Rezensionen

Spawn kills everyone (Panini Comics)

Spawn Kills Everyone! | Panini Comics | 140 Seiten – Softcover | 17,00 €

Baby- oder Miniversionen von Superhelden oder anderen Größen der Popkultur gab es schon viele in den letzten Jahren, egal ob bei Marvel oder DC. Einen richtigen Hype in der Richtung hat sicher auch Skottie Young mit seiner Umsetzung von der Zauberer von Oz ausgelöst. Genau wie die „Zombifizierungswelle“ war die Verniedlichung zu einem Kaufanreiz geworden, und, ganz ehrlich: wer kann schon dem Kindchenschema widerstehen?

Auch bei Image Comics griff man in diesem Band zu dem bewährten Konzept, und brachte mit „Spawn kills everyone“ die Verniedlichung des bekanntesten Helden von Image auf dem Markt: der gute alte Spawn. Das ließ mich dann doch aufmerksam werden, denn McFarlanes Schöpfung hatte ja schon immer einen starken Horroranteil. Wie würden die das umsetzten?

Der Band besteht aus dem „Spawn kills everyone“ One-Shot (bereits in deutscher Sprache erschienen) und der Miniserie „Spawn kills everyone 2“ (deutsche Erstveröffentlichung). Autor ist kein geringerer als Todd McFarlane selbst, der mit J.J. Kirby (One-Shot) und Will Robson (Miniserie) 2 Autoren gefunden hat, die die Cartoonisierung und Verniedlichung konsequent umgesetzt haben.

In den One-Shot bedient sich McFarlane eines alten Tricks, um auch Figuren anderer Verlage problemlos darstellen zu können. Spawn besucht eine Comic-Convention, bei der allerlei Cosplayer unterwegs sind, natürlich auch in Kostümen von DC und Marvel. Grund genug, um sich mit dem ein oder anderen Kostümierten anzulegen und zu schauen, wer denn hier der Stärkste ist. Und so kommt es zu einigen lustigen Begegnungen mit Spandex-Trägern, aber auch TWD-Zombies oder einem bekannten Sith-Lord.

Die Miniserie zeigt uns einen kränkelnden Spawn, der nicht so recht weiß, woher sein Unwohlsein denn nun kommt. Als er zu einem ausführlichen Toilettengang ansetzt, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Nein, nicht so wie ihr denkt: Spawn war schwanger, und befördert nun eine Unmenge an kleinen Kopien seiner selbst auf die Welt bzw. in die Schüssel. Erklärt wird das ganze nicht so recht, aber im Grunde genommen ist es auch egal ob es sich um Selbstbefruchtung oder unbefleckte Empfängnis handelt: Die Mini-Spawns (Bumbumz) sind geboren, und erfüllen fortan ihren Auftrag, die eigene Parentalgeneration* zu nerven. Dabei greift McFarlane auf eine Mischung auf Niedlichkeit, Fäkalhumor und Minions zurück, was aber erschreckend gut funktioniert.

Die kleinen Höllen-Racker merken ziemlich schnell, dass Spawn darunter leidet, dass seine Kill-Statistik nicht mehr hoch genug ist, und er unter einem Leistungsdruck steht. Fortan metzeln sie sich durch diverse Superhelden und andere Ikonen wie z.B. Indiana Jones. Aber wo es einen Baby-Spawn gibt, ist auch ein Baby-Clown nicht mehr weit. Als dieser nun auf die Idee kommt, sich nun mit einem gewissen Infinity-Handschuh aufzupimpen, bricht die Hölle in der Babywelt aus…


Fazit

McFarlane benutzt die Story als Vehikel, um Spawn in allerlei witzige Situationen zu bringen. Das Ganze wird zu einem Amoklauf durch die Popkultur, garniert mit süßen Zeichnungen. Von der düsteren Stimmung die sonst bei Spawn vorherrscht, ist deshalb wenig übrig. Wer sich aber auf die knallbunte Miniwelt einlassen kann, wird eine Menge Spaß haben. Und der Toddster wäre nicht der Toddster, wenn es zur 300. Spawn-Ausgabe nicht auch den eierförmigen Spawn-Nachwuchs als Figur gäbe. 🙂


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