Rezensionen

Die Geschichte des Marvel-Universums (Panini)

Um es gleich vorweg zu sagen: Falls ihr nach dem Schauen einiger Marvel-Verfilmungen auf den Geschmack gekommen seid, und mehr aus dem Marvel-Comic-Universum wissen wollt, ist das hier kein Band für euch. Ihr solltet eher eine beliebige Serie aussuchen die ihr lesen wollt, einen guten Einstiegspunkt wählen (gern mit Hilfe des Fachhandels) und drauf los lesen.

Dieser Band hier richtet an die Altfans. An diejenigen, die Marvel schon lange vor der Übernahme gelesen und geliebt haben. An die, die eine Gänsehaut kriegen, wenn sie an der Brooklyn Bridge vorbei gehen. An die, die wissen, dass man sich vor Gammabomben durch einen Graben schützen kann. An die, für die „Avengers“ ein neumodischer Name für die Rächer ist, und die die Gruppe X noch kennen. An die, die sich Galactus nicht als Wolke vorstellen.

Apropos Galactus: Dieser muss als Aufmacher herhalten, um die Geschichte des Marvel-Universums zu erzählen. Am Ende der Zeit ist er mit Franklin Richards, dem Sohn von Sue und Reed, und beide werden ein neues Zeitalter einleiten. Doch vorher soll er Franklin noch einmal die Geschichte der Marvel Universums erzählen.

Beginnend mit dem Urknall bringt der Weltenverschlinger nun in chronologischer Reihenfolge viele wichtige Ereignisse des Marvel-Universums vor, und beleuchtet dabei sowohl die Geschehnisse auf der Erde, aber auch im restlichen Universum, inklusive galaktischer Entitäten. Es wird, teilweise in einem Panel, ein Ereignis beschrieben, dann geht es weiter mit dem nächsten Fokus auf etwas komplett anderes. Eine durchgehende Handlung, abgesehen von der von Galactus und Franklin, gibt es nicht.

Dafür gibt es eine Unmenge an Figuren und Handlungssträngen, die die Marvel Universum geprägt haben, und das schon in einer Zeit, bevor die jährlichen Events Mode wurden. Secret War, Die galaktische Fehde, Avengers vs. X-Men uvm. – nichts wird vergessen. Aber auch unbekanntere Serien bzw. Miniserien finden ihre Erwähnung, wie z.B. das Auftauchen der ersten Avengers – noch vor der Zeitrechnung, unter der Leitung Odins. Egal ob man sich für Mutanten, Inhumans, Aliens oder die kleinen Helden von der Straße interessiert – hier ist alles dabei.

Bei einer solchen Menge wie das Marvel Universum sie bietet, kann man nicht alles gelesen haben oder kennen, dazu ist kein Leben lang genug. Um die Zusammenhänge zu erklären gibt es einen sehr umfangreichen Anhang, die vieles noch mal näher erläutert (mit Hinweisen auf entsprechende Vorlagen zum Nachlesen).  Und natürlich sind auch alle Cover und Variants enthalten.


Fazit

„Die Geschichte des Marvel-Universums“ ist ein Fest der Erinnerung für alle, die sich seit Jahrzehnten mit Marvel Comics beschäftigen. Autor Mark Waid ist es gelungen, einen sentimentalen, würdevollen Rahmen um die Historie zu schaffen, der unglaublich gut funktioniert. Das liegt auch an den Zeichnungen von Javier Rodriguez, der die Optik auch gern mal an den Vorlagen der jeweiligen Epoche angepasst hat, was besonders bei den Klassikern auffällt. Oftmals werden die Bilder der Comics in einem wach, die hier nur angerissen werden, und natürlich ist das Ganze auch verkaufsfördernd, wenn man durch die eine oder andere Idee aus der Vergangenheit interessiert ist. Ein klasse Band für alle, die gern in den großen Geschichten der Vergangenheit schwelgen – als Nachschlagwerk, aber auch als Inspiration für das Nachholen von klassischen Runs.

Blick ins Heft als Film von Panini:

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