Rezensionen

Batman – Der weiße Ritter (Panini Comics)

Unter dem Imprint „DC Black Label“ sollen für sich selbst stehende Miniserien erscheinen, die für ein erwachsenes Publikum gedacht sind. Okay, die aktuellen Heftserien sind sicher auch nicht für Kinder gedacht, da geht es ja oft heftig zur Sache, aber abgeschlossen und von der DC-Continuity getrennt ist für mich erst mal ein großer Pluspunkt. Auch wenn es keine Elseworld-Geschichten wie Red Son oder Bloodstorm sein sollen ist unter DC Black Label vieles möglich, was im regulären DC Universum nicht so einfach wäre.

Die Prämisse von „Der weiße Ritter“ ist denkbar einfach – dem dunklen Ritter wird ein weißer Gegenpart gegenübergestellt. Und der klassische Antagonist Batmans ist der Joker. In dieser Geschichte wurde der Joker geheilt, und macht sich auf, um in seinem nicht-wahnsinnigen Ich als Jack Napier gegen die Fledermaus anzutreten. Batman selbst ist, wie im regulären DC-Universum auch, immer getriebener geworden, und der Kampf gegen das Verbrechen, speziell die eigene Schurkenriege, forderte immer mehr Kolleteralschäden. Jack schafft es zusammen mit Harleen Quinzel die Stimmung in der Stadt zu drehen. Die Bürger werden kritisch gegenüber Batman und dem Vigilantentum, und selbst Gordon und das GCPD kommen Zweifel daran, ob bei Batman noch alles stimmt.


Fazit

Klar, die Idee das die Bevölkerung gegen den Helden aufgebracht wird, ist nicht neu, und dass die Bevölkerung von Gotham und selbst Weggefährten von einem angeblich geheilten Irren aufgebracht werden könnten ist erst mal ungewöhnlich, aber wenn man sich ein wenig darauf einlassen kann, macht dieses Abenteuer unglaublich viel Spaß. Sean Murphy (Hellblazer, American Vampire) destabilisiert genussvoll den Wahn des dunklen Ritters, der in den letzten Jahren auch in der regulären Serie immer wieder durchblitzte, und setzt ihm einen Joker/Jack Napier entgegen, der charismatisch und klug vorgeht. So glänzt dieser hier nicht mit großen Schockmomenten sondern als lebendige, klischeefreie Figur, die in Interaktion mit Harley für die richtige Tiefe der Handlung sorgt.

Die Zeichnungen von Murphy haben mich begeistert. Mit viel Liebe zum Detail hat dieser Equipment und Hintergründe inszeniert, und speziell das ungeschminkte Gesicht Napiers verdient besondere Beachtung. Das haben wir also jahrelang betrachtet, verborgen hinter weißer Schminke. Wir hätten es sehen können.

Ebenso spannend sind die Nebenfiguren der Batfamilie, die hier auch ihr Eigenleben führen, sowie viele der Schurken, die in Muphys Universum ihr Unwesen treiben. Man merkt deutlich, wie viel Spaß Künstler damit hatte, und dass das Herz eines echten Batman-Fans in ihm schlägt.

Für mich ganz klar ein Anwärter auf die Batman-Story des Jahres, oder etwa die Joker-Story des Jahres? Bin sehr gespannt was wir unter dem Black Label noch sehen werden, und auch Sean Murphy verdient mehr Aufmerksamkeit. Anschauen, auch (oder gerade wenn) ihr an der aktuellen Handlung kein Interesse habt.

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