Rezensionen

Loki: Der Gott, der zur Erde fiel (Panini)

Loki: Der Gott, der zur Erde fiel | Panini Comics | 124 Seiten – Softcover | 15,00 €

Mehr dazu auf der offiziellen Seite:

Durch diverse Hollywood-Blockbuster aus dem Hause Marvel wurde die Figur des Loki schlagartig unglaublich populär. Unter Comicfans war die Figur schon lange beliebt, aber durch den Schauspieler Tom Hiddleston konnte sich auch die breite (oftmals weibliche) Öffentlichkeit ein Bild von dem Adoptivbruder Thors machen. Als die Figur erstmals in Journey into Mystery 85 im Oktober 1962 erschien, war nicht abzusehen, dass der nordische Gott die Wandlung von einem Bösewicht und Schurken tatsächlich zu etwas wie ein Held werden würde. Sicher war er traditionell als Gestaltwandler angelegt, was dem Gott der Lügen und Intrigen natürlich gut zu Gesicht stand, dauerhaft hübsch war er vor den Avengers- und Thor-Verfilmungen jedoch nicht angelegt. Immer wieder hatte er die Asen betrogen und Ragnarök, die Götterdämmerung bewirkt, und das in einem immer wiederkehrenden Kreislauf, der erst kürzlich durchbrochen wurde. Loki opferte sich selbst, um kurz darauf neu geboren zu werden. Da der Thron von Jotunheim durch sein Zutun frei wurde, hat sich Loki selbst zum Herrscher dieser „Welt“ ernannt, und herrscht nun über die Frostriesen, was natürlich nicht heißt, dass diese rauen Gesellen ihm nicht ebenfalls ans Leder wollen…

In „Der Gott, der zur Erde fiel“ hat Loki neben seiner Herrschaft über Jotunheim neue Ziele. Er möchte wie sein Bruder Thor, der nach Odins Tod zum Allvater wurde (und ihm auch optisch immer ähnlicher wird) nun endlich zum Rächer werden. In seiner eigenen Wahrnehmung hat er alle Fähigkeiten die man dazu braucht, und durch seinen aufopferungsvollen, selbstlosen Tod auch die geistige Reife für den Job gezeigt. So macht er sich auf zu Tony Stark, um seine Mitgliedschaft im Club der Helden klar zu machen, doch dieser ist mehr als skeptisch, denn unzählige Male musste er gegen Loki kämpfen. Doch nun tritt ein alptraumhafter Gegner auf den Plan, der sowohl Loki als auch Irons Man gefährlich werden könnte.


Fazit

Nachwuchsautor Daniel Kibblesmith hat mit den Zeichnern Oscar Bazaldua und Andy MacDonald hier eine frische, an das Marvel Cinematic Universe angepasste Version des ewigen Betrügers Loki geschaffen, der mit viel Charme, aber auch List und Tücke arbeitet. Schon beeindruckend, wie sehr Tom Hiddleston auch in Comics langfristig die Optik definiert hat.

Dabei geht er auf eine Gratwanderung zwischen etablierten Figuren aus der langen Marvel-Historie, erfindet aber auch selbst neue Figuren wie z.B. Frösti, seinem Stellvertreter als Herrscher über Jotünheim, der mir schon jetzt viel Spaß macht. Apropos Spaß: der Humor kommt hier keinesfalls zu kurz, man merkt Daniel Kibblesmith sein Comedy-Talent deutlich an. Die Richtung des Anti-Helden, die seit Loki: Agent of Asgard eingeschlagen wurde, wird hier konsequent fortgesetzt.

Oscar Bazaldua, der bis auf das letzte Heft in dem Band alles gezeichnet hat, hat in letzter Zeit vieles für Marvel gemacht, z.B. bei den Serien X-Force, Amazing Spider-Man oder Avengers. Sein verspielter, moderner Stil mit gelegentlichen cartoonigen Elementen passen gut zum Ton der Serie. Gerne mehr davon. Seien wir gespannt, wie Loki sich als Herrscher in Jotunheim schlagen wird. Die Grundlagen dafür hat Daniel Kibblesmith mit diesem Band geschaffen.

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