Rezensionen

Black Road 2: Stirb wie ein Heide (Panini Comics)

Black Road 2: Stirb wie ein Heide | Panini Comics | 132 Seiten – Hardcover | 25,00€

Im zweiten, abschließenden Teil von Brian Woods neuer Wikinger-Erzählung Black Road muss sich der heidnische Kämpfer Magnus der Schwarze nicht nur seinen Gegnern, sondern auch sich selbst stellen.

Rückblick

Im Skandinavien des Mittelalters tobte ein erbitterter Krieg zwischen dem sich ausbreitenten Christentum und denjenigen, die weiterhin ihren alten Göttern huldigen wollten. Die auf dem Papier stark auf Nächstenliebe ausgerichtete Religion brachte den Unwilligen mit Schwert und Fackel die Erlösung, nicht selten als Instrument des Adels, um ihre Macht zu festigen.

Magnus war gezwungen, sich als Söldner zu verdingen, und erhielt einen ganz besonderen Auftrag. Er sollte einen hohen christlichen Geistlichen die Schwarze Straße hinauf Richtung Norden bringen, eine Strecke, die wegen ihrer Gefährlichkeit berüchtigt ist. Doch der Priester wurde umgebracht, und so musste sich Magnus um dessen Adoptivtochter Julia kümmern, die auf Rache aus ist. Doch Julia griff ihn hinterrücks an, so dass Magnus nur mit Hilfe der Schmiedin Kitta überleben kann.

Handlung

Magnus und Kitta reisen gemeinsam auf der Schwarzen Straße gen Norden, wo der scheinbar Wahnsinnige Bischof Eichenfeste einen Gegen-Vatikan errichtet hat, und seine eigene Version des Christentums mit Gewalt über die heidnischen Norssk bringen will. Dabei helfen soll ihm eine heilige Reliquie, die als Symbol seiner Macht dienen und diese ausweiten soll. Klar, dass Magnus dies verhindern will – doch was hat Julia im Sinn, die ebenfalls noch eine Rechnung offen hat?


Fazit

Wie schon im letzten Band bringt Wood dem Leser die Geschichte der Christianisierung Skandinaviens anhand des Lebens von Magnus nahe. Bischof Eichenfeste dient dabei als eine Art Gegenpapst, der seine Macht durch die Religion erhalten und ausbauen will. Meiner Meinung nach hätte es dazu nicht so viel Fiktionalität gebraucht, die Gräueltaten der katholischen Kirche bei der Christianisierung sind ja hinreichend bekannt. Aber so werden die Ermordung von uneinsichtigen Anhängern der ursprünglichen nordischen Religionen eben von abtrünnigen Katholiken verübt, nicht von dem Original.

Trotzdem gibt der Band viele kritische Denkanstöße, z.B. zum Thema Reliquienhandel und christliche Paradiesvorstellungen. Auch Magnus, der sonst eher pragmatisch veranlagte Söldner, ist durch die Liebe zu seiner ermordeten Frau nicht davor gefeit, die Existenz eines Lebens nach dem Tod nach christlichem Vorbild zumindest in Betracht zu ziehen.

Die spannende Erzählweise mit einigen Rückblicken, gepaart mit vielen Denkanstößen und einer finsteren Atmosphäre, wieder mustergültig von Gary Brown in Szene gesetzt, macht Black Road für mich zu einer der besten Serien des Jahres. Als Soundtrack empfehle ich ältere Werke von Amon Amarth, die eine ähnliche Atmosphäre vermitteln.

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