Rezensionen

WHOA! Comics 16 (Plem Plem Productions)

WHOA! Comics 16 | Plem Plem Productions | Heft – 28 Seiten | 4,90€

Post aus dem Hause Plem Plem Productions bekam ich (bisher) nicht so oft. Künftig wird sich das ändern. Denn die hier besprochene Ausgabe war für mich der passende Grund, ein Vier-Ausgaben-Abo der Reihe abzuschließen. Warum, dazu komme ich gleich im Anschluss. Zunächst möchte ich kurz auf den Inhalt eingehen.

Der Buddha von Berlin

Peter und Sascha Dörp – Vater und Sohn als Autoren- / Zeichnerteam, das hat man nicht so häufig. Auf den ersten acht Seiten betreten wir das Berlin der frühen 1900er Jahre. Ernst Gennat steht vor seinem ersten Arbeitstag als Kriminalkommissar am Berliner Alexanderplatz. Seine Art, die Dinge etwas gelassener zu sehen, führt er auf die Weisheiten Buddhas zurück. Schon bevor er seinen Dienst antritt, wird er eher beiläufig in ein zunächst unscheinbares Delikt verwickelt, was er erfolgreich vereiteln kann…
Sascha Dörp steuerte zudem das Cover-Motiv dieser Ausgabe bei.

Glutenous

Kevin Woody nimmt uns mit auf sein Gedankenexperiment, was zwei Brotscheiben am Strand treiben. Ein surrealer Vierseiter…

Hohle Erde

Wie der Alltag wohl im Inneren der Hohlerde aussieht? Einen kleinen Einblick gibt uns Lukasz Kowalczuk auf einem Einseiter.

Kein Service

Jarred A. Luján, Vinícius Carreiro und Linda Campbell nehmen den Leser mit in ihre Version eines Multiversums, in dem Oscar und Clement verschiedene Realitäten aufsuchen, um Technik und Ressourcen dieser zu stehlen. Natürlich läuft nicht alles nach Plan und so entspinnt sich ein actiongeladenes Szenario auf zehn Seiten, welches in einer relativ unerwarteten Pointe gipfelt.

Der erste Traum

Die vier letzten Seiten dieser Ausgabe wurden von Anna Szymborska gestaltet, welche uns auf eine verstörende Traumsequenz einlädt.

Im Mittelteil schickt uns Andreas Butzbach auf einem doppelseitigen Pin Up einen Gruß von seinem „Typ Ohne Hose“.


Diese Ausgabe der WHOA! Comics bietet den idealen Zeitpunkt für Neueinsteiger der Heftreihe, da mit „Der Buddha von Berlin“ eine neue Fortsetzungsgeschichte beginnt. Diese wird uns laut Vorwort über die nächsten sechs Ausgaben begleiten. Ernst Gennats Geschichte steht hier noch ganz am Anfang, macht aber direkt Lust auf mehr. Saschas Zeichenstil überrascht mich erneut und zeigt abermals, welch Wandlungsfähigkeit sein Strich hat. Die leicht cartoonhaften, dynamischen Illustrationen transportieren die Geschichte, die uns Peter Dörp erzählt, perfekt. Als ich erfuhr, dass die Geschichte von Peter und Sascha Dörp in WHOA! Comics Premiere haben wird, war das für mich der Grund für das Abo der Heftreihe. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht, es handelt sich um die meiner Meinung nach beste Geschichte im Heft. Ich freue mich auf die nächsten Ausgaben.

Die zweite lange Geschichte im Heft ist „Kein Service“, welche die Herzen der Science-Fiction Fans höher schlagen lassen dürfte. Hier wird dem Leser kurz das Setting vermittelt, in welchem man sich befindet. Die beiden Protagonisten und deren „Mission“ werden durch einen der beiden kurz vorgestellt und im weiteren Verlauf erwartet den Leser ein gelungenes Maß Action. Der Zeichenstil braucht sich hinter aktuellen Mainstream-Superhelden und / oder Science-Fiction – Publikationen nicht verstecken. Aus diesem Universum würde ich sehr gerne mehr lesen.

Die drei kürzeren Geschichten sind, wie bei WHOA! gewohnt, experimentelle Geschichten, die in ihrem Rahmen auf den Punkt sind. Am meisten beeindruckt hat mich hier „Der erste Traum“, das mit seinen klaren Schwarzweiß-Zeichnungen mit den Erwartungen des Lesers spielt. Die Geschichte transportiert sich allein durch die Bilder und kommt gänzlich ohne Text aus.

„Glutenous“ zeichnet ein kurzes humorvolles Stück auf, das schon wegen seiner cartoonhaften Umsetzung mein Herz gewinnen konnte. Auch von Kevin Woody würde ich mir mehr Material wünschen.

„Hohle Erde“ ist für mich die im Vergleich schwächste Geschichte. Hier konnten mich sowohl die Zeichnungen, als auch der Verlauf der Geschichte nicht umfänglich zufrieden stellen, was aber auf höchstem Niveau gemeckert ist. Mit etwas mehr Raum zur Entfaltung ließe sich die Idee von Lukasz Kowalczuk sicher spannender gestalten.

Insgesamt hat Thorsten Brochhaus, der Redakteur der WHOA! Comics hier wieder eine feine Auswahl spannender Geschichten zusammengestellt, die für jeden Geschmack etwas bereithält.

Zusätzlich zum Heft erhält man die 25. Karte der Plem Plem Sammelkartenreihe, die als Motiv – passend zur Premiere dieser Ausgabe – den „Der Buddha von Berlin“ abbildet.

WHOA! Comics ist eine Anthologie-Reihe, die ich jedem Comicfan wärmstens empfehlen möchte.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.