Rezensionen

Jimmys Bastarde 1: Getriggert (Panini Comics)

Jimmys Bastarde 1: Getriggert | Panini Comics | 136 Seiten – Softcover | 17,00 €

Von dem aufstrebenden, erst 2015 gegründeten Verlag AfterShock Comics stammt Jimmys Bastarde von Garth Ennis und Russ Braun. Panini Comics bringt die Serie nun in deutscher Sprache, übersetzt von Comedian und Comicfan Hennes Bender.

Kein Wunder dass die Serie gewählt wurde, schließlich ist der Name Garth Ennis nach Erfolgen wie Preacher oder Punisher eine sichere Bank. Der Nordire hat in der Vergangenheit immer wieder durch wahnsinnige Ideen und Gewaltexzesse von sich Reden gemacht, und auch bei mir erregt der Name immer wieder Aufmerksamkeit.

Jimmys Bastarde ist im Grunde genommen eine Bond-Persiflage, und zwar des Bonds, den wir aus den Filmen der 60er und 70er kennen, mit wahnwitzigen Supergegnern wie Goldfinger oder Beißer. Einen Bond eben, der sich selbst nicht so ernst und hart nahm wie in der Gegenwart. Neben den fantasiereichen Gegnern, außergewöhnlichen Settings und technischen Spielerein wird Bond natürlich auch mit einem Thema in Verbindung gebracht: Frauen, besser gesagt den Bond-Girls.

Jimmy Regent ist Bond-Testosteron³, es gab also im Leben des Machos schon eine riesige Anzahl von Sexualpartnerinnen. Anscheinend ist der Geheimagent jedoch nicht mit der Lizenz zum Verhüten ausgestattet, denn er hat Dutzende Kinder – und die wollen ihm nun als Leder. Als Motivation muss das der Entzug der Väterlichen Liebe und Fürsorge gelten. Nicht gerade plausibel, aber einen Aufhänger muss es ja geben. Und hey, letzendlich ist es wie in jedem Bond: die Handlung ist nur ein Vehikel für die Action.

Jimmys neue Partnerin Nancy McEvan scheint die einzige zu sein, die seinen Verführungskünsten nicht erlegen ist. Dafür beweist sie ebenso gute Nahkampffähigkeiten wie ihr ungeliebter Partner, speziell als eine neue, ausgesprochen perfide Seuche die Runde macht. Können sich die beiden zusammenraufen, und die Feinde des UK in ihre Schranken weißen.


Fazit

Wo Ennis draufsteht, ist auch Ennis drin. Hier kann er seine Markenzeichen wie wirklich abstruse Gegner und schlimme, schlimme Überraschungen perfekt verwirklichen. Das Thema Kritik an Machotum und Sexismus bleibt dabei im Hintergrund, und man muss schon genau hinsehen, so man den in diesem Werk eine Moral herauslesen will. Stattdessen zelebriert Ennis hier Irrsinn und Zerstörung. So fühlt man sich an Serien wie Preacher, The Boys oder Hitman erinnert. Die Klasse erreicht Jimmys Bastarde dann jedoch nicht, aber man kann sich das Ganze wie The Pro vorstellen, nur mit dem Bond-Thema statt mit Superhelden. Ein solider Ennis also, bei dem man bekommt was man sich vorgestellt hat.

Die Zeichnungen von Russ Braun, der ja bereits bei Battlefields und The Boys mit Ennis zusammen gearbeitet hat, sind solide und haben einen hohen Wiederkennungswert sowie – ganz wichtig hier – sind humorvoll. Mir persönlich hat es mehr das Cover von Joe Kusko angetan, dass durchaus ein Bond-Intro der 60er sein könnte. Mehr Cover gibt es in der Cover Galerie im Anhang.


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