Rezensionen

Karl der Wikinger 5 – Die Festung des Todes (Panini Comics)

Dieser Band ist anders als die bisherigen der Serie, aber erst mal zu den Grundlagen:

Die Serie „Karl der Wikinger“ erschien Anfang der 60er als Fortsetzungsgeschichte in einem britischen Magazin, wurde aber unter verschiedenen weiteren Namen mehrfach danach veröffentlicht. In Deutschland trat Karl 1976 und 1977 als „Rolf“ in „Die Kämpfe der Seewölfe“ auf, und später in „Don Lawrence – The Collection“. Die vorliegende Ausgabe besteht teils aus Originalzeichnungen, teils aber auch aus Druckfilmen oder alten, großformatigen Kopien, und wurde so arrangiert, um dem Original möglichst nah zu kommen. Im Gegensatz zum farbenfrohen Trigan handelt es sich bei „Karl der Wikinger“ um eine komplette Schwarzweiß-Serie. Die „Kopfzeile“ mit dem Namen der Serie, die ja bei einem Zweiseiter alle 2 Seiten käme, wurde anders als z.B. bei der Serie Prinz Eisenherz von Bocola weggelassen. So kommt es, dass oft ein Achtel der Seite weiß bleibt, sich aber so eher das Gefühl einer durchgehenden Geschichte ergibt.

Wie bei Trigan auch hat sich Lawrence ab und an eine Auszeit gegönnt, in der andere „seine“ Serien zeichneten. So beinhaltet dieser Band auch 3 Gastzeichnern.

In der ersten Story des Bandes „Der gefallene Stern“ von dem Australier Ted Drury folgen Karl und seine Mannschaft der Spur eines Meteoriten, von dem prophezeit wurde, dass er die Wikinger reich machen soll. Die Jagd führt durch Asien bis nach Tibet. Verfolgt werden sie dabei von einer Gruppe Tartaren, die ebenfalls scharf auf die Reichtümer des Meteors sind.

Aus dem Lion Annual von 1963 stammt „Die Seeräuber“ von dem Italiener Ruggero Giovannini. Karl hilft einem seiner Männer, der bei einem Seeräuberangriff mit einem Gift getroffen, und wahnsinnig wurde. In „Der Sumpf des Grauens“ (Lion Annual 1964) ist sogar nicht ganz klar, wer diese Episode gezeichnet hat. Auf 5 Seiten hilft Karl einem Sohn eines im Kampf gefallenen Häuptlings, seine Bestimmung als neuer Anführer zu finden.

In der namensgebenden Geschichte „Die Festung des Todes“ versucht Karl mit seiner Mannschaft aus Asien zurück in seine Heimat zu kommen, und durchquert dabei Wüsten und auch Russland, wo sich der Held sogar an einer Neuauflage des trojanischen Pferds versucht.


Fazit

In diesen Band hat Autor Ted Cowan erneut fast schon Butterworth‘sche Ideen, wie sie später in Trigan eine Rolle spielen, eingearbeitet. Es gibt nicht nur eine Begegnung mit einem Flugsaurier und magische Elemente, auch andere Fabelwesen kommen auf’s Tablett. Das interessanteste sind aber für mich die Interpretationen der anderen Zeichner. Drury macht einen guten Job. Sicher, seine Zeichnungen erreichen nie die Perfektion von Lawrence (deutlich sichtbar bei den Gesichtern, Hintergründen etc.), sind aber in den Actionsequenzen deutlich dynamischer und lebendiger.

Auch „Die Seeräuber“ und „Der Sumpf des Grauens“ sind gelungene Kurzgeschichten, speziell durch die Kolorierung wirkt das ganze komplett anders als Lawrence, aber in jedem Fall sehenswert.

Lawrence-Puristen kommen in die „Die Festung des Todes“ voll auf ihre Kosten. Wieviel Aufwand der Meister für Details wie Rüstungen, Bauwerke, Waffen etc. betrieben hat ist unglaublich, aber sicher der Grund dafür, warum Karl der Wikinger auch mehr als 50 Jahre nach dem Erscheinen noch gelesen wird. Einem Drury oder Giovannini wäre dies nicht gelungen. Aber, wie gesagt, ich möchte auch deren Werke in dieser schönen Ausgabe nicht missen.

Der nächste Teil mit Namen „Das Monster aus dem Sumpf“ erscheint laut Ankündigung im August 2019.


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