Rezensionen

Tag X, Band 6: Der Adler und die Kobra (Panini Comics)

In der Serie „Tag X“ aus Paninis Albenprogramm geht es um alternative Geschichte. Wie bei Marvel und DC mit „What if?“ oder „Elseworlds“ wird hier etwas aus der Vergangenheit verändert, so dass eine neue Zeitlinie entsteht, aber eben nicht mit Helden in Spandex, sondern mit Weltgeschichte, so dass auch berühmte Persönlichkeiten der Vergangenheit in veränderten Kontext gesehen werden können.

Im 6. deutschen Band der Serie von Fred Duval und Jean-Pierre Pécau haben sich die Künstler Spartacus ausgesucht, einen ehemaligen Gladiator und Sklaven, der einen Aufstand gegen Rom anführte. Der Spartacus dieser Geschichte war allerdings etwas erfolgreicher, und kann schlussendlich sein Heer an Unterdrückten und Geknechteten in die Freiheit führen, wo sie Sizilien besetzen, und eine freie Republik gründen. Doch dieser Affront gegen Rom wurde seinerzeit vom legendären Feldherr Cäsar beendet, der den Sieg mit seinem Augenlicht bezahlen musste. Doch was ist ein Stratege, der nicht mehr das Geschehen auf dem Schlachtfeld kraft seiner Augen verfolgen kann?

Der aktuelle Band knüpft lose an die Handlung an, nur haben sich weitere Dinge veränderte. Marcus Antonius hat sich mit Cleopatra zusammengetan, und herrscht mit ihr zusammen über ein gigantisches Weltreich, mit Herrschaftssitz in Ägypten. Seine römischen Wurzeln scheint er vergessen zu haben, was möglicherweise an der unglaublichen Anziehungskraft Cleopatras liegen mag, die ihn befällt. Bald steht eine ägyptische Armee auf dem römischen Herrschaftsgebiet, die Rom zu Fall bringen will. Cäsars Rivale Pompeius ruft seinen alten Feind zu sich, um die Lage zu retten. Doch kann die blinde Legende gegen die fremdländischen Armeen bestehen?


Fazit

Durch das Grundszenario vom Vorgängerband ist man ja grob im Bilde, doch auch hier lohnt sich beim Lesen immer mal wieder der Blick in Wikipedia und Co. Cäsar, Brutus, Pompeius, Cleopatra und andere kennt man ja meist in Grundzügen, doch hier sind es wieder die Feinheiten wie Verwandtschaftsgrade , die hier die alternative Handlung ausmachen. Die Stimmung des dekadenten Roms mit vielen Intrigen und Seilschaften ist sehr gut eingefangen, wozu auch die Zeichnungen von Fafner einen großen Teil beitragen. Seine Farbgebung dürfte für meinen Geschmack etwas detaillierter sein, so erinnert mich das optisch an Frusins Zeichnungen in die Expedition. Besonders die Darstellung der römischen und ägyptischen Soldaten sowie Cleopatras haben mir gefallen. Gerade die Geschichtsinteressierten kommen nach wie vor bei der Serie Tag X auf ihre Kosten. Wer da wenig Kenntnisse hat, könnte schnell überfordert werden, da es einiges zwischen den Zeilen versteckt ist.

Nach wie vor finde ich es klasse, dass diese eher ungewöhnliche Serie auf dem deutschen Markt erscheint. Es ist ja oft eine sehr französische Sicht auf die Geschichte, aber auf weiteren Szenarios wie das von Sowjets besetzte Paris oder eine Alternative Version vom 9/11, die bereits in Frankreich erschienen sind, hätte ich voll Bock.

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