Rezensionen

Die Insel des Dr. Moreau (Panini)

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Spätestens seit seiner zeichnerischen Umsetzung von Joe Hills „Locke & Key“ gehört Gabriel Rodriguez zu den Künstlern die mich aufhorchen lassen, wenn sie bei einem neuen Comic beteiligt sind, denn in „Locke & Key“ hat gerade sein verspielter, etwas exzentrischer Zeichenstil für mich unglaublich viel zur Atmosphäre beigetragen.

Gleiches dachte sich sicher auch Ted Adams, der „Locke & Key“ bei IDW produziert hat, und hat sich den Klassiker „Die Insel des Dr. Moreau“ von Science Fiction-Pionier H.G. Wells (u.a. Die Zeitmaschine, Der Krieg der Welten) ausgesucht, um mit Rodríguez ein gemeinsames Comic zu machen.

Natürlich handelt es sich nicht um eine komplett werkgetreue Umsetzung. Deutlichste Änderung ist der Geschlechterwechsel von Protagonist Edward zu Ellie, was aber eine neue Perspektive auf das Geschehen möglich macht. Auch die Handlung wurde natürlich etwas gekürzt.

Ellie erleidet Schiffbruch, und durch eine nicht problemlose Reise mit dem Rettungsboot strandet sie auf Insel des Dr. Moreau, wo sie von Dr. Moreau und seinem Assistenten aufgenommen wurde. Da sie selbst Biologie studiert hat, kann sie den merkwürdigen Wissenschaftler einschätzen, der für seine unethischen Experimente an Tieren und Menschen berüchtigt war, bevor er verschwand. Nach und nach deckt Ellie nun auf, dass Dr. Moreau auf seiner Insel weitergeforscht hat, und seltsame Tierwesen geschaffen hat. Diese Leben in großer Angst und nach fast religiösen Regeln, denn sie wissen, dass Dr. Moreau Verstöße nicht duldet. Doch manchmal bricht die animalische Seite in ihnen doch durch…

Fazit:

Die Geschichte dürfte den meisten bekannt sein, wurde sie doch jahrzehntelang immer wieder in allen Bereichen der Popkultur verarbeitet. Der Geschlechterwechsel erweitert das ganze nun um den Punkt, einzige menschliche Frau auf der Insel zu sein, was zu unerfreulichen Avancen führt. Auch andere Kontakte werden angedeutet. Und wenn man mit dem Original noch nicht in Berührung gekommen ist kann man auf das Vorwort von Christian Endres zurückgreifen, welches alle wichtigen Infos enthält.

Schon am Cover ist erkennbar, dass Rodríguez hier seine zeichnerischen Fähigkeiten voll bei den Tierwesen ausspielen kann. Egal ob Affen, Raubkatzen, Amphibien oder Elefanten, die Optik der durch Experimente geschaffenen Lebewesen sind beängstigend, und gerade für starke Gesichtsdrücke und Emotionen sind sie mehr als geeignet. Daniel Nelson schafft mit seinen Farben, dem Ganzen eine sehr pulpige Note zu geben.

Selbst, wenn man mit der Geschichte an sich nicht anfangen kann ist das ganze auch als Artbook anzusehen. So ist der Bonusteil auch extrem umfangreich ausgefallen, sogar größer als die eigentlichen Comicseiten, denn neben einem langen Gespräch mit Ted Adams und Gabriel Rodríguez sind alle (!) Originalzeichnungen der Story enthalten, sowie die Cover und deren Originalzeichnungen.

Die eigentliche Geschichte ist also 50 Seiten lang (2 US-Hefte). Wer das vorher nicht wusste, und an Bonusinhalten kein Interesse hat, dürfte also bei einem Preis von 25€ dann doch überrascht sein. Sicher, der Hardcover-Band ist sehr gut verarbeitet, aber da das Ganze in Folie eingeschweißt ist, wäre ein Hinweis auf dem Backcover sicher hilfreich gewesen.

Gerne würde ich weitere Neuinterpretationen von Klassiker mit dem gleichen Künstlerduo sehen.

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