgen Herbert und Co. für intelligente Unterhaltung.

Umgesetzt hat das Hörspiel für den SRF der Regisseur und Dramaturg Wolfram Höll. Unterstützung fand er dabei durch einige der bekanntesten deutschsprachigen Synchron-Stimmen:

Schon an den Stimmen hört man, was die Donjon-Figuren eigentlich für irrwitzige Gestalten sind – Kosakenkatzen, Revoluzzer-Vampire oder Ninja-Frösche. Die Hörspielproduktion kann hier glücklicherweise auf exzellente Sprecher zählen. Allen voran Hans-Georg Panczak. Man kennt ihn als deutsche Stimme von Luke Skywalker aus Star Wars oder auch Smithers aus den Simpons. Im Donjon spricht er Herbert: Und obwohl er kein einziges Mal quakt, hört man doch, dass er eine Ente ist, mit seiner charmanten Mischung aus Hasenfüssigkeit und Aufschneidertum.

Dazu gesellt sich die crème-de-la-crème der deutschsprachigen Synchronsprecher:

  • Marco Kröger (bekannt als Seestern Patrick aus SpongeBob) spricht Nubbel
  • Hans-Rainer Müller (aka Krusty aus den Simpsons und Bender aus Futurama) spricht Rotzek und diverse kleine Rollen
  • Wolfgang Pampel (die Stimme von Harrison Ford als Han Solo in Star Wars und Indiana Jones) spricht alles, was der Donjon so an Monstern zu bieten hat
  • Wieder dabei sind Jörg Döring als Marvin und Olaf Reichmann (die deutsche Stimme von Dany Boon und Mathieu Almaric) als Guillaume de la Court und Zongo

Weiter oben erwähnte ich bereits, dass das Hörspiel mit Preisen ausgezeichnet wurde. Dazu erfahren wir aus dem Pressetext:

Den Bildwitz der Comics in ein Hörspiel zu übersetzen ist eine besondere Herausforderung. Die Hörspielserie setzt hier vor allem auf den Sound: Ein richtiger Geräuschmacher (Wilmont Schulze) lässt die Knochen knacken. Der Komponist und Sounddesigner Karl Atteln macht die Kerker und Verliese hörbar, und unterstützt (oder unterläuft) Herberts Ententaten mit seiner Musik. Und Tontechniker Tom Willen sorgt zu guter Letzt dafür, dass all diese Schichten, aus denen eine Donjon- Szene aufgebaut ist – Sprache, Geräusch, Raum, Musik, Stereopanorama –, harmonieren.

Diese Handwerkskunst hat auch international aufhorchen lassen: Die erste Staffel von «Donjon» hat gleich mehrfach abgeräumt bei den New York Festivals World’s Best Radio Programs – dem Oscar fürs Radio:

  • Beste Originalmusik: Silber
  • Beste Regie: Silber
  • Bestes Hörspiel: Bronze
  • Bester Sound: Bronze

In der zweiten Staffel erwarten uns 5 weitere Episoden, von denen pro Woche eine neue Episode veröffentlicht, bzw. gesendet wird:

Episode 1: Der Weise aus dem Ghetto
Wenn man einen einzigen Wunsch frei hätte, was soll man sich da wünschen? Genau diese Frage stellen sich auch Herbert, Marvin und der Wärter, als sie eine Wunderlampe finden. Also reisen die drei nach Köterburg, um den Weisen Mattathias um Rat zu fragen. Doch der liegt im Sterben, und interessiert sich eher für Körpergase, als für grundsätzliche Fragen …

Episode 2: Der Tag der Frösche
Der Donjon wird heimgesucht – und die Plagen haben ein geradezu biblisches Ausmass: Draussen eine Wolke fliegender Frösche, drinnen geldgierige Ninjas, und dann sind da noch die Vampire, die endlich ans Tageslicht wollen. Und wer soll da jetzt noch den Donjon retten? Natürlich Herbert, die Ente! Eine Folge voller Action.

Episode 3: Noch ein Donjon
Ein Praktikum im Donjon? Geht das überhaupt? Normalerweise landen die Anwärter im Praktikantenkeller des Vergessens – doch Rotzek hat es geschafft. Er darf dem Wärter assistieren. Und was macht er danach mit dem gesammelten Wissen? Er eröffnet einen eigenen, neuen Donjon. Und der stellt den alten in den Schatten, und zwar wortwörtlich …

Episode 4: Nubbeltechnik
Nubbel ist so etwas wie das Monster der Herzen: Gross, blau und glupschäugig, von Freunden geliebt, von Feinden gefürchtet (die er meist noch länger im Mund behält, damit der Geschmack nicht so schnell weggeht). Und ausgerechnet dieser Nubbel soll der letzte Überlebende der berüchtigten Fusselanten sein? Das glauben zumindest die Hypermenoräer, und nehmen ihn mit.

Episode 5: Hans-Hans der Schreckliche
Orks und Trolle, Drachen und Zwergvampire – der Donjon wird bevölkert von unzähligen Monstern. Es sind Angestellte, bezahlt, um den Abenteurern eine Herausforderung zu bieten, und sie manchmal auch zu killen. Doch wie kommen eigentlich die Monster in den Donjon? Z.B. durch zwielichtige Vermittler, wie den Anwalt Guillaume de la Court.

Wie bereits erwähnt ist die erste Episode bereits veröffentlicht worden. Jede Woche erwartet uns eine weitere Episode. Wer nichts verpassen will, der sollte den neuen Podcast-Feed zum Hörspiel abonnieren. Das geht über folgende Möglichkeiten:

Online hören kann man „Donjon“ unter www.srf.ch/donjon.

Ergänzend gibt es hier noch den Link zur „Yay, Comics!“ Episode 46 „Vom Comic zum Hörspiel“, in welcher Carlos sich im letzten Jahr mit Wolfram Höll über die Produktion der ersten Staffel unterhielt.

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