Rezensionen

Spider-Man: Die Geschichte eines Lebens

Spider-Man: Die Geschichte eines Lebens / Panini / ISBN: 9783741616488

In letzter Zeit lese ich deutlich weniger Superhelden-Comics als noch vor einigen Jahren, aber wenn mir eine Idee gut gefällt und die Geschichte abgeschlossen ist, schlage ich gerne zu.

In diesem Fall ist die Idee: Was wäre, wenn die Zeit im Leben von Spider-Man genauso schnell verlaufen würde wie in der Realität? Eine interessante Ausgangslage, schließlich ist die Figur Spider-Man seit seiner Entstehung vor 59 Jahren gerade mal um die (maximal) 20 Jahre gealtert.

Autor Chip Zdarsky hat sich in der 6-teiligen Miniserie jeweils einem Jahrzehnt angenommen, und zeigt nicht nur wie Peter Parker altert, sondern lässt ihn trotz zunehmenden Alters wichtigen Ereignissen aus der Spinnen-Historie begegnen.

In den 60ern beschäftigt sich Peter Parker mit dem Vietnamkrieg. Die Frage, ob er aufgrund seiner außergewöhnlichen Kräfte nicht in Asien mitmischen müsste wie Iron Man bewegt den nachdenklichen jungen Mann. Verschiedene Dinge haben sich aber bereits jetzt in der Zdarsky-Zeitlinie verändert, und die betreffen nicht nur Peters Liebesleben.

Auch in den 70ern treffen wir auf alte Bekannte, namentlich Doc Ock und einen gewissen Kobold.

Die 80er stehen im Zeichen eines bekannten Events, welches das Vorbild für viele weitere werden sollte. Aber Peters Reaktionen auf gewisse Ereignisse sind hier, aufgrund seines reiferen Alters, doch ganz anders als im 616er-Universum.

Die darauffolgenden Jahrzehnte laufen nun in eine ganz andere Richtung…


Fazit

Chip Zdarsky hat viel Gespür für die wichtigen Ereignisse in Leben Peter Parkers bewiesen. Er verknüpft die Höhen und vielen Tiefen sehr gut miteinander, und schafft so seine eigene Kontinuität, die aber gerade wegen der radikalen Schnitte deutlich konsequenter ist als eine Heftserie, die auf Unendlichkeit ausgerichtet ist. Wir sehen nicht nur das Alter voranschreiten, sondern erleben endlich auch ein Familienleben über Jahrzehnte, und auch hier eben feste Konsequenzen. Aber nicht nur Peter wird älter, auch andere Helden und Schurken werden gezeigt.

Als Zeichner ist Mark Bagley am Start, einer der bekanntesten Spider-Man-Zeichner überhaupt, der den meisten vermutlich durch die Klon-Saga bekannt ist. Klar, dass dieses Kapitel auch thematisiert wird.  Ohne Klone und Symbionten ist die Lebensgeschichte Spider-Mans natürlich nicht denkbar.

Der Band hat mir viele schöne Momente beschert, aber auch viel zum Nachdenken angeregt. Gerade dadurch, dass man aufgrund von Lücken vieles selber erschließen muss, wird der Band eine Zeitreise durch die Kontinuität des Netzschwingers. Daher eignet sich der Band auch sehr gut für langjährige Fans, während Neuleser vermutlich aufgrund der vielen Anspielungen den Anschluss verlieren werden.

Enthalten sind alle Cover und Variantcover, die ebenfalls viel Spaß gemacht haben. Die Cover von Skottie Young und ACO sind pures Gold.


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