Rezensionen

Black Road 1: Im Norden steht ein Kreuz (Panini Comics)

Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Eine Regel, die im Comicgeschäft leider viel zu selten beherzigt wird. Wenn eine Serie erfolgreich ist, so wird die Kuh oft so lange gemolken, bis sie tot ist (ja Kirkman, ich sehe DICH an!). Glücklicherweise ist Brian Wood ein anderes Kaliber. Und so beendete er mit vor einigen Jahren die Serie Northlanders mit einem ruhmreichen Finale. Wood schaffte es seinerzeit nicht die gängigen Wikingerklischees zu bedienen, sondern richtete stets abwechslungsreich den Fokus auf die Wikingerthematik, teilweise sogar aus der Opferperspektive, und geographisch über ganz Europa verteilt. Doch das Wichtigste war, dass DMZ-Autor Brian Wood die Nordmänner glaubhaft und tiefgründig charakterisierte, und nicht nur als platte Actionfiguren mit gehörnten Helmen.


Handlung

Im Skandinavien des Mittelalters tobte ein erbitterter Krieg zwischen dem sich ausbreitenten Christentum und denjenigen, die weiterhin ihren alten Göttern huldigen wollten. Die auf dem Papier stark auf Nächstenliebe ausgerichtete Religion brachte den Unwilligen mit Schwert und Fackel die Erlösung, nicht selten als Instrument des Adels, um ihre Macht zu festigen.

In Black Road wird die Geschichte von Magnus dem Schwarzen erzählt, einem bärtigen, kahlgeschorenen Skandinavier, der schon den ein oder anderen Kampf in seinem Leben austragen musste. Er ist gezwungen, sich als Söldner zu verdingen, und erhält einen ganz besonderen Auftrag. Er soll einen hohen christlichen Geistlichen die Schwarze Straße hinauf Richtung Norden bringen, eine Strecke, die wegen ihrer Gefährlichkeit berüchtigt ist. Und dann ist da noch dieses junge Mädchen, für das Magnus bald die Verantwortung übernehmen muss


Fazit

Wood bringt dem Leser die Geschichte der Christianisierung Skandinaviens anhand des Lebens von Magnus nahe. Dass es dabei blutig und mörderisch zu Sache geht, versteht sich von selbst. Doch nicht anders kann es in einer Geschichte über dieses raue Land in dieser Epoche sein. Doch für Brian Wood typisch verkommt das Ganze nicht zu einer Kampforgie mit dem großen, bärtigen Typen mit dem dicken Schwert, sondern entwickelt sich zu einer Art Kriminalfall, der viele, viele Fragen aufwirft. Magnus ist ein Held wider Willen, der lediglich seine Pflicht tut, und zu seinem Wort steht. Für mich deutlich nachvollziehbarer als die strahlenden Helden anderer Geschichten. Auch die Angst, dass sich die Handlung ähnlich gestalten würde wie im neuen Spiel God of War (Kämpfer zieht mit Mündel in den Krieg) hat sich nicht bestätigt.

Einen besonderen Blick hat Wood dieses Mal auf Diversität. So sehen wir in den dunklen nordischen Wäldern nun auch eine maurische Schmiedin, und eine jüdische Kämpferin. Ich bin sehr gespannt, wie er dies erklärt, aber bereits bei Northlanders hat er es immer wieder geschafft, durch scheinbar unwahrscheinliche Konstellationen historische Zusammenhänge aufzuzeigen, die den wenigsten bewusst sind.

Zeichner Garry Brown (The Massive, Catwoman) macht einen guten Job, lediglich die Kolorierung von Dave McCaig hätte ich mir etwas traditioneller und weniger flächig gewünscht.

Die deutsche Ausgabe von Panini ist deutlich hochwertiger als die US-Version (z.B. besseres Papier, Hardcover, Spotlack). Für mich eine gute Entscheidung, diese zweiteilige Serie so opulent zu präsentieren, und mit einer Menge Bonusmaterial wie Variantcover und Skizzen.


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